Der Zuwendungsbescheid der heute (28. November) überreichten Förderurkunde ist auf den 1. September 2025 datiert und ging an das Projektkonsortium.
An dem H₂-Hub Münnerstadt sind neben der Stadt Münnerstadt, die Infener AG, die Sauerstoffwerke Friedrich Guttroff GmbH, die Stolz Holding GmbH & Co. KG, Nipro PharmaPackaging Germany GmbH, AMS Asphaltmischwerke Main-Saale GmbH + Co. KG sowie R3 RegionalEnergie GmbH beteiligt.
Infener entwickelt das Projekt und übernimmt möglicherweise den Betrieb. Das Unternehmen plant bereits mehrere Wasserstoff-Hubs in Deutschland. In Neumünster, Villingen-Schwenningen und Gengenbach sollen H₂-Hub mit einer Kapazität von 50 MW bzw. 20 MW entstehen. Neben den Hubs entwickelt das Schweizer Unternehmen Wasserstoff-Systemlösungen für Gebäude. Das Produkt Ecore One kombiniert Elektrolyseur, Brennstoffzelle, Batterie und Wärmepumpe in einer Container-Lösung. Die erste Anlage ging im April 2025 in Betrieb.
Jahresproduktion von 800 Tonnen Wasserstoff geplant
Die Anlage soll nach der Fertigstellung etwa 800 Tonnen grünen Wasserstoff pro Jahr produzieren. Damit soll auch der Verkehrssektor beliefert werden. Geplant seien zwei Wasserstofftankstellen an der B287 und A71. Schwerlastverkehr, kommunale Flotten und regionale Linienbusse können dort in Zukunft tanken.
Als Nebenprodukte entstehen außerdem noch Sauerstoff und Abwärme, die von Unternehmen wie AMS, Guttroff und Nipro, die in direkter Nähe zum Standort sitzen, abgenommen werden. Die Partner nutzen den Sauerstoff und die Abwärme in ihren Produktionsprozessen. Die Abwärme fließt in die Wärmeversorgung. Tobias Guttroff, Geschäftsführer der Guttroff Unternehmensgruppe, sieht darin einen Vorteil für die Wirtschaftlichkeit und die Kreislaufwirtschaft vor Ort.
Anbindung an künftiges Wasserstoff-Kernnetz vorgesehen
Das Projekt ergänzt das geplante Wasserstoff-Kernnetz durch dezentrale Produktion. Aiwanger betonte die Bedeutung für Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit des Mittelstands. Die Anlage sei schnell realisierbar und stärke die regionale Wasserstoffinfrastruktur.
Bürgermeister Michael Kastl hebt die Besonderheit des Projekts hervor. Erzeugung, industrielle Abnahme und Energieinfrastruktur kämen auf engem Raum zusammen. Diese Konstellation sei im ländlichen Raum selten.
Durch den H₂-Hub soll Münnerstadt sich zu einem Knotenpunkt für erneuerbare Energien in der Region entwickeln. Außerdem soll das Vorhaben CO₂-Emissionen reduzieren, die Stromnetze entlasten und industrielle Prozesse dekarbonisieren. Die Partner sehen darin ein skalierbares Modell für andere Regionen in Deutschland und Europa.









