H2 aus Hamburg: Offizieller Startschuss für Elektrolyse und Pipelines

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck hat am 19. August Hamburg besucht, um den Fortschritt der Wasserstoffinfrastruktur zu begutachten. Auf dem Gelände des ehemaligen Kraftwerks Moorburg übergab er zudem die IPCEI-Förderbescheide von Bund und Land für zwei Großprojekte: den Hamburg Green Hydrogen Hub (HGHH) und das Hamburger Wasserstoff-Industrie-Netz (HH-WIN). Mit über 250 Millionen Euro will die Stadt nun einen 100-MW-Elektrolyseur sowie ein bis zu 60 km langes H2-Pipelinenetz errichten.

von | 30.08.24

Bundesminister Habeck montierte symbolisch eine Wasserstoffleitung, die den Elektrolyseur mit dem Wasserstoff-Verteilnetz verbindet
Foto: © Hamburger Energiewerke
Hamburg

Der HGHH (Hamburg Green Hydrogen Hub), ein Gemeinschaftsprojekt der Hamburger Energiewerke und Luxcara, umfasst einen 100-MW-Elektrolyseur zur Produktion von grünem Wasserstoff. Der Baubeginn ist für 2025 geplant, wobei der Rückbau des alten Kohlekraftwerks samt Flächenvorbereitung seit Oktober 2023 in vollem Gange ist.

Das Projekt HH-WIN vom lokalen Verteilnetzbetreiber Gasnetz Hamburg sieht den Bau eines zunächst 40, später 60 Kilometer langen Wasserstoffnetzes vor. Die ersten Bauarbeiten haben bereits begonnen, unter anderem mit einem Tunnelvortrieb unter dem Altenwerder Hauptdeich und der Hafenbahn.

Erst Mitte Juli hatte Habeck in Berlin die Förderung der beiden Wasserstoff-Großprojekte durch den Bund und die Hansestadt mit einer Fördersumme von über 250 Millionen Euro bekannt gegeben. Zuvor hatte die EU-Kommission Mitte Februar die beihilferechtliche Genehmigung für die Förderung der beiden IPCEI-Vorhaben erteilt.

„H2 in HH“ ab 2027

Elektrolyseur und Pipelines sollen 2027 den Betrieb aufnehmen und dann zur Dekarbonisierung des Hamburger Hafens und der Industrie beitragen. Das Wasserstoffnetz wird verschiedene Industrieareale in Hamburg verbinden. Auch eine Anbindung an das überregionale Wasserstoff-Fernleitungs- oder „Kernnetz“ wollen die Betreiber ermöglichen.

Die Projekte gelten als wichtiger Schritt zur Schaffung einer Wasserstoffwirtschaft am Industriestandort Hamburg. Bundesminister Habeck betonte, dass der Standort Moorburg zu einem zentralen Punkt für die Dekarbonisierung der Industrie und des Energiesektors in Hamburg und Deutschland werden solle.

Hamburgs Wirtschaftssenatorin Dr. Melanie Leonhard hob die Bedeutung einer verlässlichen Energieversorgung für „Europas größten zusammenhängenden Industriestandort“ hervor. Umweltsenator Jens Kerstan unterstrich, dass Hamburg bundes- und europaweit zu einem wichtigen Wasserstoff-Zentrum werde, da die Stadt über alle Stufen der Wertschöpfungskette einen integrierten Ansatz verfolge: von der Wasserstoffproduktion über Importstrukturen und eine Leitungsinfrastruktur bis hin zu bedeutenden Abnehmern in der Industrie.

Hamburg

Arbeiten am Leitungsbau für das Hamburger Wasserstoff-Industrienetz in der Moorburger Straße (Quelle: Gasnetz Hamburg)

(Quelle: Gasnetz Hamburg/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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