BAM forscht an günstigen Kunststoffleitungen für Wasserstoff

Die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) untersucht im Rahmen aktueller Forschungsaktivitäten den Einsatz glasfaserverstärkter Kunststoffleitungen als Alternative zu herkömmlichen Stahlleitungen bei der H₂-Produktion. Ziel ist es, neue Leitungssysteme zu entwickeln, die auch unter hohen Drücken leistungsfähig bleiben und dabei Kosten im Vergleich zu bisherigen Lösungen senken.

von | 22.10.25

© MemoryMan- stock.adobe.com
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Kunststoffleitungen

Im Fokus stehen Kunststoffleitungen, die in der sogenannten Peripherie von Elektrolyseuren zum EInsatz kommen. Diese sind notwendig, um zentrale Abläufe wie Steuerung, Reinigung, Kompression und die Einspeisung von Wasserstoff in bestehende Versorgungsnetze zu ermöglichen. Laut BAM entfallen derzeit etwa die Hälfte der Elektrolyseur-Gesamtkosten auf diese Komponenten, vor allem durch den Einsatz hochbelastbarer Stahlwerkstoffe.

Die Forschenden prüfen Kunststoffleitungen, die bereits in anderen industriellen Bereichen zum Einsatz kommen und dort Drücken bis zu 15 bar standhalten, ob diese sich auch für die deutlich höheren Anforderungen bei H₂-Anwendungen eignen. In dem Forschungsprojekt werden verschiedene Rohrtypen und Fertigungsverfahren getestet. Ziel ist es, eine Druckfestigkeit bis zu 50 bar im Betrieb sowie einen Berstdruck von mehr als 150 bar zu gewährleisten.

In der Vergangenheit gab es schon Forschungsprojekte des BAM, um geeignete Kunststoffe für Anwendungen in der Wasserstoffwirtschaft ausfindig zu machen.

Spezielle Beschichtung, Dichtigkeit und Stabilität

Zusätzlich arbeitet das Projektteam an speziellen Beschichtungslösungen. Mit diesen wollen die Forschenden die Durchlässigkeit von Wasserstoff durch die Kunststoffstrukturen minimieren. Der Entwicklungsprozess erfolgt in enger Zusammenarbeit mit kleinen und mittleren Unternehmen (KMU). Diesen soll so der Zugang zu innovativen Technologien im Bereich Wasserstoffinfrastruktur ermöglicht werden.

Ein weiterer Arbeitsschwerpunkt liegt auf der Weiterentwicklung geeigneter Verbindungstechniken für Kunststoffleitungen. Sie sollen dauerhafte Dichtigkeit und mechanische Stabilität auch bei hoher Belastung sicherstellen. Die Erprobung der neuen Komponenten erfolgt im Forschungsverbund PolyH2Pipe. Im Rahmen der Industriellen Gemeinschaftsforschung fördert das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie den Forschungsverbund.

Das Projekt soll dazu beitragen, den Wissensaustausch zwischen Forschung, Industrie und KMU zu fördern und die Entwicklung einer leistungsfähigen H₂-Wirtschaft in Deutschland aktiv zu unterstützen.

 

(Quelle: BAM/2025)

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