Weltweit erster Wasserstoffzug für Schmalspurstrecken vorgestellt

Der Schweizer Schienenfahrzeug-Hersteller Stadler Rail AG und das sardische Verkehrsunternehmen ARST S.p.A. haben den weltweit ersten Schmalspur-Wasserstoffzug präsentiert. Zehn neue Züge des Modells sollen ab 2028 auf Sardinien fahren. Dabei sollen sie jährlich über 2.100 Tonnen CO2 gegenüber Dieselfahrzeugen einsparen.

von | 01.07.26

Der Wasserstoffzug soll ab 2028 eingesetzt werden.
© Stadler Rail AG
Weltweit erster Wasserstoffzug für Schmalspurstrecken vorgestellt

Die Vorstellung des Zugs fand im Stadler-Inbetriebsetzungszentrum in Erlen statt.

Nun sollen künftig insgesamt zehn Fahrzeuge des Modells im Regional- sowie Nahverkehr auf Sardinien eingesetzt werden. Die Fahrzeuge sollen ab 2028 die Strecke zwischen dem Flughafen Alghero und dem Vorort Mamuntanas sowie die nordöstliche Provinz Sassari mit Alghero und der Küstenstadt Sorso verbinden.

Das Projekt ist Teil einer Initiative vom italienischen Staat und Verkehrsministerium zur Dekarbonisierung des regionalen Bahnverkehrs in Süditalien.

Grüner Wasserstoff aus Sonnenenergie

Kernstück der neuen Fahrzeuge sei ein Antriebssystem mit Wasserstoff-Brennstoffzelle, das im Mittelwagen integriert sei. Das System funktioniere wie ein Ladegerät: Es wandle Wasserstoff in Energie um und lade damit die Batterien der Züge. So könnten die Fahrzeuge auch auf nicht-elektrifizierten Strecken fahren. Die benötigte Energie für die Wasserstofferzeugung soll laut ARST vollständig aus Sonnenenergie stammen; die entsprechenden Anlagen befänden sich derzeit im Bau.

Mit den zehn von ARST bestellten Wasserstoffzügen sollen im Vergleich zu Dieselfahrzeugen jährlich bis zu 2.100 Tonnen CO2 eingespart werden.

Leichtbauweise für geringe Achslasten

Da Schmalspurbahnen in Italien aufgrund der Bauweise der Schieneninfrastruktur nur geringe Achslasten erlaubten, wurde der Wasserstoffzug als Leichtbaufahrzeug konzipiert.

Vor der Inbetriebnahme sollen die Züge Tests nach den Richtlinien der italienischen Agentur für die Sicherheit der Eisenbahnen und der Straßen- und Autobahninfrastrukturen ANSFISA durchlaufen.

Auch Sizilien und Kalabrien steigen auf Wasserstoffzug um

Neben ARST stellen zwei weitere italienische Bahnbetreiber auf Wasserstoffzüge um: Aktuell baue Stadler zwei Fahrzeuge für die sizilianische Nahverkehrsgesellschaft Ferrovia Circumetnea sowie neun für das kalabrische Transportunternehmen Ferrovie della Calabria. Diese Züge sollen ebenfalls im Regional- und Nahverkehr eingesetzt werden.

Die Fahrzeuge für alle drei Regionen würden am Stadler Hauptsitz im Schweizer Bussnang gebaut werden.

 

(Quelle: Stadler Rail AG/2026)

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