Five measures are intended to accelerate the rollout of hydrogen

Wie kann der Wasserstoffhochlauf vorangetrieben werden? Dieser Frage hat sich der Elektrolyseur-Hersteller Quest One GmbH gewidmet und fünf Handlungsempfehlungen für den Hochlauf in Deutschland und Europa formuliert. Im Mittelpunkt dabei stehen Netzentgelte, Korrelationsregeln und die Verankerung von „Made in EU" in Förderinstrumenten.

by | July 28, 2026

Grüner Wasserstoff soll dabei helfen, die europäische Energieabhängigkeit zu reduzieren.
© Adobe Stock / malp
Fünf Maßnahmen sollen Wasserstoffhochlauf voranbringen

Ausgangspunkt sei die laut Quest One strukturelle Energieabhängigkeit Europas: Knapp 60 Prozent des europäischen Energiebedarfs werden durch Importe gedeckt. Überwiegend Öl und Erdgas würden importiert, zu einem großen Teil aus geopolitisch sensiblen Regionen. Das mache die europäische Energieversorgung anfällig für politische Konflikte, Marktverwerfungen und Preissprünge. Allein zwischen 2021 und 2024 seien durch die russische Invasion der Ukraine zusätzliche Kosten von rund 930 Milliarden Euro für fossile Brennstoffimporte in Europa entstanden.

Michael Meister, CEO von Quest One, sagte dazu: „Die vergangenen Jahre haben deutlich gemacht, wie verwundbar Europas Energiesystem durch externe Abhängigkeiten ist. Energiepolitik ist längst auch Sicherheitspolitik. Eine nachhaltige Lösung kann nur darin bestehen, Energie stärker in Europa selbst zu erzeugen und Wertschöpfung hier zu halten.“

Grüner H2 soll Energieabhängigkeit reduzieren

Gleichzeitig stehe das Energiesystem selbst unter wachsendem Druck: Der steigende Anteil fluktuierender erneuerbarer Energien treffe auf regionale Engpässe und steigende Redispatch-Kosten. Grüner Wasserstoff könne hier als Instrument dienen, um sowohl die Energieabhängigkeit zu reduzieren als auch die Versorgungssicherheit zu stärken.

So könnte auf nationaler Ebene jedes Land selbst grünen H2 produzieren und damit die Integration erneuerbarer Energien vorantreiben. Regionen mit günstigen erneuerbaren Ressourcen könnten zudem Wasserstoff für industrielle Zentren in anderen EU-Ländern bereitstellen. Neue Exportländer wie Kanada, Indien oder Chile trügen darüber hinaus auf dem globalen Energiemarkt zur Diversifizierung der Versorgung bei.

Meister erklärte weiter: „Grüner Wasserstoff ist ein strategisches Instrument für mehr Souveränität, Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität.“

Netzentgelte und Korrelationsregeln als zentrale Stellschrauben

Der Wasserstoffhochlauf ist laut Quest One eine energie- und industriepolitische Aufgabe. Das Unternehmen hat auf dieser Grundlage fünf konkrete Handlungsempfehlungen für Politik und Regulierung ausgearbeitet, die darauf abzielen, den Hochlauf voranzubringen. Erstens sollten Elektrolyseure auch nach 2029 von Netzentgelten entlastet bleiben. Zudem sollen sie vergütet werden, wenn sie netzdienlich betrieben werden. Damit würden die Systemkosten gesenkt.

Zweitens spricht sich Quest One für den Erhalt der monatlichen Korrelation zwischen der Erzeugung erneuerbarer Energien und der Elektrolyse aus. Denn die ab 2030 geplante stundengenaue Korrelation (Hourly Matching) auf europäischer Ebene führe dazu, dass Elektrolyseure mit niedrigerem Kapazitätsfaktor betrieben würden. Dadurch sinke die Produktionsmenge an Wasserstoff, womit in vielen Fällen keine Wirtschaftlichkeit mehr gegeben sei.

Drittens fordert das Unternehmen eine Lockerung des Zusätzlichkeitskriteriums. Das Kriterium schreibt ab 2028 vor, dass für Elektrolyse ausschließlich Grünstrom aus neu gebauten Anlagen genutzt werden darf. Damit würden Kosten und Planungszeiträume für Neuprojekte ansteigen und zugleich situative Flexibilität im Elektrolysebetrieb während Stromspitzen verhindert. Insbesondere ältere Bestandsanlagen, die nach 20 Jahren aus der Förderung fallen, könnten durch die Versorgung von Elektrolyseuren einen neuen Absatzmarkt erschließen.

„Made in EU“ und Technologiestandards als weitere Forderungen

Viertens plädiert Quest One für eine systematische Verankerung des Prinzips „Made in EU“ in regulatorischen Rahmenwerken: vom geplanten Industrial Accelerator Act bis hin zu nationalen Förderinstrumenten wie dem Wasserstoffbeschleunigungsgesetz. Technologische Souveränität reduziere Abhängigkeiten von geopolitisch unsicheren Lieferketten und schütze vor möglichen Fremdeingriffen in kritische Infrastruktur.

Fünftens fordert das Unternehmen technische Standards, etwa zu Stack-Durchlässigkeit oder Gasreinheit. Klare Standards schafften Orientierung und dienten als Grundlage für Investitions- und Betriebsentscheidungen.

 

(Source: Quest One GmbH/2026)

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