Der Elektrolyseausbau in Deutschland entwickelt sich langsamer als ursprünglich geplant. Das ergibt die Analyse „Entwicklungen im Elektrolyse-Hochlauf in Deutschland“ des Energiewirtschaftlichen Instituts an der Universität zu Köln gGmbH (EWI) aus dem Januar 2026. Grundlage der Untersuchung sind Zahlen aus der EWI-Elektrolysedatenbank.
Aktuell sind laut Institutsangaben 181 MW Elektrolyseleistung installiert. Weitere 1,3 GW haben eine finale Investitionsentscheidung (FID) oder befinden sich im Bau. Bis Ende 2027 könnten damit rund 1,5 GW in Betrieb gehen.
Ausbauziel bis 2030
Laut Nationaler Wasserstoffstrategie ist ein Ausbau auf 10 GW Elektrolysekapazität bis 2030 vorgesehen. Dieses Ziel wird entsprechend der EWI-Analyse jedoch voraussichtlich verfehlt.
So sind fast 3 GW geplanter Projekte aus der Datenbank entfallen, weil sie abgesagt oder länger keine neuen Informationen verzeichnet wurden. Von den Projekten, die 2025 in Betrieb gehen sollten, wurden nach Angaben des Instituts etwa 30 Prozent fristgerecht umgesetzt. Auch für das Jahr 2026 seien Projekte noch nicht startbereit: Von über 20 angekündigten Vorhaben haben 14 bislang keine FID oder keinen Baubeginn.
Für das Jahr 2030 schätzt das EWI eine Gesamtkapazität von 8,7 GW.
„Henne-Ei-Problem“ als Ursache
Dr.-Ing. Ann-Kathrin Klaas, Head of Research Area am EWI, erklärt die Gründe für den Verzug: „Neben der regulatorischen Komplexität und Unsicherheit führen auch hohe Investitions- und Betriebskosten in Verbindung mit einer relativ geringen Zahlungsbereitschaft der Verbraucher dazu, dass bislang nur so wenige Projekte den FID-Status erreicht haben.“
Hinzu komme nach Klaas das „Henne-Ei-Problem“: Angebot, Nachfrage und Infrastruktur müssen gleichzeitig aufgebaut werden. Das könne zu Koordinationsproblemen und Verlangsamungen von Projekten führen.










