Von Audi zu Hy2gen: Hessischer H2-Hersteller übernimmt weltgrößte Power-to-eMethane-Anlage

Wasserstoffprojektierer Hy2gen aus Wiesbaden meldet die Übernahme der kiwi AG aus dem niedersächsischen Werlte bei Cloppenburg. Damit geht die laut Hy2gen größte Power-to-eMethane-Anlage der Welt in seinen Besitz über. Sie wurde 2013 von der Audi AG in Auftrag gegeben. Das Unternehmen spricht von einem Meilenstein, da es nun in die Produktion von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten einsteigen könne. Zudem erhalte das Wasserstoffunternehmen nun Zugang zur Projektpipeline der kiwi AG, die über 300 MW Gesamtkapazität an Elektrolyse und Methanisierung umfasse.

von | 12.12.23

Das e-Methane Werk in Werlte wurde 2013 eröffnet. Damaliger Betreiber war Audi e-Gas, eine Tochter der Audi AG. 2021 stieg Audi aus dem e-Methane Geschäft aus
© Hy2gen
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12. Dezember 2023 | Wasserstoffprojektierer Hy2gen aus Wiesbaden meldet die Übernahme der kiwi AG aus dem niedersächsischen Werlte bei Cloppenburg. Damit geht die laut Hy2gen größte Power-to-eMethane-Anlage der Welt in seinen Besitz über. Sie wurde 2013 von der Audi AG in Auftrag gegeben. Das Unternehmen spricht von einem Meilenstein, da es nun in die Produktion von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten einsteigen könne. Zudem erhalte das Wasserstoffunternehmen nun Zugang zur Projektpipeline der kiwi AG, die über 300 MW Gesamtkapazität an Elektrolyse und Methanisierung umfasse.

Die Anlage der kiwi AG befindet sich in der Nähe eines weiteren Projektstandortes von Hy2gen in Friesoythe. Voraussichtlich im vierten Quartal 2027 soll dort unter dem Projektnamen NAUTILUS die Produktion von grünem Wasserstoff und Methanol beginnen, das vor allem in der Schifffahrt eingesetzt werde. Beide Standorte im Nordwesten Niedersachsens seien aufgrund ihrer Nähe zu verschiedenen Nordseehäfen strategisch wichtig: Die Hafennähe sichere einen effizienten Absatz an internationale Kunden.

Das vormals von Audi e-Gas betriebene Werk in Werlte sei 2013 das erste seiner Art gewesen. Im Jahr 2021 hatte die heutige kiwi AG das Werk übernommen. Laut Hy2gen gelte die Anlage bis heute als die größte in Betrieb befindliche Power-to-eMethane-Anlage der Welt. Als synthetisches Gas ist e-Methan ein Produkt, das per Power-to-Gas-Verfahren herstellbar ist.

Hy2gen könne die bereits etablierten Industrieverbindungen der kiwi AG nun nutzen und ausbauen. Vom US-amerikanischen Wasserstoffunternehmen Plug Power liege bereits eine Zusage für die Abnahme der gesamten in Wertle generierten Produktionsmenge vor.

Schritt in Richtung Marktführerschaft für Hy2gen?

Hy2gen-CEO Cyril Dufau-Sansot erklärte, dass sein Unternehmen nun erst mit der „Produktion von Wasserstoffmolekülen“ beginnen könne. Die kiwi AG blicke auf eine zehnjährige Erfahrung im Wasserstoffmarkt zurück, in dieser Zeit habe sie mit dem Werk in Werlte „eine echte Pionieranlage“ gebaut und betrieben:

„Mit der Integration der kiwi AG in die Hy2gen AG profitieren wir von ihrem technischen Know-how und kommen unserem Ziel, ein unabhängiger Marktführer in der Produktion von erneuerbarem Wasserstoff und seinen Derivaten zu werden, ein gutes Stück näher.“

Matthias Lisson, Hy2gens Country Manager für die DACH-Region, ergänzt:

„Der Erwerb der Anlage ermöglicht es uns auch, unser Produktportfolio von erneuerbarem Wasserstoff, erneuerbarem Ammoniak, E-Methanol, E-Methan und E-Kerosin auf erneuerbares Erdgas und Flüssigerdgas zu erweitern.“

Im Juli hatte Hy2gen angekündigt, eine Ammoniak-Anlage in Mexiko bauen zu wollen.

Die 2013 gebaute Methanisierungsanlage war damals eine der ersten ihrer Art (© Hy2gen)

Die 2013 gebaute Methanisierungsanlage war damals eine der ersten ihrer Art (© Hy2gen)

(Quelle: Hy2gen/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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