Lässt sich Wasserstoff in Containern transportieren?

Die Energiewende und die schrittweise Abkehr von fossilen Energiequellen erfordern in Deutschland den Import von grünem Wasserstoff. Doch wie soll der Transport ablaufen? Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) hat nun im Projekt Provide den Wasserstoff-Transport in Containern getestet.

von | 27.06.24

Containerisierte Wasserstofftransporte stellen im europäischen Raum eine ernstzunehmende Option dar.
© Hensoldt
Transport

27. Juni 2024 | Die Energiewende und die schrittweise Abkehr von fossilen Energiequellen erfordern in Deutschland den Import von grünem Wasserstoff. Doch wie soll der Transport ablaufen? Das Institut für Seeverkehrswirtschaft und Logistik (ISL) hat nun im Projekt Provide den Wasserstoff-Transport in Containern getestet.

Wasserstoffpipelines werden erst in mehreren Jahren verfügbar sein. Daher sind aktuell Schiffstransporte eine wichtige Alternative. Derzeit existieren jedoch weder Transportschiffe noch Umschlags- oder Lagermöglichkeiten in ausreichender Skalierung für den Import großer Mengen an Wasserstoff.

Studie zum Wasserstoff-Transport in Containern zeigt Machbarkeit

Das ISL hat im Projekt Provide eine weitere Option untersucht: spezielle Druckgascontainer, die mit komprimiertem Wasserstoff beladen und über die Meere transportiert werden können. Diese Methode bietet große Flexibilität, da die Wasserstoffcontainer als „Beiladung“ unter Verwendung der bestehenden Infrastruktur und Transportmittel für Standardcontainer transportiert werden können. Alternativ gibt es Konzepte, die spezielle Transportschiffe nur für Wasserstoffcontainer vorsehen.

Im Projekt wurden die technische und regulatorische Machbarkeit sowie die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen detailliert untersucht. Zudem wurden Logistikkonzepte und beispielhafte Logistikketten entwickelt und evaluiert.

Zeitnahe Umsetzung möglich

Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass containerisierte Wasserstofftransporte im europäischen Raum eine ernstzunehmende Option darstellen. Aufgrund der Verfügbarkeit der Transportcontainer am Markt könnten sie zeitnah umgesetzt werden. So ließen sich bestehende Wasserstoffbedarfe in Deutschland, die nicht durch inländische Produktionskapazitäten gedeckt werden können, bereits jetzt durch Importe aus anderen Produktionsländern erfüllt werden.

In der Studie werden verschiedene Konzepte und deren Potenziale zum Einsatz von Wasserstoffcontainern für den Wasserstoffimport untersucht. Außerdem werden sie im Hinblick auf eine mögliche Umsetzung bewertet.

Hier finden Sie die komplette Studie

(Quelle: ISL/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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