Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Wasserstoffbank: Gewinner der zweiten Auktion unterzeichnen Förderverträge

Die sechs Gewinner der zweiten Auktionsrunde der europäischen Wasserstoffbank haben ihre Förderverträge unterzeichnet. Die sechs Projekte aus Spanien, Finnland und Norwegen, die im Rahmen der Auktion 2025 ausgewählt wurden, erhalten nun insgesamt 270 Millionen Euro. Diese stellt die Europäische Kommission aus den Erlösen des EU-Emissionshandelssystems bereit. Die ausgewählten Projekte sollen zukünftig 500.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren und dadurch 3,4 Millionen Tonnen CO₂ einsparen.

von | 23.01.26

Im Auktionsverfahren konkurrieren die Produzenten um die niedrigste Förderprämie, die den Abstand zum Marktpreis schließt.
© Yellow Cactus / Unsplash
Wasserstoffbank, Europäische Kommission

Im Dezember 2024 startete die Europäische Kommission die zweite Auktionsrunde der Wasserstoffbank. Bis Februar 2025 konnten sich interessierte Produzenten auf die Förderung bewerben. Im Mai 2025 verkündete die EU-Kommission dann die Gewinner der zweiten Auktion. Ausgewählt wurden 15 Projekte aus 5 EU-Ländern. Insgesamt wollte die EU 992 Millionen Euro an die Gewinnerprojekte ausschütten.

Nun haben 6 der Gewinner aus Spanien, Finnland und Norwegen ihre Förderverträge unterzeichnet. Die Europäische Kommission stellt für sie insgesamt 270,6 Millionen Euro bereit.

Diese Prämie soll die Differenz zwischen den Produktionskosten von erneuerbarem Wasserstoff und dem Marktpreis ausgleichen. Der marktbasierte Ansatz soll Investitionsrisiken mindern und den Verwaltungsaufwand für die Antragsteller senken.

500.000 Tonnen Wasserstoff geplant

Die 6 Projekte sollen über 10 Jahre rund 500.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff erzeugen und dadurch 3,4 Millionen Tonnen CO₂-Emissionen vermeiden. 2 Projekte wurden im maritimen Bereich ausgewählt. Sie erhalten mehr als 35 Millionen Euro, um Wasserstoff für die Schifffahrt zu liefern.

Der produzierte Wasserstoff gilt als erneuerbarer Kraftstoff nicht-biologischen Ursprungs (RFNBO). Er soll in der Chemieindustrie und im Mobilitätssektor zum Einsatz kommen. Der Schwerpunkt liegt auf der Dekarbonisierung von Schifffahrt und Schwerlastverkehr.

Projektinformationen

Informationen zu den sechs Projekten, die die Förderverträge unterschrieben haben (© European Commission/ European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency)

Die Projekte befinden sich in Spanien, Finnland und Norwegen. Die Betreiber installieren Elektrolyseure mit einer Gesamtkapazität von 381,25 MW. Die Förderbeträge liegen zwischen 1,8 und 135,5 Millionen Euro.

Die Gebote bewegten sich zwischen 0,33 und 1,88 Euro pro Kilogramm RFNBO-Wasserstoff. Das finnische Projekt Kristinestad PtX erhielt mit 258.000 Tonnen über 10 Jahre das größte Volumen bei einem Gebotspreis von 0,33 Euro pro Kilogramm.

Zusätzliche nationale Förderung

Spanien, Litauen, Österreich und Deutschland stellen über die Funktion „Auctions-as-a-Service“ weitere fast 2 Milliarden Euro bereit. Damit fördern die Mitgliedstaaten Projekte, die sich qualifiziert haben, aber wegen begrenzter Mittel keine EU-Förderung erhielten.

Die Funktion steht allen Mitgliedstaaten offen. Sie nutzen die EU-Auktionsplattform und vergeben nationale Mittel in einem vereinfachten Verfahren. Die geförderten Projekte werden von den nationalen Behörden bekanntgegeben.

Umsetzungsphase beginnt

Die Europäische Exekutivagentur für Klima, Infrastruktur und Umwelt (CINEA) begleitet die Projekte in der Entwicklungsphase. Sie prüft die Einhaltung der Innovationsfonds-Anforderungen und unterstützt beim Finanzabschluss und Baubeginn.

Die Projekte müssen innerhalb von 2,5 Jahren den Finanzabschluss erreichen. Die Produktion muss nach 5 Jahren starten. Die Betreiber erhalten die feste Prämie pro Kilogramm zertifizierten und verifizierten RFNBO-Wasserstoff für bis zu 10 Jahre.

Hintergrundinformationen

Die Gelder für die Europäische Wasserstoffbank stammen aus dem Innovationsfonds (IF24). Dieser zählt zu den größten Förderprogrammen weltweit für klimaneutrale Technologien. Zwischen 2020 und 2030 stehen schätzungsweise 40 Milliarden Euro aus dem EU-Emissionshandel zur Verfügung.

Ende 2023 startete die erste Auktionsrunde der Wasserstoffbank. Im April 2024 erhielten 7 Projekte aus den 4 Ländern Spanien, Portugal, Finnland und Norwegen den Zuschlag. Die EU wollte insgesamt 720 Millionen Euro an die Gewinnerprojekte ausschütten. Von den 7 ausgewählten Projekten unterzeichneten nur 6 ihre Förderverträge. 5 davon befinden sich derzeit in der Umsetzungsphase. Sie wollen Wasserstoff für die Stahl-, Chemie-, Schifffahrts- und Düngemittelindustrie produzieren.

Im Dezember 2024 hat die EU-Kommission die dritte Auktionsrunde gestartet. Bis Februar 2025 konnten sich interessierte Produzenten auf ein Budget von insgesamt 1,3 Milliarden Euro bewerben. Erstmals werden auch Projekte für CO₂-armen Wasserstoff zugelassen.

 

(Quelle: European Commission/ European Climate, Infrastructure and Environment Executive Agency/ 2026)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Milliarden aus Corona-Fonds fließen in Energiewende und Wasserstoffprojekte
Milliarden aus Corona-Fonds fließen in Energiewende und Wasserstoffprojekte

Die EU-Kommission hat 4,6 Milliarden Euro aus der europäischen Aufbau- und Resilienzfazilität (ARF) an Deutschland ausgezahlt. Es handelt sich um die dritte Zahlung im Rahmen des nationalen Deutschen Aufbau- und Resilienzplans (DARP). Die Mittel sollen unter anderem Wasserstoffprojekte fördern. Der Fonds wurde 2021 als Reaktion auf die Corona-Pandemie aufgelegt. Mindestens 37 Prozent der Mittel müssen in Klimaschutzmaßnahmen investiert werden.

mehr lesen
100 Prozent Wasserstoff im Flugtriebwerk: Testlauf erfolgreich abgeschlossen
100 Prozent Wasserstoff im Flugtriebwerk: Testlauf erfolgreich abgeschlossen

Die Fluggesellschaft EasyJet Airline Company Ltd. und der Triebwerke-Hersteller Rolls-Royce Holdings plc haben den Betrieb eines Flugzeugtriebwerks mit Wasserstoff erfolgreich getestet. Ausgelegt ist das Strahltriebwerk auf den Einsatz in Schmalrumpfflugzeugen. Der Bodentest ist das Ergebnis eines mehrjährigen Entwicklungsprogramms, das auf die Reduzierung von CO₂-Emissionen im Luftverkehr abzielt.

mehr lesen
Uber investiert in Ausbau von Wasserstoff-Taxis in Paris
Uber investiert in Ausbau von Wasserstoff-Taxis in Paris

Die Mobilitätsunternehmen Uber und Hysetco haben Ende April eine Partnerschaft zur Dekarbonisierung städtischer Mobilität geschlossen. Die Kooperation zielt darauf ab, das Angebot von Wasserstoff-Taxis in Paris auszubauen. Uber will in diesem Rahmen Hysetco finanziell unterstützen.

mehr lesen

H2 Talk

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt

Datenschutz
h2-news.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl:
Datenschutz
h2-news.de, Inhaber: Vulkan-Verlag GmbH (Firmensitz: Deutschland), würde gerne mit externen Diensten personenbezogene Daten verarbeiten. Dies ist für die Nutzung der Website nicht notwendig, ermöglicht aber eine noch engere Interaktion mit Ihnen. Falls gewünscht, treffen Sie bitte eine Auswahl: