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H2Global: Erste Wasserstoff-Importe kommen aus Ägypten

Die Stiftung H2Global hat das Ergebnis ihrer ersten Ausschreibung bekanntgegeben. Demnach fließen fast 400 der insgesamt 900 Millionen Euro an den emiratischen Düngemittelhersteller Fertiglobe, der damit als einziger Sieger aus der Auktion hervorgeht. Ab 2027 will der Konzern grünes Ammoniak vom Suezkanal im großen Stil nach Deutschland exportieren.

von | 15.07.24

Der ersten von H2Global importierte Wasserstoff soll vom Suezkanal stammen
© seatraveller/pixabay
H2 Global

Wie H2Global am Donnerstag (11. Juli) bekanntgab, ist Fertiglobe — ein emiratisches Joint Venture der niederländischen Düngemittelgruppe OCI und Abu Dhabis staatlichen Ölunternehmen ADNOC — der einzige Gewinner der im Dezember 2022 gestarteten Pilotauktion von H2Global. Wie die Stiftung mitteilte, erhielt die Auktion Gebote von 22 Unternehmen und Konsortien aus fünf Kontinenten.

Die finanziellen Mittel der Auktion stammen vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK). Die Idee des Förderinstrumentes: H2Global gibt den Zuschlag für Wasserstoff-Importverträge an jene internationalen Produzenten, die den niedrigsten Preis bieten. Als Sieger der ersten Ausschreibung soll Fertiglobe nun 397 Millionen Euro für die Produktion und den Export von Wasserstoff in Ammoniakform erhalten – also fast die Hälfte des Gesamtvolumens von 900 Millionen Euro. Weder H2Global noch das BMWK nannten weitere Gewinner.

Laut H2Global sollen die Lieferungen 2027 mit 19.500 Tonnen beginnen. Bis 2033 werde Fertiglobe nach Angaben des BMWK dann mindestens 259.000 Tonnen grünen Ammoniaks nach Deutschland exportieren. Dies entspräche in der Summe mehr als zehn Prozent der jährlichen deutschen Ammoniakproduktion. Der Produktionspreis soll bei 811 Euro Tonne Ammoniak liegen. Daraus lässt sich ein Preis von weniger als 4,50 EUR pro kg grünen Wasserstoffs ableiten.

H2Global

Geplante Laufzeit und Menge der Wasserstoff- bzw. Ammoniakimporte (© H2Global)

H2Global bezieht grünen Wasserstoff aus Ägypten

Wie H2 Global mitteilte, wird Fertiglobe das grüne Ammoniak in seiner bestehenden Anlage in Ain Suchna am roten Meer produzieren, rund 150 km von Kairo entfernt. Dabei werde das Unternehmen grünen Wasserstoff aus einer geplanten 100-MW-Anlage des Konsortiums Egypt Green Hydrogen nutzen.

Das Konsortium aus Scatec ASA, Fertiglobe, Orascom Construction, dem staatlichen Sovereign Fund of Egypt und der ebenfalls staatlichen Egyptian Electricity Transmission Company will die Anlage bis 2027 in der Wirtschaftszone des Suez-Kanals errichten. Dafür sollen dort laut BMWK 273 MW erneuerbarer Energieanlagen entstehen. Noch wartet das Projekt aber auf eine endgültige Investitionsentscheidung. Nichtsdestotrotz hat Fertiglobe nach Medienberichten bereits einen 20-jährigen Abnahmevertrag mit Egypt Green Hydrogen unterzeichnet. Es wird erwartet, dass dieser die FID des Projekts beschleunigen wird.

Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck kommentierte, die ersten Abnahmeverträge von H2Global seien ein wichtiger Schritt für die Transformation des Industriestandort Deutschland, den Klimaschutz und nachhaltige Arbeitsplätze“:

„Der Import von grünen Wasserstoffprodukten bringt den Wasserstoffmarkthochlauf in Deutschland entscheidend voran. Die deutsche Industrie benötigt große Mengen grünen Wasserstoffs und seiner Derivate zur Dekarbonisierung, dazu bedarf es sowohl außer- und innereuropäische Importe als auch eine nationale Produktion.

 

Die Verfügbarkeit preisgünstiger grüner Energie, nun auch in Form von Wasserstoff, wird auch zukünftig ein wichtiger Standortfaktor für die Industrie sein. Mit der erfolgreichen Auktion über unsere Instrument H2Global ist der Anfang gemacht, weitere Schritte werden zeitnah folgen.“

(Quelle: BMWK, H2Global/2024)

 

 

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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