Für US-Kunden: Bosch startet Serienproduktion von Brennstoffzellen

Bosch hat am Standort Stuttgart-Feuerbach mit der Serienfertigung seines Brennstoffzellen-Antriebssystems begonnen. Pilotkunde ist das US-Unternehmen Nikola mit seinem Brennstoffzellen-Lkw. Er soll im dritten Quartal 2023 auf den nordamerikanischen Markt kommen.

von | 17.07.23

Fertigung des Fuel Cell Power Modules im Werk Feuerbach
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17. Juli 2023 | Bosch hat am Standort Stuttgart-Feuerbach mit der Serienfertigung seines Brennstoffzellen-Antriebssystems begonnen. Pilotkunde ist das US-Unternehmen Nikola mit seinem Brennstoffzellen-Lkw. Er soll im dritten Quartal 2023 auf den nordamerikanischen Markt kommen.

Das Bosch-Werk in Bamberg liefert den Brennstoffzellen-Stack für die Feuerbacher Fertigung zu. Aus dem Werk Homburg stammen Systemkomponenten wie der elektrische Luftkompressor oder das Rezirkulationsgebläse. Parallel zu Feuerbach läuft eine Fertigung für das Brennstoffzellen-Antriebssystem im chinesischen Chongqing an – hierfür kommen die nötigen Komponenten aus dem Werk in Wuxi. Zudem plant Bosch, Stacks für mobile Anwendungen im US-Werk Anderson, South Carolina, zu fertigen.

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Innenansicht eines wasserstoffbetriebenen Lkws (Quelle: Bosch)

Die weiteren Erfolgsaussichten für das Wasserstoff-Geschäft seien an die politischen Rahmenbedingungen geknüpft. Vor allem Europa müsse nach Ansicht von Dr. Stefan Hartung, Vorsitzender der Geschäftsführung der Robert Bosch GmbH weit mehr tun, um ein Gegengewicht zur starken Dynamik in anderen Weltregionen wie zum Beispiel den USA zu schaffen.

Konkret formulierte der Bosch-Vorsitzende vier Forderungen an die deutsche und europäische Politik: „Erstens müssen wir die H₂-Erzeugung in der Europäischen Union forcieren, zweitens internationale Lieferketten etablieren und drittens Wasserstoff in allen Wirtschaftssektoren einsetzen.“

Ganz wichtig sei schließlich, dass in Europa schnell Infrastruktur für die Wasserstoff-Verteilung entstehe.

Investitionen in Wasserstoff-Technologien

Insgesamt investiert Bosch von 2021 bis 2026 nahezu 2,5 Mrd. € in die Entwicklung und Fertigung seiner H₂-Technologien. Das ist noch einmal eine Mrd. € mehr, als es der Investitionsplan für den Zeitraum 2021 bis 2024 vorgesehen hatte.

Neben dem Brennstoffzellen-Antrieb arbeitet Bosch am Wasserstoff-Motor und entwickelt dafür sowohl eine Saugrohr- als auch eine Direkteinblasung von Wasserstoff. Geeignet ist diese Lösung vor allem für schwere Fahrzeuge, die über längere Zeit mit besonders hohen Lasten unterwegs sind. Ein Vorteil sei, dass sich mehr als 90 % bestehender Entwicklungs- und Fertigungstechnologien dafür nutzen lassen. Auf den Markt kommt der H₂-Motor voraussichtlich 2024.

„Der H₂-Motor kann alles, was der Diesel kann, jedoch CO₂-neutral. Zudem ermöglicht er einen schnellen und kostengünstigen Einstieg in den mobilen Wasserstoff-Einsatz“, sagt Dr. Markus Heyn, Bosch-Geschäftsführer und Vorsitzender von Bosch Mobility.

In diesem Video stellt Bosch die Funktionsweise des Brennstoffzellenfahrzeugs dar:

Und Boschs Pläne gehen über den mobilen Markt hinaus: Eine Förderzusage in Höhe von 160 Mio. € für stationäre Brennstoffzellen hatte der Konzern erst letzte Woche bekanntgegeben.

(Quelle: Bosch/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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