Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Elektrolyse im Norden, Batterien im Süden: Studie zeigt optimale Energiespeicher-Verteilung

Ein Forschungsteam der Leibniz Universität Hannover (LUH) und des Instituts für Solarenergieforschung Hameln (ISFH) hat die optimale Kombination von Elektrolyseuren und Batteriespeichern untersucht. Sie haben ein Modell zur Verteilung von Elektrolyseuren und Batteriespeichern in Deutschland entwickelt. Das entwickelte Szenario zeigt: Wenn Elektrolyseure im Norden und Batteriespeicher im Süden eingesetzt werden, können die Kosten der Energiewende um bis zu 60 Milliarden Euro gesenkt werden.

von | 21.08.25

Die Speicherung erneuerbarer Energien ist technisch komplexer als deren Produktion
© pixardi - stock.adobe.com

Die Wissenschaftler der LUH und des ISFH haben die optimale Verteilung von Elektrolyseuren und Batterien in Deutschland ermittelt. Dafür analysierten sie, wie sich die schwankende Wind- und Sonnenenergie kosteneffizient ins deutsche Energiesystem integrieren lässt.

Das optimierte Szenario sieht Elektrolyseure hauptsächlich in Norddeutschland vor. Der Grund: Dort steht viel Windstrom zur Verfügung. Wenn die Windräder mehr Strom produzieren als das Netz aktuell benötigt, sollen die Elektrolyseure damit Wasserstoff produzieren. Der Wasserstoff dient so als energetischer Langzeitspeicher und kann zudem in der Prozessindustrie zum Einsatz kommen.

Die Batteriespeicher sollen deutschlandweit verteilt werden, mit einem Schwerpunkt im Süden. Dort erzeugen hauptsächlich Photovoltaik-Anlagen grünen Strom. Die Batterien übernehmen den Tag-Nacht-Ausgleich der Solarenergie. Für eine längerfristige Speicherung eignen sie sich laut der Studie jedoch nicht.

35 Prozent des Ökostroms müssen gespeichert werden

Forscher haben mit ihrem Modell bewiesen: Die strategische Platzierung von Elektrolyseuren und Batteriespeichern kann die Kosten der Energiewende um bis zu 60 Milliarden Euro senken. Denn ohne ausreichende Speicherkapazitäten steigen die Gesamtkosten der Energiewende um bis zu 60 Milliarden Euro.

Ausreichende Speicherkapazitäten sind enorm wichtig, da 2050 etwa 35 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien zunächst gespeichert oder in Wasserstoff umgewandelt werden müssen, erklärt Erstautor Alexander Mahner.

Der Grund für die sonst anfallenden Mehrkosten: Deutschland müsste mehr Energie importieren. Ein verzögerter Ausbau von Wasserstoffanlagen und Speichern würde das Erreichen der Klimaziele erschweren. Gleichzeitig würden weniger Windräder stillstehen, obwohl Wind weht.

Modell liefert Grundlage für politische Entscheidungen

Die Studie soll Entscheidungsträgern in Politik und Wirtschaft eine Datengrundlage für den Umbau des Energiesystems bieten. Die Forscher warnen vor einem „Blindflug” bei der Transformation. Der Ausbau von Elektrolyseuren und Stromspeichern hinke bisher hinterher.

Das Forschungsprojekt entstand mit finanzieller Unterstützung der EWE AG. Die vollständigen Ergebnisse finden Sie in der Studie „Weniger Abregeln durch mehr Flexibilität im Energiesystem”.

(Quelle: Leibniz Universität Hannover/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“
„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“

Mit ERA ONE konnte die Ineratec GmbH zeigen, dass ihre Technologie im industriellen Maßstab funktioniert. Jetzt geht das Karlsruher Unternehmen mit LIFELINE den nächsten Schritt: einer containerisierten, mobilen Anlage für die dezentrale Kraftstoffproduktion. Im Interview erklärt CEO und Mitbegründer Dr.-Ing. Tim Böltken, welches Problem LIFELINE lösen soll, wie die Produkte im Projekt Giga PtX zum Einsatz kommen und warum er für den Gesamtmarkt der synthetischen Kraftstoffe (e-Fuels) von einem stufenweisen Hochlauf ausgeht.

mehr lesen
Wasserstofffahrzeug JCB Hydromax stellt neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf
Wasserstofffahrzeug JCB Hydromax stellt neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf

Der JCB Hydromax hat auf den Bonneville Salt Flats in Utah (USA) einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord für Landfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb aufgestellt. Es erreichte 653,909 km/h und löst damit den bisherigen Rekord von 301,95 km/h ab. Auch das deutsche Unternehmen Poppe + Potthoff GmbH war an dem Vorhaben beteiligt und lieferte Komponenten für das Wasserstoffverteilsystem.

mehr lesen
Whitepaper macht Kommunikation zum Erfolgsfaktor für die Wasserstoffwirtschaft
Whitepaper macht Kommunikation zum Erfolgsfaktor für die Wasserstoffwirtschaft

Der Wasserstoffmarkt in Deutschland ist technologisch bereit, wirtschaftlich jedoch bisher nicht tragfähig. Dafür haben bislang stabile Preissignale, verlässliche Abnahmestrukturen und ein konsistenter Förderrahmen gefehlt. Zu diesem Schluss kommt die Collective Consulting GmbH nach mehreren Interviews mit Branchenexperten in ihrem aktuellen Whitepaper. Die Kommunikationsberatung hat daraus sechs Handlungsempfehlungen für Unternehmen der Wasserstoffwirtschaft abgeleitet, mit denen sich Innovationen leichter in marktfähige Lösungen übersetzen lassen.

mehr lesen

H2 Talk

„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“
„Das Engagement hat riesige Fortschritte für die Elektrolysetechnologie gebracht“
„Unsere neue H₂-Trainingsstrecke nimmt eine europäische Vorreiterrolle ein”

Publikationen