Bureau Veritas entwickelt Zertifizierungssystem für grünen Wasserstoff

Die französische Zertifizierungsgesellschaft Bureau Veritas hat ein Zertifizierungssystem für grünen Wasserstoff entwickelt.

von | 23.01.23

23. Januar 2023 | Die französische Zertifizierungsgesellschaft Bureau Veritas hat ein Zertifizierungssystem für grünen Wasserstoff entwickelt.

Wie Bureau Veritas kürzlich bekanntgab, hat sie ein neues Zertifizierungssystem entwickelt. Es ist laut Unternehmen das Ergebnis der Forderungen von Wasserstoffproduzenten sowie Abnehmern nach ganzheitlichen Standards, die an den schnell expandierenden und globalen Wasserstoffmarkt angepasst sind.

Schutz von Anlagenentwicklern und Wasserstoffabnehmern

Das Zertifizierungssystem für erneuerbaren Wasserstoff soll zum einen den Ausbau von Produktionskapazitäten für erneuerbaren Wasserstoff unterstützen, der durch Wasserelektrolyse unter Verwendung von Strom aus erneuerbaren Energien gewonnen wird. Zum anderen ermögliche es den Entwicklern solcher Anlagen, ihre Projektfinanzierbarkeit gegenüber Kapitalgebern und Investoren nachzuweisen, um bereits in der frühen Planungsphase Finanzierungsmittel zu erhalten.

Zunächst bewertet Bureau Veritas die Anlage zur Herstellung von erneuerbarem Wasserstoff anhand von ESG-Kriterien, sicherheitsrelevanten Anforderungen und Treibhausgasemissionen. Darüber hinaus prüft das Unternehmen die Herkunft de für die Elektrolyse verwendeten erneuerbaren Energie. Sind alle Anforderungen erfüllt, wird ein Zertifikat ausgestellt.

Sobald die Anlage in Betrieb ist, führt Bureau Veritas vor Ort ein Verifizierungsaudit durch, um sicherzustellen, dass die Kriterien des Zertifizierungssystems eingehalten werden. Der Umfang dieser Prüfung umfasst die Produktion von Wasserstoff durch Elektrolyse, einschließlich der Speicherung des Wasserstoffs.

Des Weiteren beinhaltet sie die Prozess- und Arbeitssicherheit und definiert Nachhaltigkeitsanforderungen wie Umweltauswirkungen und Wasserbeschaffung. Die Berechnung des Kohlenstoff-Fußabdrucks (Carbon Footprint) basiert auf einer Methode zur Lebenszyklusanalyse, die auch die vorgelagerten Emissionen einbezieht.

Diese ergeben sich aus der Herkunft des verwendeten Stroms und des Wasserentsalzungsprozesses Sind alle Kriterien erfüllt, wird ein Zertifikat für die in Betrieb befindliche Produktionsanlage für erneuerbaren Wasserstoff ausgestellt.

Nachweis für Sicherheit und Nachhaltigkeit: „Transparenz für alle Beteiligten“

Nach der Überprüfung der Menge des von der zertifizierten Anlage produzierten Wasserstoffs folgt als letzter Schritt die Ausstellung des Labels. Das Label schreibt vor, dass die Anlage einen CO2 -Fußabdruck von weniger als 2 kg CO2-Äquivalent pro Kilogramm Wasserstoff aufweisen muss. Zur Aufrechterhaltung des Gütesiegels ist eine vierteljährliche Überprüfung der Wasserstoffproduktion und des Stromverbrauchs aus erneuerbaren Energien erforderlich.

Bureau Veritas plant, das Programm im Jahr 2023 auf grünen Ammoniak und kohlenstoffarmen Wasserstoff zu erweitern.

Joerg Gmeinbauer, Global Vice President, Power & Utilities bei Bureau Veritas, kommentiert:

„Unterschiedlichste Akteure der Energiewirtschaft haben Pläne für erneuerbare Wasserstoffanlagen angekündigt, die Energie im Gigawattbereich erzeugen sollen. Für viele dieser Projekte werden Transparenz und Glaubwürdigkeit von zentraler Bedeutung sein, um die erforderliche Vorfinanzierung für den Bau der Anlagen zu sichern.

 

Gleichzeitig wollen künftige Wasserstoffabnehmer sicherstellen, dass ihre Erwartungen in Bezug auf ESG, Sicherheit und Treibhausgasemissionen erfüllt werden. Mit der Einführung dieses Zertifizierungssystems wird Bureau Veritas eine Brücke schlagen und für alle Beteiligten Transparenz in beide Richtungen schaffen.“

 

(Quelle: Bureau Veritas/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Das neue Zertifizierungssystem soll den Ausbau von Produktionskapazitäten für erneuerbaren Wasserstoff unterstützen (Quelle: Pexels)

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