Uniper sprengt Kühlturm für H2-ready-Kraftwerk in Scholven

Uniper hat am 6. September einen Kühlturm im Kraftwerk Gelsenkirchen-Scholven gesprengt. Der Rückbau des Kohleblocks läuft bereits seit April 2024. Der Energiekonzern will dadurch am Standort Gelsenkirchen Platz für ein H₂-ready Gaskraftwerk schaffen. 

von | 17.09.25

Uniper hat Platz für Neues geschaffen: Am 6. September wurde der Kühlturm F im Kraftwerk Scholven gesprengt.
© Uniper
Uniper sprengt Kühlturm für H2-ready-Kraftwerk in Scholven
Uniper plant den Bau eines neuen Gaskraftwerks am Standort Gelsenkirchen-Scholven. Das Kraftwerk soll H₂-ready sein und perspektivisch vollständig mit Wasserstoff arbeiten können. Um Platz für das neue Gaskraftwerk zu schaffen, baut der Energiekonzern bereits seit April letzten Jahres den Kohleblock zurück. Am 6. September um 11:00 Uhr fand die Sprengung des 116 Meter hohen Kühlturms des Blocks F statt.

Dr. Lars Wiese, Kraftwerksleiter bei Uniper, betonte: „Die Sprengung ist ein sichtbares Zeichen für den Rückbau des früheren Kohlestandorts Scholven. Die Richtung heißt Dekarbonisierung, Versorgungssicherheit und Standortsicherung.”

Verantwortlich für die kontrollierte Sprengung war Sprengmeisterin Ulrike Matthes von der Thüringer Sprenggesellschaft. Im Vorfeld brachten die Sprengexperten 400 Bohrsprenglöcher im Kühlturm an. 60 Kilogramm Sprengstoff ließen dann das Bauwerk in sich zusammenfallen. Vertikalschlitze und Fallschlitze ermöglichten die präzise Fallrichtung und ließen die Überreste an der berechneten Stelle landen. Bereits 2008 sprengte Uniper die Kühltürme G und H mit derselben Technik.

Wasserstoff-Kraftwerk ersetzt Kohleblock

Ein 300-Meter-Sperrbereich sicherte die Sprengung zwischen 9:00 und 13:00 Uhr ab. Die Buerelter- und Feldhauser Straße waren während der Sprengung gesperrt. Uniper stimmte das Sicherheitskonzept mit Behörden, der Stadt Gelsenkirchen, dem Netzbetreiber Amprion und Nachbarunternehmen ab. Anwohner mussten nicht evakuiert werden.

Dr. Martin Hein, Rückbau-Leiter bei Uniper, kündigte weitere Maßnahmen an. Noch in diesem Jahr sollen die Sprengungen des Kesselhauses F und der REA-Anlage folgen. Für 2026 sind weitere Sprengungen auf dem Kraftwerksgelände vorgesehen.

Die 11.000 Tonnen Betonschutt will Uniper vor Ort zu Recyclingmaterial verwerten. Das Material dient zum Verfüllen der entstehenden Baugruben.

(Quelle: Uniper/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“

Vom Abgassystem zur Brennstoffzelle: Purem by Eberspächer bringt seine Erfahrung aus der Akustik- und Abgasreinigungstechnik gezielt in den Wasserstoffbereich ein. Im Interview erklärt Patrick Schaller, Product Director für Wasserstoffanwendungen und -komponenten, wie der De-Hydrator die Dampfbildung an Brennstoffzellenfahrzeugen reduziert und wie der Hydrogen Recirculation Blower (HRB) durch Rezirkulation von Wasserstoff die Effizienz steigert. Beide Technologien haben bereits erste Praxistests bestanden. Ende Oktober präsentiert Purem by Eberspächer beide Lösungen live auf der Hydrogen Technology World Expo in Hamburg.

mehr lesen
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen

Das Anlagenbauunternehmen Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA errichtet nach eigenen Angaben erstmals ein Montagezentrum für Elektrolysezellen in Europa. Der sogenannte „Assembly Hub“ liegt im portugiesischen Vila Nova de Gaia und soll 2028 den Betrieb aufnehmen. Beliefert werden sollen vor allem europäische Elektrolyseprojekte, darunter das Vorhaben „Onuba“.

mehr lesen
BMW-Werk in Leipzig erhält Anschluss an Wasserstoff-Kernnetz
BMW-Werk in Leipzig erhält Anschluss an Wasserstoff-Kernnetz

Das BMW Group Werk Leipzig soll ab dem ersten Halbjahr 2028 direkt über eine Pipeline mit Wasserstoff versorgt werden. Dafür hat Ende September der symbolische Baustart einer rund zwei Kilometer langen Leitung stattgefunden. Die Pipeline soll an das nationale Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden. Nach Angaben der BMW AG ist das Werk in Leipzig das erste Automobilwerk weltweit, das direkt per Pipeline mit Wasserstoff versorgt wird.

mehr lesen

H2 Talk

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"

Publikationen

Netzmeister 2023

Netzmeister 2023

Erscheinungsjahr: 2023

Für die Instandhaltung der Gas-, Wasser- und Fernwärmerohrnetze, die den mit Abstand größten Teil des Anlagevermögens von Versorgungsunternehmen ausmachen, trägt der Netzmeister die Verantwortung. Um den täglichen Anforderungen gerecht werden zu ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Erscheinungsjahr: 2022

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 2. Band stehen die Themen „Gebäudetechnik“ und „Messtechnik“ im Fokus. Das ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Erscheinungsjahr: 2021

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 1. Band werden die Herausforderungen dargestellt, die Wasserstoff an die Gasinfrastruktur und den ...

Zum Produkt