Cuxhaven: Elektrolyseur produziert grünen Wasserstoff für Schiffe

Seit einer Woche produziert ein 2-MW-Elektrolyseur der Turneo GmbH in Cuxhaven grünen Wasserstoff für die Schiffahr. Das Gemeinschaftsunternehmen der Hamburger Karlsson GmbH und der EWE produziert den Treibstoff für das erste von vier geplanten Schiffen einer Versorgerflotte, die zur Bohr- und Förderinsel Mittelplate des Gaskonzerns Wintershall Dea gehört.

von | 22.11.23

(v.l.n.r.): Turneo-CEO Jochen Kaufholt, Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies, Tobias Moldenhauer (EWE), Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer und Robert Frimpong (Wintershall Dea)
© Ilka Andreeßen/EWE
© Ilka Andreeßen/EWE

22. November 2023 | Seit einer Woche produziert ein 2-MW-Elektrolyseur der Turneo GmbH in Cuxhaven grünen Wasserstoff für die Schiffahrt. Das Gemeinschaftsunternehmen der Hamburger Karlsson GmbH und der EWE beliefert damit das erste von vier geplanten Schiffen einer Versorgungsflotte, die zur Bohr- und Förderinsel Mittelplate des Gaskonzerns Wintershall Dea gehört.

Wasserstoffproduktion für den Schiffsverkehr: Das ist die Idee des Projekts H2Move. Das nun mit einem Wasserstoffhybridantrieb verkehrende Schiff „Coastal Liberty“ transportiert Personen und Material zwischen Cuxhaven und der Bohr- und Förderinsel Mittelplate. Der in Cuxhaven erzeugte Wasserstoff wird in Tanktrailern auf das Mittelplate-Schiff Coastal Liberty gebracht, wo ihn eine Brennstoffzelle in Strom umwandelt. Anschließend wird der Strom in Akkus gespeichert, die den Elektromotor des Schiffes antreiben.

2-MW-Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff (Quelle: Ilka Andreeßen/EWE)

2-MW-Anlage zur Erzeugung von grünem Wasserstoff (Quelle: Ilka Andreeßen/EWE)

An der offiziellen Inbetriebnahme der Anlage sowie der auf Wasserstoffhybridantrieb umgerüsteten „Coastal Liberty“ nahmen unter anderem Turneo-Geschäftsführer Jochen Kaufholt, Tobias Moldenhauer, Leiter Wasserstoff bei EWE, Robert Frimpong, Leiter der Wintershall für Dea Deutschland, Cuxhavens Oberbürgermeister Uwe Santjer sowie Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies teil.

Die von dem Schiff angefahrene Lagerstätte Mittelplate ist laut Inhaber Wintershall Dea das wichtigste Erdölvorkommen Deutschlands. Sie liegt in 2.000 bis 3.000 m Tiefe unter der Nordsee am südlichen Rand des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer. Dass die Schiffe der Versorgungsflotte auf einen Wasserstoff Hybridantrieb umrüstbar sind, hatte Wintershall Dea im Oktober 2020 ermittelt.

„Guter Tag für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland“

Perspektivisch soll die Anlage auch Wasserstoff für weitere Schiffe und eine Wasserstofftankstelle in Cuxhaven produzieren und so „den Grundstein für eine landseitige Wasserstoffmobilität in Cuxhaven“ legen. Für das Projekt H2Move habe es „politischen Rückenwind und die Unterstützung der Stadt Cuxhaven“ gegeben:

„Ich denke, das ist ein guter Tag für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Deutschland und damit für den Klimaschutz“, so Turneo-Geschäftsführer Jochen Kaufholt.

Der in Oldenburg ansässige Energiekonzern EWE betreibt mehrere Vorhaben zur Produktion und Speicherung von Wasserstoff. Das Cuxhaven-Projekt sei ein gutes Beispiel für die regionale Herstellung von Wasserstoff und dessen Anwendung im Mobilitätssektor, so EWE-Vorstand Tobias Moldenhauer.

Wasserstoffhochlauf braucht Investitionen

Robert Frimpong, Leiter der Wintershall Dea Deutschland, schloss sich Moldenhauer an. Die Umrüstung des Versorgungsschiffes sei ein wichtiger Schritt zum Schutz des Nationalparks und Weltnaturerbes. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies erklärte:

„Für den erfolgreichen Hochlauf unserer Wasserstoffwirtschaft müssen wir jetzt in den Aufbau des Marktes investieren. Das heißt: Wir brauchen verlässliche Produzenten und Abnehmer von Wasserstoff. Und das erfordert innovationsfreudige Unternehmen, die mutig in die Zukunft investieren. Turneo, EWE und Wintershall Dea sind genau solche Unternehmen, die den Transformationsprozess hin zu den regenerativen Energieträgern gestalten.“

 

(Quelle: EWE/2023)

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