Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

EWI-Analyse: Elektrolyseausbau in Deutschland langsamer als geplant

Eine Analyse des EWI aus dem Jahr 2026 zeigt auf, dass der deutsche Elektrolyseausbau nicht so schnell voranschreitet wie vorgesehen. Die Gründe dafür liegen laut EWI unter anderem in den hohen Kosten und der regulatorischen Komplexität. Auch das „Henne-Ei-Problem“ spiele eine Rolle.

von | 26.01.26

Nach Angaben des EWI ist der Elektrolyseausbau langsamer als geplant
© Energiewirtschaftliches Institut an der Universität zu Köln gGmbH
EWI-Analyse Elektrolyseausbau in Deutschland langsamer als geplant

Der Elektrolyseausbau in Deutschland entwickelt sich langsamer als ursprünglich geplant. Das ergibt die Analyse „Entwicklungen im Elektrolyse-Hochlauf in Deutschland“ des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln gGmbH (EWI) aus dem Januar 2026. Grundlage der Untersuchung sind Zahlen aus der EWI-Elektrolysedatenbank.

Aktuell sind laut Institutsangaben 181 MW Elektrolyseleistung installiert. Weitere 1,3 GW haben eine finale Investitionsentscheidung (FID) oder befinden sich im Bau. Bis Ende 2027 könnten damit rund 1,5 GW in Betrieb gehen.

Ausbauziel bis 2030

Laut Nationaler Wasserstoffstrategie ist ein Ausbau auf 10 GW Elektrolysekapazität bis 2030 vorgesehen. Dieses Ziel wird entsprechend der EWI-Analyse jedoch voraussichtlich verfehlt.

So sind fast 3 GW geplanter Projekte aus der Datenbank entfallen, weil sie abgesagt oder länger keine neuen Informationen verzeichnet wurden. Von den Projekten, die 2025 in Betrieb gehen sollten, wurden nach Angaben des Instituts etwa 30 Prozent fristgerecht umgesetzt. Auch für das Jahr 2026 seien Projekte noch nicht startbereit: Von über 20 angekündigten Vorhaben haben 14 bislang keine FID oder keinen Baubeginn.

Für das Jahr 2030 schätzt das EWI eine Gesamtkapazität von 8,7 GW.

„Henne-Ei-Problem“ als Ursache

Dr.-Ing. Ann-Kathrin Klaas, Head of Research Area am EWI, erklärt die Gründe für den Verzug: „Neben der regulatorischen Komplexität und Unsicherheit führen auch hohe Investitions- und Betriebskosten in Verbindung mit einer relativ geringen Zahlungsbereitschaft der Verbraucher dazu, dass bislang nur so wenige Projekte den FID-Status erreicht haben.“

Hinzu komme nach Klaas das „Henne-Ei-Problem“: Angebot, Nachfrage und Infrastruktur müssen gleichzeitig aufgebaut werden. Das könne zu Koordinationsproblemen und Verlangsamungen von Projekten führen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Energieunabhängigkeit made in Essen (Oldenburg)
Energieunabhängigkeit made in Essen (Oldenburg)

Wie gelingt Energieunabhängigkeit und ist das wirtschaftlich überhaupt realistisch? Im Fachbeitrag von Schrand.energy zeigt ein konkretes Praxisbeispiel, wie ein ganzheitliches Wasserstoffsystem aus Photovoltaik, Elektrolyse, Energiespeicherung und Brennstoffzelle Unternehmen vollständig von externen Versorgern unabhängig machen kann. Damit will das Unternehmen aus Essen (Oldenburg) beweisen, warum sich die Investition rechnet.

mehr lesen
Whisky durch Wasserstoffdestillation hergestellt
Whisky durch Wasserstoffdestillation hergestellt

Der Elektrolyseentwickler Supercritical Solutions Ltd. hat am 17. März den Abschluss des Projekts „WhiskHy“ bekannt gegeben. Das Vorhaben wurde in Zusammenarbeit mit dem Spirituosenhersteller Suntory Global Spirits und dem Forschungsinstitut Manufacturing Technology Centre realisiert. Dabei konnte erstmals Whisky mittels Wasserstoffdestillation hergestellt werden.

mehr lesen
Bayern: Gastransportleitung „Augusta“ ist H2-ready
Bayern: Gastransportleitung „Augusta“ ist H2-ready

Der Fernleitungsnetzbetreiber Bayernets GmbH hat Mitte März in der bayerischen Gemeinde Kötz die Inbetriebnahme der Pipeline „Augusta“ gefeiert. Die seit Dezember 2025 aktive Leitung soll zunächst Erdgas transportieren, künftig ist ein Betrieb mit Wasserstoff vorgesehen. An den Feierlichkeiten nahm auch der bayerische Minister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Hubert Aiwanger teil.

mehr lesen

H2 Talk

„Explosionsschutz ist eine Schlüsseltechnologie für die Wasserstoffwirtschaft“
„International sehen wir ein enormes Wachstumspotenzial im Wasserstoffmarkt“
„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“

Publikationen

Netzmeister 2023

Netzmeister 2023

Erscheinungsjahr: 2023

Für die Instandhaltung der Gas-, Wasser- und Fernwärmerohrnetze, die den mit Abstand größten Teil des Anlagevermögens von Versorgungsunternehmen ausmachen, trägt der Netzmeister die Verantwortung. Um den täglichen Anforderungen gerecht werden zu ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 2: Gebäude- und Messtechnik

Erscheinungsjahr: 2022

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 2. Band stehen die Themen „Gebäudetechnik“ und „Messtechnik“ im Fokus. Das ...

Zum Produkt

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Wasserstoff in der Praxis, Bd. 1: Infrastruktur

Erscheinungsjahr: 2021

Das Buchreihe „Wasserstoff in der Praxis“ vermittelt Praktikern wichtige Informationen über den Stand der Technik und zukünftige Entwicklungen. Im 1. Band werden die Herausforderungen dargestellt, die Wasserstoff an die Gasinfrastruktur und den ...

Zum Produkt