Wie kann grüner Wasserstoff produziert werden, ohne Wasserressourcen zusätzlich zu belasten? Dieser Frage geht das Forschungsprojekt reSYNERGY nach. Elektrolyseure benötigen hochreines Wasser für die Wasserstoffproduktion. Dürreperioden und konkurrierende Nutzungen belasten die verfügbaren Wasserressourcen. Deshalb untersucht das ISOE, wie aufbereitetes kommunales Abwasser als alternative Wasserressource für die Wasserstoffproduktion dienen kann. Das Projekt koppelt bestehende Wasser- und Energieinfrastrukturen enger miteinander und soll so bis 2035 die Versorgungssicherheit erhöhen.
Die Projektpartner haben eine Demonstrationsanlage entwickelt, die kommunales Abwasser zu Reinstwasser aufbereitet. Das Reinstwasser dient anschließend als Rohstoff für die Wasserstoffproduktion. Das Projekt untersucht die technische Machbarkeit, die Wirtschaftlichkeit und die Betriebssicherheit des Verfahrens. Simulationen analysieren zusätzlich die Resilienz großskaliger Infrastrukturen gegenüber Extremwetterereignissen und Systemstörungen.
Modelle für sektorübergreifende Zusammenarbeit
In dem Projekt untersuchen die Forschenden neben den technischen Fragen auch institutionelle und gesellschaftliche Rahmenbedingungen. Außerdem wollen sie Governance-Modelle für die Zusammenarbeit zwischen Wasserwirtschaft, Energiewirtschaft, Industrie und Kommunen entwickeln. Partizipative Prozesse binden relevante Akteure ein. Sie sollen Akzeptanz, Umsetzbarkeit und langfristige Transformationsperspektiven sichern.
Das ISOE koordiniert den Forschungsverbund. Das Institut bringt seine Expertise aus der sozial-ökologischen Wasserforschung und der Analyse gekoppelter Infrastrukturen ein. Gemeinsam mit den Projektpartnern entwickelt es Zukunftsszenarien für eine Wasser- und Wasserstoffwirtschaft. Aus den Szenarien leitet das Institut politische und planerische Handlungsempfehlungen ab.
Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) fördert das Projekt im Rahmen der Fördermaßnahme „Forschung für die zivile Sicherheit“. Der vollständige Projekttitel lautet „Sektorübergreifende Nutzung von kommunalem Abwasser für die Produktion von grünem Wasserstoff zur Stärkung der Versorgungssicherheit 2035 (reSYNERGY)“.









