Wasserstoff-Flugzeuge: H2Fly kündigt neue Generation an

H2Fly aus Stuttgart hat die nächste Generation des Brennstoffzellensystems „H175“ angekündigt. Dabei handelt es sich um eine eine modular aufgebaute Antriebseinheit, die für den Einsatz in Verkehrsflugzeugen entwickelt wird.

von | 20.06.23

So könnten die H2-Flugzeuge der Stuttgarter einmal aussehen
H2Fly
H2Fly

20. Juni 2023 | H2Fly aus Stuttgart hat die nächste Generation des Brennstoffzellensystems „H175“ angekündigt. Dabei handelt es sich um eine modular aufgebaute Antriebseinheit, die für den Einsatz in Verkehrsflugzeugen entwickelt wird.

Das H175-Entwicklungsprogramm soll eine Reihe von Systemgenerationen umfassen, die zur Skalierung der Leistung miteinander kombinierbar sind. Ziel ist, wasserstoff-elektrische Flugzeuge im MW-Bereich anzutreiben. Dies entspricht Flugzeugen mit einer Kapazität von 20 bis 80 Sitzplätzen. H2FLY verantwortet dabei die Entwicklung, Integration und Erprobung der Hard- und Software des neuen Brennstoffzellensystems.

Anlässlich der Ankündigung des H175-Brennstoffzellensystems erläuterte Josef Kallo, CEO und Mitgründer von H2FLY:

„Mit dem H175-System stellen wir eine völlig neue Generation von Brennstoffzellensystemen für die Luftfahrt vor und treiben den Stand der Technik in der Branche voran. Durch die Entwicklung dieses neuen Systems, aber auch durch unsere Arbeit an der Lösung der Herausforderungen bei der Verwendung von flüssigem Wasserstoff mit Brennstoffzellen im Rahmen des HEAVEN-Projekts, bringt H2FLY alle entscheidenden Bausteine zusammen, um einen wirklich nachhaltigen, kommerziellen Flugverkehr zu realisieren.“

Nächster Schritt in Richtung kommerzielle Luftfahrt

Die H175-Systeme werden ihre volle Leistung in Flughöhen von bis zu 27.000 Fuß (8.230 m) erbringen. Dies sei „ein entscheidender Entwicklungsschritt“ hin zu kommerziellen Flugzeuganwendungen. Bislang erfolgen wasserstoff-elektrische Flugdemonstrationen noch in niedrigeren Höhen.

Das Unternehmen wolle die erste Generation seines H175-Systems noch in diesem Jahr im Flugbetrieb erproben. Darüber hinaus beabsichtige man, H175-Brennstoffzellensysteme im Rahmen des Projekts „328 H2-FC“ in ein Demonstrationsflugzeug vom Typ Dornier 328 zu integrieren und im Flugbetrieb zu testen.

Das Kooperationsprojekt wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschut gefördert. Ziel ist, ein wasserstoff-elektrisches Brennstoffzellensystem im MW-Bereich zu entwickeln.

Antriebssystem in siebter Generation

H2FLY hat in den letzten zehn Jahren sechs Generationen von Antriebssystemen entwickelt und getestet. Im vergangenen Jahr stellte das Unternehmen nach eigenen Angaben mit seinem viersitzigen Testflugzeug HY4 mit einer Flughöhe von 7.230 Fuß einen Höhenweltrekord für wasserstoff-elektrische Passagierflugzeuge auf.

Darüber hinaus leitet das Unternehmen die europäische Initiative HEAVEN. Das Projekt soll die Realisierbarkeit der Verwendung von flüssigem, kryogenem Wasserstoff mit Brennstoffzellen in Flugzeugen demonstrieren.

 

(Quelle: H2Fly/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Neues Wasserstoff-Verteilsystem „HyCarrier“ präsentiert
Neues Wasserstoff-Verteilsystem „HyCarrier“ präsentiert

Die Hexagon Purus Weeze GmbH hat mit „HyCarrier“ Anfang Oktober ein neues Verteilsystem für den Transport von komprimiertem Wasserstoff auf Straßen, Schienen und Binnenwasserstraßen vorgestellt. Der modulare Container fasst bis zu 1.304 Kilogramm Wasserstoff und ist in Größen von 10 bis 45 Fuß erhältlich. Nach Unternehmensangaben ist es der bisher größte Multiple Element Gas Container (MEGC) des Unternehmens.

mehr lesen
Siemens digitalisiert 100-MW-Wasserstoffanlage in Portugal
Siemens digitalisiert 100-MW-Wasserstoffanlage in Portugal

Der Technologiekonzern Siemens AG digitalisiert die geplante 100-MW-Anlage „GalpH2Park“ des Energieunternehmens Galp Energia SGPS S.A. im portugiesischen Sines. Mithilfe eines digitalen Prozesszwillings soll die Hydrogen Performance Suite (HPS) die Produktionsplanung und den Energieeinkauf optimieren. Laut Siemens sind dadurch Energieeinsparungen von bis zu 15 Prozent möglich. Nach eigenen Angaben wird die Anlage eine der größten Anlagen für erneuerbaren Wasserstoff in Europa sein.

mehr lesen
Tesa bezieht Wasserstoff von EWE aus Emden
Tesa bezieht Wasserstoff von EWE aus Emden

Der Energieversorger EWE AG und der Klebeband-Hersteller Tesa SE haben Anfang Oktober einen Liefervertrag über jährlich 500 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff unterzeichnet. Ab 2028 soll der H2 aus Emden das Tesa Werk Hamburg versorgen und die CO2-Emissionen dort um rund 6.000 Tonnen pro Jahr senken. Eingesetzt werden soll der Wasserstoff im Werk für die Dampferzeugung.

mehr lesen

H2 Talk

„Die technische Machbarkeit ist nachgewiesen, die größte Herausforderung liegt im Markthochlauf“
„Wir wollen e-Fuels vom teuren Nischenprodukt zu einer wettbewerbsfähigen Lösung entwickeln“
„Der Mittelstand ist das Kraftwerk unserer Wirtschaft"

Publikationen

Das Projekt H2home

Das Projekt H2home

Autor: Matthias Block, Steffen Giesel, Andreas Herrmann und Norman Klüber

Das Ziel von H2home war die Entwicklung eines integrativen Systems mit 5 kW elektrischer Leistung zur hocheffizienten Nutzung von elektrischer Energie, Wärme- und Kälteenergie, bereitgestellt auf Basis von 100 % grünem Wasserstoff. Dieses System ist ...

Zum Produkt