Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff: Bund und Land erhöhen Förderung

Mit dem Projekt „SALCOS“ ist die Dekarbonisierung der Stahlindustrie vorgesehen. Dazu soll bei der Produktion grüner Wasserstoff verwendet werden. Bereits im Oktober 2022 hatte das Vorhaben eine Förderung erhalten. Diese Fördersumme wurde nun seitens Bund und dem Land Niedersachsen um 322 Millionen Euro erhöht.

von | 02.03.26

Bei der Grundsteinlegung der Elektrolyseanlage (v.l.n.r.): Andrea Prevedello, Walther Hartl, Sami Pelkonen, Gerd Baresch, Thorsten Hinrichs
© Salzgitter AG
Stahlproduktion mit grünem Wasserstoff Bund und Land erhöhen Förderung

Der Bund und das Land Niedersachsen haben Ende Februar 2026 die Förderung für das Projekt „SALCOS“ (Salzgitter Low CO₂ Steelmaking) des Stahlkonzerns Salzgitter AG um rund 322 Millionen Euro erweitert. Damit steige die Gesamtförderung für die erste Ausbaustufe auf rund 1.322 Milliarden Euro. Die ergänzenden Mittel hatte die Europäische Kommission am 6. Februar 2026 beihilferechtlich genehmigt.

Der Bund übernehme zwei Drittel der zusätzlichen Förderung, das Land Niedersachsen ein Drittel. Bereits zuvor hatte Niedersachsen 96 Millionen Euro über ein Investitionsprogramm bereitgestellt.

Einsatz von grünem Wasserstoff in Stahlproduktion

Die Stahlproduktion in Niedersachsen verursacht nach Angaben des Landes jährlich knapp acht Millionen Tonnen CO₂. Damit trage sie zu mehr als zehn Prozent der Treibhausgasemissionen des Bundeslandes bei.

„SALCOS“ zielt auf die Dekarbonisierung der Stahlindustrie ab und verfolge die Direktreduktion von Eisenerz mit grünem Wasserstoff (H2News berichtete). Dadurch sollen bislang eingesetzter Kohlenstoff vollständig ersetzt und CO₂-Emissionen um bis zu 95 Prozent gesenkt werden. Das Konzept folge der Strategie der „Carbon Direct Avoidance“, also der direkten Vermeidung von CO2 statt dessen Speicherung oder Nutzung.

Das Projekt ist Teil der europäischen IPCEI-Wasserstoffvorhaben (Important Projects of Common European Interest). In diesem Rahmen werden großskalige, wertschöpfungskettenübergreifende Vorhaben im Bereich Wasserstofftechnologien und -systeme gefördert.

Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit

Bereits im Oktober 2022 war im Rahmen der ursprünglichen beihilferechtlichen Genehmigung festgestellt worden, dass die berechnete Finanzierungslücke die damals bewilligte Beihilfe von rund einer Milliarde Euro überstieg. Zu der Zeit wurde eine Kombination mit weiteren Förderinstrumenten in Betracht gezogen, die sich jedoch nicht realisieren ließ.

Mit der nun bewilligten Aufstockung soll die planmäßige Umsetzung des Projekts unterstützt werden. Niedersachsens Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen Grant Hendrik Tonne erklärt: „Damit wird unsere Wettbewerbsfähigkeit am Weltmarkt gestärkt und wir profitieren weiter von der industriellen Wertschöpfung – bei uns in Niedersachsen und bundesweit.“

100-MW-Elektrolyseanlage geplant

Die erste Ausbaustufe von „SALCOS“ sieht den Bau einer 100-MW-Elektrolyseanlage vor. Darüber hinaus seien eine Direktreduktionsanlage sowie ein Elektrolichtbogenofen geplant. Die Inbetriebnahme der drei Technologien ist ab dem Jahr 2027 vorgesehen.

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