Die Übergabe des Förderbescheids für das Projekt, das bisher unter dem Namen „Concrete Chemicals“ bekannt war, erfolgte am 11. Mai. Der Bund stellt 245 Millionen Euro bereit, das Land Brandenburg weitere 104 Millionen Euro. Es ist die bislang größte öffentliche Förderung für ein Power-to-Liquid-Projekt (PtL) in Europa.
Hinter dem Projekt stehen das Energieunternehmen Enertrag und der eSAF-Spezialist Zaffra, ein Joint Venture des dänischen Unternehmens Topsoe und der südafrikanischen Sasol-Gruppe. Das Gesamtinvestitionsvolumen des Projekts liegt laut Angaben der Unternehmen bei mehr als 500 Millionen Euro.
Von grünem Wasserstoff zu eSAF: Technologie und Versorgungskette
Der benötigte Wasserstoff soll überwiegend aus dem H₂-Kernnetz, konkret aus der Flow-Pipeline des Fernleitungsnetzbetreibers Gascade, stammen. Eine ergänzende Elektrolyseanlage direkt am Standort soll die Versorgung zusätzlich absichern.
Der grüne Wasserstoff wird in der PtL-Anlage mit biogenem CO₂ kombiniert und anschließend über die Fischer-Tropsch-Synthese zu eSAF verarbeitet. Das dafür eingesetzte CO₂ liefert Leipa Georg Leinfelder, ein Papierhersteller aus Schwedt.
Zaffra setzt die sogenannte G2L eFuels Platform ein. Diese Plattform kombiniert Sasols Fischer-Tropsch-Synthese mit Topsoes eREACT-Technologie. Der produzierte Kraftstoff senkt die Treibhausgasemissionen über den gesamten Lebenszyklus um mehr als 90 Prozent gegenüber konventionellem Kerosin. Er ist nach ASTM-Standard zertifiziert und damit ohne Anpassungen in bestehenden Flugzeugen einsetzbar.
Die Ingenieursstudien laufen seit April 2026 unter Federführung der Griesemann Group. Eine finale Investitionsentscheidung (FID) ist für Ende 2027 geplant, der Produktionsstart für 2030.
Ein Viertel der deutschen ReFuelEU-Pflicht
Ab 2030 soll die Anlage am PCK-Raffinerie-Standort in Schwedt jährlich mehr als 30.000 Tonnen eSAF produzieren. Das entspricht rund 25 Prozent des deutschen Anteils an der EU-weiten Beimischungspflicht gemäß der ReFuelEU Aviation Regulation, die stufenweise steigende eSAF-Quoten an europäischen Flughäfen vorschreibt.
Das Projekt stärkt nach Angaben der Beteiligten auch die europäische Energiesouveränität: Weil lokal erzeugter Ökostrom vor Ort in flüssigen Kraftstoff umgewandelt wird, reduziert die Anlage die Abhängigkeit der Luftfahrt von importierten fossilen Brennstoffen.









