Wasserstoff-Radlader startet in den Praxistest

Ab sofort fährt ein Wasserstoff-Radlader von Liebherr im Kanzelsteinbruch Gratkorn. STRABAG testet das Gerät mit Wasserstoffmotor zwei Jahre lang und mindestens 50 Stunden pro Woche auf Herz und Niere.

von | 07.11.25

Der Wasserstoff-Radlader fährt im Steinbruch Gratkorn ganz ohne Emissionen.
Quelle: STRABAG / Stefan Bock
Wasserstoff-Radlader startet in den Praxistest

Kraftstoffe sind bei STRABAG der größte CO2-Verursacher. Etwa 40 Prozent der konzerneigenen Emissionen entfallen auf den Dieselverbrauch der Baumaschinen, Nutzfahrzeuge und PKW.  Dazu zählen auch Wasserstoff-Radlader.

„Um bis 2040 klimaneutral zu werden, brauchen wir effektive Lösungen: die Umstellung unserer Baumaschinen auf erneuerbare Antriebstechnologien ist ein essenzieller Hebel. Wir führen unseren Nachhaltigkeitskurs konsequent weiter: wissenschaftsbasiert und technologieoffen. Der Testeinsatz mit dem Wasserstoff-Radlader ist ein Beispiel, wie ein nachhaltiger Betrieb und die Dekarbonisierung unserer Großbaugeräte aussehen kann“, sagt Stefan Kratochwill, CEO der STRABAG SE.

Die kommenden Jahre sind für das Unternehmen entscheidend, um von fossilen auf erneuerbare Energieträger umzustellen. STRABAG hat sich dafür der globalen Science Based Targets Initiative (SBTi) verpflichtet. Bis 2030 will das Unternehmen 42 Prozent seiner Scope 1- und 2-Emissionen reduzieren. Das sind die Treibhausgase, auf die STRABAG direkten Einfluss hat. In diesem Rahmen hat das Unternehmen drei zentrale Hebel definiert: den Fuhrpark, die Baumaschinen und die Asphaltmischanlagen.

Eigene Tankstelle sorgt für grünen Wasserstoff

Die Umstellung von schweren Baumaschinen auf nachhaltige Antriebstechnologien ist herausfordernd. Eine marktreife Lösung fehlt bisher. Der Wasserstoffmotor des Radladers ist hier ein wichtiger Ansatz und hat großes Potenzial.

„Neben der Wirkung für den Klimaschutz ermöglicht diese Technologie, ein hohes Maß an Wertschöpfung und technologischem Know-how in Westeuropa zu halten. Sie stärkt die Resilienz in den Lieferketten und bietet damit strategische Vorteile“, erklärt Dr.-Ing. Herbert Pfab, Technischer Geschäftsführer Liebherr-Werk Bischofshofen GmbH.

Für den Praxistest wurde eine eigene Wasserstofftankstelle im Steinbruch errichtet, damit der Radlader unkompliziert betankt werden kann. Die Energie Steiermark verfügt als starke regionale Partnerin über wichtige lokale Kompetenzen und wird die Versorgung der Tankstelle im Steinbruch gewährleisten.

Internen Berechnungen zufolge können durch den Einsatz des Radladers 37.500 Liter Diesel und etwa 100 Tonnen CO2 pro Jahr eingespart werden. Durch den wasserstoffbasierten Betrieb entstehen keine Emissionen, die das Klima belasten. Für eine größtmögliche Auslastung des wasserstoffbetriebenen Radladers wird er nicht nur wichtige Arbeiten im Steinbruch übernehmen. Zusätzlich kommt er auch bei der Asphaltmischanlage auf dem Gelände zum Einsatz.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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