Die Europäische Kommission hat die Ergebnisse der dritten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank veröffentlicht. Neun Projekte in sieben Ländern des Europäischen Wirtschaftsraums erhalten Fördermittel aus dem EU-Innovationsfonds. Die Projekte verteilen sich auf Griechenland, Spanien, Dänemark, Österreich, Finnland, Deutschland und Norwegen. Sie decken drei Förderkategorien ab: erneuerbare Kraftstoffe nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO), kohlenstoffarmen elektrolytischen Wasserstoff sowie Wasserstoff für die Maritim- und Luftfahrtbranche.
Die Förderung der Wasserstoffbank läuft jeweils über einen Zeitraum von maximal zehn Jahren. Die Projekte erhalten eine Festprämie pro Kilogramm zertifizierten und verifizierten Wasserstoffs.
Die Gesamtkapazität der geförderten Elektrolyseure liegt bei knapp 1,1 GW. Damit sollen sie in den ersten zehn Betriebsjahren mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasserstoff produzieren.
Gebotene Prämien zwischen 0,44 und 3,49 Euro pro Kilogramm
Im Bereich RFNBO wurden fünf Projekte ausgewählt:
- Das finnische Projekt „Cloudberry“ von Vetyalfa Oy bietet mit 0,44 Euro pro Kilogramm den niedrigsten Preis der gesamten Auktion. Es plant eine Elektrolyseurkapazität von 500 MW und eine Produktion von rund 509.000 Tonnen Wasserstoff über zehn Jahre.
- Das dänische Vorhaben „NJK“ von MorGen kommt auf 300 MW und ein Volumen von 445.000 Tonnen Wasserstoff über zehn Jahre – bei einem Gebotspreis von 0,95 Euro pro Kilogramm.
- Das dänische Projekt „ALBA“ von Hy2gen Nordic soll über 100 MW verfügen und damit 144.118 Tonnen Wasserstoff über zehn Jahre produzieren. Mit einem Gebotspreis von 0,97 Euro pro Kilogramm ist es das teuerste Projekt der Kategorie.
- Das griechische Vorhaben „AN-1-B“ von Hellenic Hydrogen plant eine Elektrolyseurkapazität von 25 MW und eine Produktion von 38.654 Tonnen Wasserstoff über zehn Jahre. Den Zuschlag erhielt das Projekt mit einem Gebotspreis von 0,57 Euro pro Kilogramm.
- Das spanische „T2X“-Vorhaben von Turn2X will mit einer Elektrolyseleistung von 9 MW 6.390 Tonnen Wasserstoff über zehn Jahre herstellen. Der Gebotspreis liegt bei 0,62 Euro pro Kilogramm.
In der Kategorie kohlenstoffarmer elektrolytischer Wasserstoff wurden zwei Projekte ausgewählt:
- Das deutsche Projekt „Lotse“ von Lotse plant eine Elektrolyseurkapazität von 120 MW und eine Produktion von 140.554 Tonnen Wasserstoff über zehn Jahre. Der Gebotspreis liegt bei 1,10 Euro pro Kilogramm.
- Als zweites Projekt in der Kategorie wurde ebenfalls das Vorhaben „Cloudberry“ ausgewählt.
Für den Maritim- und Luftfahrtsektor fördert die EU zwei norwegische Projekte:
- Das Vorhaben „Gen2-LH2“ von Gen2 Energy plant eine Elektrolyseurkapazität von 12 MW und eine Produktion von 17.886 Tonnen Wasserstoff über zehn Jahre. Der Gebotspreis liegt bei 3,48 Euro pro Kilogramm.
- Das Projekt „RogalandH2“ von Green H soll über eine Elektrolyseurkapazität von 12,5 MW verfügen und damit 17.700 Tonnen Wasserstoff über zehn Jahre produzieren. Den Zuschlag erhielt das Projekt mit einem Gebotspreis von 3,49 Euro pro Kilogramm.
Die höheren Preise in dieser Kategorie spiegeln die spezifischen technischen Anforderungen für Flüssigwasserstoff und maritime Anwendungen wider.
Auktionsmechanismus: Rangfolge nach Gebotspreisen
Die Auktion vergibt Fördermittel in einem wettbewerblichen Verfahren. Projekte werden nach ihrem Gebotspreis aufsteigend sortiert und so lange ausgewählt, bis das verfügbare Budget ausgeschöpft ist. Zuvor durchlaufen alle Projekte eine Eignungs- und Qualitätsprüfung. Ziel des Mechanismus ist eine möglichst kosteneffiziente Reduktion von Treibhausgasemissionen bei gleichzeitiger Marktpreisfindung für grünen Wasserstoff.
Die dritte Auktion der Wasserstoffbank schloss am 19. Februar 2026. In den knapp 3 Monaten gingen 58 Gebote aus 11 Ländern bei der EU-Kommission ein. Die Gebote überstiegen das Budget von 1,3 Milliarden Euro mehr als sechsmal.
Deutschland und Spanien steuern weitere Gelder bei
Zwei Mitgliedstaaten nutzen die sogenannte „Auctions-as-a-Service“-Funktion, über die nationale Mittel in das EU-Auktionsverfahren eingebettet werden. Deutschland stellt bis zu 1,3 Milliarden Euro für RFNBO-Wasserstoffproduktion bereit, Spanien bis zu 440 Millionen Euro. Damit erhöht sich das Gesamtvolumen der verfügbaren Fördermittel auf rund 2,79 Milliarden Euro.
Projekte auf der Reserveliste der Innovationsfonds-Auktion können an die jeweiligen nationalen Behörden übertragen werden, sofern sie im Rahmen des nationalen Budgets liegen und in der Gesamtrangliste entsprechend platziert sind. Konkret betrifft das drei Projekte in Spanien und drei in Dänemark.
Nächste Schritte: Förderverträge ab Ende 2026
Die Europäische Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) bereitet nun die Förderverträge mit den ausgewählten Projekten vor. Die Unterzeichnung ist für das letzte Quartal 2026 geplant. Nach Vertragsschluss haben die Projekte zweieinhalb Jahre Zeit, um den finanziellen Abschluss zu erreichen, und fünf Jahre bis zur Inbetriebnahme. Beide Fristen sind durch eine Fertigstellungsgarantie gegenüber der Kommission abgesichert.
Bei der ersten Auktion erhielten im April 2024 sieben Projekte Fördermittel in Höhe von insgesamt rund 720 Millionen Euro. Die geförderten Projekte planen mit einer Gesamtkapazität von 1,5 GW eine Produktion von 1,58 Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoffs über zehn Jahre. Die Gebotspreise lagen zwischen 0,37 und 0,48 Euro pro Kilogramm.
Die zweite Auktion schloss im Februar 2025 und vergab 992 Millionen Euro an 15 Projekte aus fünf Ländern. Die ausgewählten Vorhaben sollen über zehn Jahre knapp 2,2 Millionen Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren. Die Gebotspreise für allgemeine Projekte lagen zwischen 0,20 und 0,60 Euro pro Kilogramm, für Maritim-Projekte zwischen 0,45 und 1,88 Euro pro Kilogramm.
Die rund 1,09 Milliarden Euro der dritten Auktionsrunde der Wasserstoffbank stammen aus dem Innovationsfonds der EU, der sich aus Einnahmen des Emissionshandelssystems (ETS) speist. Der Innovationsfonds verfügt für den Zeitraum 2020 bis 2030 über ein Gesamtbudget von schätzungsweise 40 Milliarden Euro aus dem ETS. Bislang hat er rund 260 Projekte im Europäischen Wirtschaftsraum gefördert.









