Deutschland und Kanada haben eine Marktkonsultation für ihre gemeinsame Wasserstoffausschreibung im Rahmen von H2Global gestartet. Beide Länder wollen sich die bis zu 400 Millionen Euro Differenzkosten hälftig teilen. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) stellt dafür bis zu 200 Millionen Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds bereit. Das kanadische Ministerium für Bodenschätze (NRCAN) beteiligt sich mit dem gleichen Betrag. Die Ausschreibung soll die Kostenlücke zwischen Wasserstoffproduktion und Abnehmerpreisen schließen. Diese Struktur basiert auf einer Absichtserklärung beider Ministerien aus dem Jahr 2024.
Wasserstoffbrücke zwischen Deutschland und Kanada geplant
Beide Länder unterhalten eine Energiepartnerschaft, die im Jahr 2022 um eine Wasserstoffallianz erweitert wurde. Die nun vereinbarte H2Global-Ausschreibung dient dem Aufbau einer Wasserstoffbrücke zwischen Deutschland und Kanada. Diese Wasserstoffbrücke soll den globalen Wasserstoff-Markthochlauf durch Abnahmeverträge und Preissignale unterstützen. Bislang verhindert die Preisdifferenz zwischen erneuerbarem Wasserstoff und der Zahlungsbereitschaft der Abnehmer den internationalen Wasserstoffdurchbruch.
Für die bilaterale Ausschreibung haben beide Länder eine neue Ausschreibungsstruktur entwickelt. Diese muss EU-beihilferechtliche Vorgaben erfüllen. Das BMWE führt deshalb eine öffentliche Marktkonsultation durch. Die Konsultation erfolgt über einen englischsprachigen Fragebogen. Alle betroffenen Unternehmen können bis zum 10. September 2025 daran teilnehmen.
H2Global gleicht als Förderinstrument Preisdifferenzen zwischen Angebot und Nachfrage bei grünem Wasserstoff aus. Die gemeinnützige Stiftung H2Global setzt das Programm um. Ihre Tochtergesellschaft HINT.CO GmbH verwendet die bereitgestellten Mittel für den wettbewerblichen Preisausgleich.
Deutschland führt mehrere H2Global-Ausschreibungen durch
Neben der deutsch-kanadischen Ausschreibung plant Deutschland weitere internationale Kooperationen. Eine gemeinsame Ausschreibung mit den Niederlanden läuft bereits. Zusätzlich führt Deutschland eigene Ausschreibungen zur Förderung der erneuerbaren Wasserstoffproduktion durch.
Die Marktkonsultation dient der Vorbereitung der ersten gemeinsamen transatlantischen Wasserstoffausschreibung. Sie soll Unternehmen die Möglichkeit geben, ihre Anforderungen und Bedenken zu äußern.









