Uniper and Thyssenkrupp Uhde Are Building an Ammonia Cracker in Gelsenkirchen

Das Energieversorgungsunternehmen Uniper SE und das Ingenieurunternehmen Thyssenkrupp Uhde GmbH bauen eine Demonstrationsanlage zur Ammoniakspaltung in Gelsenkirchen-Scholven. Damit wollen die Unternehmen importierten Ammoniak im industriellen Maßstab in Wasserstoff umwandeln sowie für unterschiedliche Branchen verfügbar machen. Der Ammoniak-Cracker soll über eine Kapazität von 28 Tonnen Ammoniak täglich verfügen und bis Ende 2026 in Betrieb genommen werden. Vor Ort konnte sich die Hydrogen Metropole Ruhr, die Wasserstoff-Initiative der Business Metropole Ruhr GmbH, ein Bild vom Fortschritt der Baustelle des Ammoniak-Crackers in Gelsenkirchen machen.

by | August 24, 2026

Drohnenaufnahme von Gelsenkirchen-Scholven.
© Uniper SE
Uniper und Thyssenkrupp Uhde bauen Ammoniak-Cracker in Gelsenkirchen

In der Anlage wird Ammoniak bei hoher Temperatur katalytisch in seine Bestandteile Wasserstoff und Stickstoff zerlegt. Anschließend wird in einer Aufreinigung reiner Wasserstoff erzeugt. Laut Dr. Ingo Wagner, Head of Supply Systems bei Uniper, entsprechen die 28 Tonnen Ammoniak, die die Demonstrationsanlage täglich verarbeiten soll, rund 4 Tonnen Wasserstoff.

Das Projekt wird durch Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen unterstützt. Beide Unternehmen bringen zudem Eigenmittel ein.

Warum Ammoniak?

Da Ammoniak eine höhere volumenbezogene Energiedichte besitzt und einfacher zu transportieren sei als reiner Wasserstoff, eignet er sich laut Unternehmen als Trägermedium. Als Grundstoff für Düngemittel wird Ammoniak bereits seit Jahrzehnten weltweit gehandelt und per Schiff transportiert. Wenn Wasserstoff nun am Produktionsstandort direkt in Ammoniak umgewandelt wird, könne diese Infrastruktur weiterhin genutzt werden. Durch das Cracking kann der Wasserstoff dann am Zielort wieder rückgewandelt und genutzt werden.

Demonstrationsanlage entsteht in Gelsenkirchen

Die Demonstrationsanlage diene vor allem der Datengewinnung: Im laufenden Betrieb sollen Erkenntnisse gesammelt werden, die für die weitere Verbesserung der Technologie und die spätere Skalierung auf den Industriemaßstab notwendig sind. In einem zweiten Schritt soll die Technologie unter anderem im geplanten Wasserstoff-Importterminal in Wilhelmshaven eingesetzt werden.

Der Baubeginn der Demonstrationsanlage ist bereits erfolgt. Uniper und Thyssenkrupp Uhde errichten den Ammoniak-Cracker auf dem Uniper-Kraftwerksgelände in Gelsenkirchen-Scholven. Als Vorteile dieses Standorts nannte Wagner die bestehende Infrastruktur zur Ammoniakversorgung, die Möglichkeit, den erzeugten Wasserstoff direkt vor Ort zu verwenden, die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal sowie die räumliche Nähe zu Standorten von Uniper und Thyssenkrupp Uhde in Dortmund, Gelsenkirchen und Düsseldorf.

Dr. Christian Renk, Global Head of Technology & Innovation bei Thyssenkrupp Uhde, erklärte, das Ruhrgebiet biete den Vorteil, dass dort sehr viel Kernkompetenz gebündelt sei.

Die Inbetriebnahme der Demonstrationsanlage ist für Ende 2026 geplant.

 

(Quelle: Business Metropole Ruhr GmbH, Uniper SE/2026)

Image source, unless indicated in the image above:

Subscribe to the newsletter now

Fuel for your knowledge, delivered to your inbox every week.

Sign up here

H2 Projects in Your Region

More than 300 hydrogen projects in Germany and Europe

Click here for the interactive map

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“

Vom Abgassystem zur Brennstoffzelle: Purem by Eberspächer bringt seine Erfahrung aus der Akustik- und Abgasreinigungstechnik gezielt in den Wasserstoffbereich ein. Im Interview erklärt Patrick Schaller, Product Director für Wasserstoffanwendungen und -komponenten, wie der De-Hydrator die Dampfbildung an Brennstoffzellenfahrzeugen reduziert und wie der Hydrogen Recirculation Blower (HRB) durch Rezirkulation von Wasserstoff die Effizienz steigert. Beide Technologien haben bereits erste Praxistests bestanden. Ende Oktober präsentiert Purem by Eberspächer beide Lösungen live auf der Hydrogen Technology World Expo in Hamburg.

Read more
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen
Thyssenkrupp Nucera zentralisiert Montage von Elektrolysezellen

Das Anlagenbauunternehmen Thyssenkrupp Nucera AG & Co. KGaA errichtet nach eigenen Angaben erstmals ein Montagezentrum für Elektrolysezellen in Europa. Der sogenannte „Assembly Hub“ liegt im portugiesischen Vila Nova de Gaia und soll 2028 den Betrieb aufnehmen. Beliefert werden sollen vor allem europäische Elektrolyseprojekte, darunter das Vorhaben „Onuba“.

Read more
BMW-Werk in Leipzig erhält Anschluss an Wasserstoff-Kernnetz
BMW-Werk in Leipzig erhält Anschluss an Wasserstoff-Kernnetz

Das BMW Group Werk Leipzig soll ab dem ersten Halbjahr 2028 direkt über eine Pipeline mit Wasserstoff versorgt werden. Dafür hat Ende September der symbolische Baustart einer rund zwei Kilometer langen Leitung stattgefunden. Die Pipeline soll an das nationale Wasserstoff-Kernnetz angeschlossen werden. Nach Angaben der BMW AG ist das Werk in Leipzig das erste Automobilwerk weltweit, das direkt per Pipeline mit Wasserstoff versorgt wird.

Read more

H2 Talk

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"

Publications

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Year of publication: 2020

This technical book summarizes the latest knowledge on power-to-gas and presents it in a format tailored for engineers in the energy and gas supply sectors. It covers the entire value chain, from the electricity supplied to hydrogen production and integration...

About the Product

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Renewable Hydrogen from Solar-Wind Hybrid Power Plants

Authors: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Green hydrogen is a key element in the transformation and decarbonization of the energy system. With the National Hydrogen Strategy, policymakers have clearly committed to green hydrogen, with demand to be met primarily through imports from ...

About the Product