Bosch nimmt ersten Elektrolyseur mit Hybrion-Stacks in Betrieb

„Wasserstoff marsch“ heißt es ab sofort für Bosch: Das Unternehmen nimmt nach dem offiziellen Markteintritt im März zwei Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks (PEM = Protonen-Austausch-Membran) in einem Elektrolyseur am Bosch Standort Bamberg in Betrieb.

von | 06.11.25

Zwei Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks von Bosch sind in den Elektrolyseur integriert und können etwa eine Tonne Wasserstoff pro Tag erzeugen.
Quelle: Bosch
Bosch nimmt ersten Elektrolyseur mit Hybrion-Stacks in Betrieb

Mit einer Leistung von 2,5 Megawatt wandelt er Wasser mithilfe von erneuerbarem Strom in Wasserstoff und Sauerstoff um. Dabei erfüllt er die EU-Vorgaben für erneuerbaren Wasserstoff. Zugleich beginnt mit der Inbetriebnahme des Elektrolyseurs in Bamberg ein neues Kapitel. Er ist Teil einer ganzen Wasserstofflandschaft, in der unter anderem aufgezeigt wird, wie man Wasserstoff produzieren, speichern und weiterverwenden kann.

„Wasserstoff spielt eine Schlüsselrolle für eine klimaneutrale Welt, auf die wir uns in Deutschland und Europa gesellschaftlich verständigt haben, und eignet sich hervorragend als Energieträger. Er lässt sich klimaneutral erzeugen, speichern und transportieren – und zwar nahezu überall“, sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender des Geschäftssektors Mobility.

Vom Wasserstoff zur Energie – und zurück

Herzstück des Elektrolyseurs, den das Unternehmen FEST aus Goslar gebaut hat, sind zwei in Bamberg gefertigte Bosch Hybrion Elektrolyse-Stacks. Mit 1,25 Megawatt Leistung produziert jeder dieser Stacks rund 23 Kilogramm Wasserstoff pro Stunde. Unter Volllast kann der Elektrolyseur damit mehr als eine Tonne Wasserstoff pro Tag erzeugen. Mit dieser Menge schafft es ein elektrisch betriebener 40-Tonnen-Lkw mit einem Fuel Cell Power Module (FCPM) von Bosch bis zu 14.000 Kilometer weit.

Eben diese FCPM, ausgestattet mit einem Brennstoffzellenstack von Bosch, nimmt man in der Bamberger Wasserstofflandschaft in einem sogenannten Lifetime-Container in Dauerbetrieb, um sie auf ihre Haltbarkeit zu testen. Dafür strömt der Wasserstoff aus dem Elektrolyseur über ein Leitungsnetz in den Container. Der Prozess, der zuvor zur Erzeugung von Wasserstoff in den PEM-Elektrolyse-Stacks stattgefunden hat, wird in den Brennstoffzellen-Stacks der FCPM durch die Zuführung von Wasserstoff und Sauerstoff nun umgekehrt. Es entstehen Wasser und elektrische Energie.

Der durch die FCPM erzeugte Strom fließt zurück in den Elektrolyseur, um ihn zu testen und zugleich lokal Wasserstoff zu erzeugen. Die Tests im Lifetime-Container laufen rund um die Uhr und simulieren verschiedenste Einsatzszenarien, um die Langlebigkeit und Zuverlässigkeit der Brennstoffzellen-Antriebssysteme zu gewährleisten. Bereits 2023 erfolgte der Serienstart des FCPM im Bosch Werk Stuttgart-Feuerbach. Und erst kürzlich wurde es für den renommierten Deutschen Zukunftspreis des Bundespräsidenten nominiert.

Bosch bringt Wasserstofftechnologie in Serie

„Bosch kann Wasserstoff, und das in Serie“, erklärt dazu Thomas Pauer, Vorsitzender des Geschäftsbereichs Power Solutions. „Wir sind frühzeitig in das Thema eingestiegen, in Vorleistung gegangen und stehen mit marktreifen, technischen Lösungen parat. Dazu gehört auch unser Fuel Cell Power Module. Dass wir damit für den Deutschen Zukunftspreis nominiert wurden, zeigt, dass Bosch hier Spitzentechnologie liefert. Das gilt im Bereich der Brennstoffzelle ebenso wie in der Elektrolyse.“

Eine zweite Teststation gibt es in Bamberg auch für die im dortigen Werk gefertigten Hybrion PEM-Elektrolyse-Stacks. So stellt Bosch vor der Auslieferung der Stacks an Kunden sicher, dass sie ihre Leistung und Effizienz unter realen Betriebsbedingungen sicher erreichen. Hierfür werden etwa verschiedene Lastprofile simuliert, um die Reaktion jedes Stacks auf elektrische Schwankungen zu prüfen. Zudem wird jeder Hybrion Stack vor der Auslieferung aktiviert, damit er beim Kunden sofort einsatzbereit ist. Ein weiterer Teil der Wasserstofflandschaft ist der 21 Meter hohe Wasserstoff-Tank. Dort lässt sich Wasserstoff aus der Elektrolyse bei bis zu 50 bar speichern.

2025 hat Bosch seine ersten Meilensteine in der Elektrolyse-Technik bereits erreicht. Nach dem Marktstart im Frühjahr sind die Auslieferungen an verschiedene Kunden und Partner gestartet. Dazu zählen etwa die Unternehmen IMI, Kyros Hydrogen Solutions, Neuman & Esser sowie Pietro Fiorentini und seine Tochtergesellschaft Hyter.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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