Gasunie und SH Netz planen Wasserstoffnetz in Schleswig-Holstein

Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie und die Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) haben eine Vereinbarung zum Aufbau eines Wasserstoffnetzes in Schleswig-Holstein unterzeichnet. Die Planungen sind Teil des Hyperlink-Projektes von Gasunie, das einen Wasserstofftransport zwischen Dänemark, Norddeutschland und den Niederlanden ermöglichen soll.

von | 18.10.23

Unterzeichnung der Wasserstoff-Vereinbarung: Dr. Benjamin Merkt (SH Netz) und Britta van Boven (Gasunie), von links: Bert Kiewiet (Gasunie), Justus-Benedikt Dünzen (SH Netz) und Matthias Schulz (Gasunie).
Bildquelle: Gasunie Deutschland
SH Netz

17. Oktober 2023 | Fernleitungsnetzbetreiber Gasunie und die Schleswig-Holstein Netz AG (SH Netz) haben eine Vereinbarung zum Aufbau eines Wasserstoffnetzes in Schleswig-Holstein unterzeichnet. Die Planungen sind Teil des Hyperlink-Projektes von Gasunie, das einen Wasserstofftransport zwischen Dänemark, Norddeutschland und den Niederlanden ermöglichen soll.

Der hannoversche Netzbetreiber Gasunie Deutschland will im Rahmen seines Hyperlink-Projekts einen „Wasserstoff-Highway“ zwischen Dänemark, Nord- und Westdeutschland sowie den Niederlanden schaffen. In der Zusammenarbeit mit SH Netz sollen wichtige Industriestandorte des Landes Schleswig-Holstein wie Brunsbüttel an das künftige Wasserstoffnetz angeschlossen werden.

Britta van Boven, Geschäftsführerin Gasunie Deutschland, erklärt: „Indem wir Hyperlink mit einer bereits bestehenden, für den Betrieb von Wasserstoff umgestellten Leitung der SH Netz verbinden, können wir einen wichtigen Industriestandort wie Brunsbüttel in das Wasserstoff-Netzwerk einbinden“. In Brunsbüttel könnten durch Integration eines Wasserstoff-Empfangsterminals zusätzliche Offshore-Wasserstoffimporte gesichert werden.

Schleswig-Holstein kommt beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft eine zentrale Rolle zu, denn das Bundesland verfügt über ein hohes Potenzial an erneuerbaren Energien – sowohl onshore als auch offshore. Für die Unternehmen des Landes bestehe ein großer Bedarf an nachhaltiger Energie. Als Schlüsseltechnik für die Energiewende sei es schon heute wichtig, die Grundlagen für eine wasserstofffähige Netzinfrastruktur zu legen. Auch, wenn sich der Aufbau einer Wasserstoffwirtschaft in Schleswig-Holstein derzeit noch in den Anfängen befinde, sagt Dr. Benjamin Merkt, Vorstand Netztechnik bei SH Netz.

Hyperlink-Phase 3 soll eine Verbindung mit dem dänischen Wasserstoffnetz herstellen und den Import von grünem, in Dänemark produziertem Wasserstoff ermöglichen (Quelle: Gasunie)

Hyperlink-Phase 3 soll eine Verbindung mit dem dänischen Wasserstoffnetz herstellen und den Import von grünem, in Dänemark produziertem Wasserstoff ermöglichen (Quelle: Gasunie)

Der Wasserstoff-Highway von Hyperlink

Gasunie Deutschland treibt den Wasserstoffmarkt voran, indem sie Angebot und Nachfrage nach Wasserstoff miteinander verbindet und die notwendige Infrastruktur bereitstellt. Für die Entwicklung ihrer Wasserstoffaktivitäten in Deutschland ist die Gasunie Energy Development GmbH zuständig. Das Projekt befindet sich inmitten der Umsetzungsphase – die erste Umstellung einer Gasleitung auf Wasserstoff war ein 54 km langer Abschnitt zwischen Bremen und Hamburg im Januar 2023.

Phase 3 von Hyperlink soll vom Wasserstoff-Untergrundspeicher im dänischen Lille Torup durch Schleswig-Holstein bis nach Heidenau bei Hamburg reichen. Auf den 198 km Leitung ist eine Übertragungskapazität von 2,5 bis 8,6 GW. Hyperlink 3 ist ein PCI (Projects of Common Interest).

Van Boven zum Projekt: „Mit Hyperlink errichten wir in Norddeutschland den Wasserstoff-Highway zwischen den Niederlanden und Dänemark. Bereits Ende 2028 soll der Leitungsabschnitt zwischen Ellund und dem Raum Hamburg in Betrieb gehen – dann gelangt zum ersten Mal grüner Wasserstoff aus Dänemark nach Schleswig-Holstein.

(Quelle: Hansewerk/2023)

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