Die drei Fernleitungsnetzbetreiber haben eine Rahmenvereinbarung für den Leitungsabschnitt NRW des Wasserstoff-Leitungsprojekts Emsbüren-Dorsten geschlossen. Die Vereinbarung bildet die Grundlage für den Rechtserwerb bei Eigentümern und Bewirtschaftern landwirtschaftlicher Flächen. Sie legt gemeinsame Leitlinien fest und schafft damit einen einheitlichen Rahmen für die anstehenden Gespräche vor Ort.
Projektleiter Hubert Jesolowitz bezeichnet die Vereinbarung als Meilenstein für das Projekt. Er kündigt persönliche Gespräche mit den betroffenen Eigentümern und Bewirtschaftern an. WLV-Präsident Hubertus Beringmeier verweist auf einen konstruktiven Austausch zwischen Verband und Vorhabenträger. Ziel sei eine verlässliche und transparente Grundlage für die Mitglieder des Verbands.
Im November 2026 plant Thyssengas mehrere Informationsveranstaltungen für Eigentümer und Bewirtschafter im Leitungsabschnitt NRW. Dort stellen Thyssengas und WLV die Rahmenvereinbarung vor und informieren über die nächsten Schritte im Rechtserwerb. Die Veranstaltungen bieten zudem Raum für offene Fragen mit dem Projektteam.
Neue Leitung verbindet Kernnetz im Emsland und Ruhrgebiet
Thyssengas und OGE bauen zwischen Emsbüren und Dorsten eine rund 100 Kilometer lange Wasserstoffleitung. Sie verbindet geplante Wasserstoff-Kernnetzprojekte im Emsland und in der Ruhrregion. Die Leitung ist Teil des Nord-Süd-Korridors, über den Wasserstoff von der Nordseeküste und aus den Niederlanden Richtung Ruhrgebiet transportiert werden soll.
Thyssengas bereitet derzeit die Unterlagen für die Planfeststellungsverfahren in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen vor. Die Antragsabgabe ist für Anfang 2027 vorgesehen. Der Fernleitungsnetzbetreiber plant außerdem die Wasserstoff-Anbindung des Raums Neuss/Düsseldorf-West.
KfW IPEX-Bank finanziert Netzumbau
Die KfW IPEX-Bank stellt Thyssengas im Rahmen einer revolvierenden Kreditlinie 130 Millionen Euro zur Verfügung. Einen Kreditrahmen, den Thyssengas bei Bedarf wiederholt nutzen kann. Die Mittel finanzieren Investitionen in der anstehenden Transformationsphase des Unternehmens. Sie unterstützen den Ausbau der Infrastruktur und schaffen eine langfristige Finanzierungsbasis für die Versorgungssicherheit und die schrittweise Umstellung des Netzes auf Wasserstofftransport.
Aida Welker, Mitglied des Vorstands der KfW IPEX-Bank, verweist auf die langjährige Geschäftsbeziehung zu Thyssengas. Die Finanzierung trage zur Versorgungssicherheit in Deutschland und zum Erreichen der Klimaziele bei.
Thyssengas-Netz mit Anbindung an Nachbarländer
Thyssengas betreibt mit 4.400 Kilometern eines der größten Ferngasnetze Deutschlands. Das Netz liegt vor allem in Nordrhein-Westfalen und in Teilen Niedersachsens. Über das Netz transportiert das Unternehmen jährlich rund sechs Milliarden Kubikmeter Erdgas und Biogas an Stadtwerke, Industrieanlagen und Kraftwerke. Eigentümer von Thyssengas ist der Macquarie Super Core Infrastructure Fund (MSCIF), verwaltet von Macquarie Asset Management.
Das Netz ist an nationale und internationale Fernleitungsnetzbetreiber angebunden. Es bestehen Verbindungen nach Belgien, in die Niederlande sowie zu den Nordsee-Pipelines aus Norwegen. Zudem ist Thyssengas an zentrale Speicheranlagen in Deutschland angeschlossen.
Nordrhein-Westfalen zählt zu den Regionen mit den meisten CO₂-Emittenten, die auf Wasserstoff umstellen sollen. Thyssengas betreibt eines der größten Empfangsnetze Deutschlands für Wasserstoffimporte. Der Transport erfolgt per Pipeline, vor allem aus den Niederlanden und Norwegen, sowie vorgelagert per Schiff, insbesondere über Rotterdam und LNG-Terminals in Norddeutschland, die zu einem späteren Zeitpunkt auf Wasserstoff umgestellt werden sollen. Der Anteil von Thyssengas am deutschen Wasserstoff-Kernnetz liegt bei über 12 Prozent.











