Im Dezember 2024 startete die Europäische Kommission die zweite Auktionsrunde der Wasserstoffbank. Bis Februar 2025 konnten sich interessierte Produzenten auf die Förderung bewerben. Im Mai 2025 verkündete die EU-Kommission dann die Gewinner der zweiten Auktion. Ausgewählt wurden 15 Projekte aus 5 EU-Ländern. Insgesamt wollte die EU 992 Millionen Euro an die Gewinnerprojekte ausschütten.
Nun haben 6 der Gewinner aus Spanien, Finnland und Norwegen ihre Förderverträge unterzeichnet. Die Europäische Kommission stellt für sie insgesamt 270,6 Millionen Euro bereit.
Diese Prämie soll die Differenz zwischen den Produktionskosten von erneuerbarem Wasserstoff und dem Marktpreis ausgleichen. Der marktbasierte Ansatz soll Investitionsrisiken mindern und den Verwaltungsaufwand für die Antragsteller senken.
500.000 Tonnen Wasserstoff geplant
Die 6 Projekte sollen über 10 Jahre rund 500.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff erzeugen und dadurch 3,4 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen vermeiden. 2 Projekte wurden im maritimen Bereich ausgewählt. Sie erhalten mehr als 35 Millionen Euro, um Wasserstoff für die Schifffahrt zu liefern.
Der produzierte Wasserstoff gilt als erneuerbarer Kraftstoff nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO). Er soll in der Chemieindustrie und im Mobilitätssektor zum Einsatz kommen. Der Schwerpunkt liegt auf der Dekarbonisierung von Schifffahrt und Schwerlastverkehr.

Informationen zu den sechs Projekten, die die Förderverträge unterschrieben haben (© European Commission/ European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency)
Die Projekte befinden sich in Spanien, Finnland und Norwegen. Die Betreiber installieren Elektrolyseure mit einer Gesamtkapazität von 381,25 MW. Die Förderbeträge liegen zwischen 1,8 und 135,5 Millionen Euro.
Die Gebote bewegten sich zwischen 0,33 und 1,88 Euro pro Kilogramm RFNBO-Wasserstoff. Das finnische Projekt Kristinestad PtX erhielt mit 258.000 Tonnen über 10 Jahre das größte Volumen bei einem Gebotspreis von 0,33 Euro pro Kilogramm.
Zusätzliche nationale Förderung
Spanien, Litauen, Österreich und Deutschland stellen über die Funktion „Auctions-as-a-Service“ weitere fast 2 Milliarden Euro bereit. Damit fördern die Mitgliedstaaten Projekte, die sich qualifiziert haben, aber wegen begrenzter Mittel keine EU-Förderung erhielten.
Die Funktion steht allen Mitgliedstaaten offen. Sie nutzen die EU-Auktionsplattform und vergeben nationale Mittel in einem vereinfachten Verfahren. Die geförderten Projekte werden von den nationalen Behörden bekanntgegeben.
Umsetzungsphase beginnt
Die Europäische Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) begleitet die Projekte in der Entwicklungsphase. Sie prüft die Einhaltung der Innovationsfonds-Anforderungen und unterstützt beim Finanzabschluss und Baubeginn.
Die Projekte müssen innerhalb von 2,5 Jahren den Finanzabschluss erreichen. Die Produktion muss nach 5 Jahren starten. Die Betreiber erhalten die feste Prämie pro Kilogramm zertifizierten und verifizierten RFNBO-Wasserstoff für bis zu 10 Jahre.
Hintergrundinformationen
Die Gelder für die Europäische Wasserstoffbank stammen aus dem Innovationsfonds (IF24). Dieser zählt zu den größten Förderprogrammen weltweit für klimaneutrale Technologien. Zwischen 2020 und 2030 stehen schätzungsweise 40 Milliarden Euro aus dem EU-Emissionshandel zur Verfügung.
Ende 2023 startete die erste Auktionsrunde der Wasserstoffbank. Im April 2024 erhielten 7 Projekte aus den 4 Ländern Spanien, Portugal, Finnland und Norwegen den Zuschlag. Die EU wollte insgesamt 720 Millionen Euro an die Gewinnerprojekte ausschütten. Von den 7 ausgewählten Projekten unterzeichneten nur 6 ihre Förderverträge. 5 davon befinden sich derzeit in der Umsetzungsphase. Sie wollen Wasserstoff für die Stahl-, Chemie-, Schifffahrts- und Düngemittelindustrie produzieren.
Im Dezember 2024 hat die EU-Kommission die dritte Auktionsrunde gestartet. Bis Februar 2025 konnten sich interessierte Produzenten auf ein Budget von insgesamt 1,3 Milliarden Euro bewerben. Erstmals werden auch Projekte für CO₂-armen Wasserstoff zugelassen.









