FNB Gas e.V. Calls for Changes to the Draft Bill on the Gas and Hydrogen Internal Market Package

Der Deutsche Bundestag hat am 23. April erstmals den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energierechtlicher Vorschriften zur Umsetzung des Europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets“ debattiert. Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas e.V.) hat bereits Stellung genommen und zentrale Anpassungen gefordert, unter anderem zu grenzüberschreitender Wasserstoffinfrastruktur.

von | 13.05.26

Bis August 2026 soll die EU-Richtlinie 2024/1788 in deutsches Recht umgesetzt werden.
© Adobe Stock / neirfy
FNB Gas e.V. fordert Anpassungen am Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpaket

Verantwortlich für den Gesetzentwurf ist der Ausschuss für Wirtschaft und Energie. Nach der ersten Lesung Ende April wurde der Entwurf zur weiteren Besprechung an die zuständigen Ausschüsse übermittelt.

Ziel ist die Umsetzung der Vorgaben des Europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets vom 4. April 2024. Dieses enthält unter anderem die EU-Richtlinie 2024/1788 „über gemeinsame Vorschriften für die Binnenmärkte für erneuerbares Gas, Erdgas und Wasserstoff“, die bis August 2026 in nationales Recht umgesetzt werden soll.

Gesetzentwurf beinhaltet Zertifizierungs- und Regulierungsvorgaben

Im Entwurf enthalten sind unter anderem Regelungen zur integrierten Netzentwicklungsplanung für Gas- und Wasserstoffnetze als auch zur Einführung einer Planung für Wasserstoffverteilnetze.

Darüber hinaus zeigt der Entwurf Vorgaben zur Zertifizierung auf Wasserstofftransportnetzebene, zur Entflechtung im Wasserstoffbereich sowie zur Regulierung von Netzzugang, Netzanschlüssen und Netzentgelten auf.

Auch die Aufgaben der Betreiber von Wasserstoffnetzen, -speichern und -terminals sowie Vorgaben für die Überwachung werden im Gesetzentwurf thematisiert. Ergänzend sind Regelungen zur Kennzeichnung von Gas und Wasserstoff im Rahmen von Versorgungsverträgen enthalten.

FNB Gas e.V. fordert Anpassung bei Finanzierung und Transparenz

Die Fernleitungsnetzbetreiber (FNBs) adressieren in ihrer Stellungnahme verschiedene Aspekte, darunter die Finanzierung, Netzentwicklungsplanung und Transparenz.

Finanzierung: Ablehnung von Anreizregulierung für Netze im Aufbau

Konkret sprechen sie sich mit Blick auf die Finanzierung für H2-Kernnetz und -Leitungen für eine Absenkung des Selbstbehalts beim Wasserstoff-Kernnetz sowie für zusätzliche Finanzierungsmechanismen für Leitungen über das Kernnetz hinaus aus.

Zudem fordern sie, Risiken bei der Neufestlegung des Eigenkapitalzinses in 2028 zu berücksichtigen und lehnen eine Anreizregulierung für sich im Aufbau befindliche Netze ab.

Weitere Aspekte sind die Finanzierung grenzüberschreitender Wasserstoffinfrastruktur sowie die Angleichung von Bilanzierungsvorschriften in der H2-Kostenregulierung.

Netzentwicklungsplanung: Fristen zur Anschlusstrennung sollen verkürzt werden

Bei der Netzentwicklungsplanung plädiert FNB Gas e.V. dafür, das „überragende öffentliche Interesse“ für Projekte im Wasserstoff-Kernnetz nicht zu befristen. Auch die energiewirtschaftliche Notwendigkeit soll keiner Befristung unterliegen.

Zudem soll ein volkswirtschaftlich ineffizienter Weiterbetrieb bestehender Leitungsinfrastruktur vermieden und Fristen zur Anschlusstrennung von Letztverbrauchern verkürzt werden.

Rechtsvorschriften: Zertifizierung und Entflechtung im Mittelpunkt

Im Bereich Entflechtung und Zertifizierung fordern die FNBs unter anderem, die steuerneutrale Übertragung von Vermögenswerten sowie den Austausch wirtschaftlich sensibler Informationen zwischen Netzbetreibern zu ermöglichen.

Zudem sollen Synergien zwischen Wasserstofftransportnetz- und Fernleitungsnetzbetreibern geschaffen werden können. Darüber hinaus wird die Präzisierung einer Duldungspflicht für dauerhaft außer Betrieb genommene Erdgasleitungen und Einrichtungen auf Grundstücken gefordert.

Transparenz: Bürokratie soll abgebaut werden

Mit Blick auf die Transparenz sprechen sich die FNBs für einen Abbau bürokratischer Strukturen aus. Berichtspflichten etwa zu Leckagen und Emissionen sollen verhältnismäßig ausgestaltet werden.

Biomethan: Kopplung an Netzentwicklungsplan

Auch beim Thema Biomethan sehen die FNBs Anpassungsbedarf. Gefordert werden eine Nachfolgeregelung für die Förderung sowie geeignete Übergangsbestimmungen. Zudem soll die Frist zur Anschlusstrennung von Bestandsanlagen an den Netzentwicklungsplan gekoppelt werden.

Sonstiges: Änderungen im Enteignungsrecht

Weitere Vorschläge betreffen unter anderem die Vereinheitlichung genehmigungsrechtlicher Fristen, die Beschleunigung von Reparaturmaßnahmen sowie Änderungen im Enteignungsrecht.

 

(Quelle: Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V., Bundesministerium für Wirtschaft und Energie/2026)

Image source, unless indicated in the image above:

Subscribe to the newsletter now

Fuel for your knowledge, delivered to your inbox every week.

Sign up here

H2 Projects in Your Region

More than 300 hydrogen projects in Germany and Europe

Click here for the interactive map

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“

Vom Abgassystem zur Brennstoffzelle: Purem by Eberspächer bringt seine Erfahrung aus der Akustik- und Abgasreinigungstechnik gezielt in den Wasserstoffbereich ein. Im Interview erklärt Patrick Schaller, Product Director für Wasserstoffanwendungen und -komponenten, wie der De-Hydrator die Dampfbildung an Brennstoffzellenfahrzeugen reduziert und wie der Hydrogen Recirculation Blower (HRB) durch Rezirkulation von Wasserstoff die Effizienz steigert. Beide Technologien haben bereits erste Praxistests bestanden. Ende Oktober präsentiert Purem by Eberspächer beide Lösungen live auf der Hydrogen Technology World Expo in Hamburg.

Read more
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen

Das Anlagenbauunternehmen Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA errichtet nach eigenen Angaben erstmals ein Montagezentrum für Elektrolysezellen in Europa. Der sogenannte „Assembly Hub“ liegt im portugiesischen Vila Nova de Gaia und soll 2028 den Betrieb aufnehmen. Beliefert werden sollen vor allem europäische Elektrolyseprojekte, darunter das Vorhaben „Onuba“.

Read more
BMW-Werk in Leipzig erhält Anschluss an Wasserstoff-Kernnetz
BMW-Werk in Leipzig erhält Anschluss an Wasserstoff-Kernnetz

Das BMW Group Werk Leipzig soll ab dem ersten Halbjahr 2028 direkt über eine Pipeline mit Wasserstoff versorgt werden. Dafür hat Ende September der symbolische Baustart einer rund zwei Kilometer langen Leitung stattgefunden. Die Pipeline soll an das nationale Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden. Nach Angaben der BMW AG ist das Werk in Leipzig das erste Automobilwerk weltweit, das direkt per Pipeline mit Wasserstoff versorgt wird.

Read more

H2 Talk

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"

Publications