EWE-Marktabfrage zeigt großen Speicherbedarf für Wasserstoff

Eine Marktabfrage der EWE-Tochter EWE Gasspeicher zeigt, dass erheblicher Bedarf für die Wasserstoffspeicherung besteht – weit größer, als das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in Zukunftsszenarien bestimmte.

von | 08.11.23

In Rüdersdorf bei Berlin forscht EWE an seiner hausgroßen Testkaverne für die Übertragbarkeit auf größere Kavernenspeicher
© atha_lintar - stock.adobe.com

08. November 2023 | Eine Marktabfrage der EWE-Tochter EWE Gasspeicher mit Wasserstoff-Erzeugungsunternehmen, -Händlern und -Kraftwerksbetreibern zeigt, dass erheblicher Bedarf für die Wasserstoffspeicherung besteht. Er sei deutlich größer, als das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) in Zukunftsszenarien bestimmt hatte.

Mitte September hatte die EWE Gasspeicher ihre Bedarfsabfrage für die Speicherung von Wasserstoff in Deutschland gestartet. Mehr als 30 Registrierungen hat EWE bei der deutschlandweit ersten Abfrage dieser Art von Wasserstoff-Erzeugungsunternehmen, -Händlern und -Kraftwerksbetreibern gezählt. Das Ergebnis: Der Speicherbedarf von Wasserstoff übersteige die angenommenen Werte aus den Langfristszenarien des BMWK im Jahr 2030 deutlich und zeige, dass auch ein schneller Hochlauf des Wasserstoffspeichermarktes nötig und unumgänglich ist.

Peter Schmidt, Geschäftsführer der EWE Gasspeicher GmbH sagte zur Resonanz auf die Marktabfrage: „Wir sind mit dem Ergebnis der ersten Marktabfrage zur Wasserstoffspeicherung sehr zufrieden. Es hat unsere Erwartungen übertroffen. Die Umfrage hat deutlich gemacht, dass erheblicher Bedarf besteht, Wasserstoff zukünftig in großen Mengen speichern zu können.“

Für EWE sei die Erhebung vor allem wichtig, um Speicherkapazitäten für Wasserstoff entsprechend dem Kundenbedarf hinsichtlich Flexibilität und Liefersicherheit entwickeln zu können. Es seien dynamischere Ein- und Ausspeicherzyklen als bei der konventionellen Erdgasspeicherung notwendig sowie eine anschließene Wasserstofftrocknung. Am Ergebnis der Umfrage ausgerichtet plane EWE daher den Aufbau entsprechender Speicherkapazitäten für Wasserstoff in unterirdischen Kavernenspeichern.

Wasserstoffspeicher im Nordwesten

EWE

Die Salzkaverne in Rüdersdorf mit bis zu 1.000 m Tiefe (© EWE)

Als Basis für eine großvolumige Speicherung ist der Nachweis nötig, dass Wasserstoff sicher gelagert werden kann. EWE hat dafür in Rüdersdorf bei Berlin mit dem Projekt HyCAVMobil den ersten Untertage-Speicher gebaut und dort Ende Oktober erstmals Wasserstoff eingespeichert. Nun laufen die Forschungsarbeiten für die Übertragbarkeit auf große Kavernenspeicher.

Mit dem verbindenden Großprojekt „Clean Hydrogen Coastline“ will EWE eine Wasserstoffwirtschaft im Nordwesten Deutschlands aufbauen. Für eine Förderung hatte sich der Energiedienstleister im Februar 2021 im Rahmen des europäischen IPCEI-Programmes (Important Project of Common European Interest) beworben, die aktuell auf europäischer Ebene geprüft werde. Neben der Erzeugung, dem Transport und der Anwendung von Wasserstoff – vor allem im Industrie- und Verkehrssektor – gehöre eben auch die Speicherung von Wasserstoff zum Projekt, denn anders als Strom, lässt sich Wasserstoff in großem Maßstab speichern, insbesondere in unterirdischen Salzkavernen.

„Beim Aufbau dieser für den Wasserstoffhochlauf essenziell notwendigen Infrastruktur blickt EWE auf jahrzehntelange Erfahrung in der Gasspeicherung zurück. Mit dieser Erfahrung und den entsprechenden geologischen Voraussetzungen in Nordwestdeutschland ist EWE prädestiniert dafür, diese Speicherinfrastruktur aufzubauen und auch damit den Wasserstoffhochlauf in Deutschland und Europa aktiv mitzugestalten“, erläutert Peter Schmidt.

(Quelle: EWE/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Siemens digitalisiert 100-MW-Wasserstoffanlage in Portugal
Siemens digitalisiert 100-MW-Wasserstoffanlage in Portugal

Der Technologiekonzern Siemens AG digitalisiert die geplante 100-MW-Anlage „GalpH2Park“ des Energieunternehmens Galp Energia SGPS S.A. im portugiesischen Sines. Mithilfe eines digitalen Prozesszwillings soll die Hydrogen Performance Suite (HPS) die Produktionsplanung und den Energieeinkauf optimieren. Laut Siemens sind dadurch Energieeinsparungen von bis zu 15 Prozent möglich. Nach eigenen Angaben wird die Anlage eine der größten Anlagen für erneuerbaren Wasserstoff in Europa sein.

mehr lesen
Tesa bezieht Wasserstoff von EWE aus Emden
Tesa bezieht Wasserstoff von EWE aus Emden

Der Energieversorger EWE AG und der Klebeband-Hersteller Tesa SE haben Anfang Oktober einen Liefervertrag über jährlich 500 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff unterzeichnet. Ab 2028 soll der H2 aus Emden das Tesa Werk Hamburg versorgen und die CO2-Emissionen dort um rund 6.000 Tonnen pro Jahr senken. Eingesetzt werden soll der Wasserstoff im Werk für die Dampferzeugung.

mehr lesen
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“

Vom Abgassystem zur Brennstoffzelle: Purem by Eberspächer bringt seine Erfahrung aus der Akustik- und Abgasreinigungstechnik gezielt in den Wasserstoffbereich ein. Im Interview erklärt Patrick Schaller, Product Director für Wasserstoffanwendungen und -komponenten, wie der De-Hydrator die Dampfbildung an Brennstoffzellenfahrzeugen reduziert und wie der Hydrogen Recirculation Blower (HRB) durch Rezirkulation von Wasserstoff die Effizienz steigert. Beide Technologien haben bereits erste Praxistests bestanden. Ende Oktober präsentiert Purem by Eberspächer beide Lösungen live auf der Hydrogen Technology World Expo in Hamburg.

mehr lesen

H2 Talk

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"

Publikationen

Netzmeister 2023

Netzmeister 2023

Erscheinungsjahr: 2023

Für die Instandhaltung der Gas-, Wasser- und Fernwärmerohrnetze, die den mit Abstand größten Teil des Anlagevermögens von Versorgungsunternehmen ausmachen, trägt der Netzmeister die Verantwortung. Um den täglichen Anforderungen gerecht werden zu ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Erscheinungsjahr: 2022

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 2. Band stehen die Themen „Gebäudetechnik“ und „Messtechnik“ im Fokus. Das ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Erscheinungsjahr: 2021

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 1. Band werden die Herausforderungen dargestellt, die Wasserstoff an die Gasinfrastruktur und den ...

Zum Produkt