Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Forschungsprojekt zu wasserstoffbasiertem E-Truck-Antrieb abgeschlossen

Die Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule (RWTH) Aachen hat im Januar 2026 das Forschungsvorhaben „SeLv“ beendet. Das modulare Antriebs-System ist für schwere Nutzfahrzeuge vorgesehen und verbinde eine wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle mit einer Hochvolt-Batterie.

von | 09.02.26

In den "SeLv"-Lkw der PEM-Forschungsgruppe ist ein modulares Antriebssystem integriert
© PEM RWTH Aachen / Patrizia Cacciotti
Forschungsprojekt zu wasserstoffbasiertem E-Truck-Antrieb abgeschlossen

Der Lehrstuhl „Production Engineering of E-Mobility Components“ (PEM) der RWTH Aachen hat im Januar 2026 das Forschungsprojekt „SeLv“ nach mehr als fünf Jahren abgeschlossen. Die Abkürzung „SeLv“ steht für „Schwere Lastkraftwagen für die emissionsfreie Logistik im Schwerlastverkehr mittels Elektrifizierungsbaukasten und wirtschaftlichem Produktionssystem“. Zum Projektende präsentierte das Forschungsteam einen dritten Prototypen-Lkw sowie den zweiten mit offizieller Straßenzulassung.

Das Vorhaben wurde im Rahmen der Mobilitäts- und Kraftstoffstrategie der Bundesregierung mit insgesamt knapp 17 Millionen Euro vom Bundesministerium für Verkehr gefördert. Ziel war die Entwicklung eines adaptierbaren, modularen Antriebsstrang-Baukastens für schwere Nutzfahrzeuge.

Komponentenverfügbarkeit als Hürde

„Eine große Hürde während der Entwicklung bestand darin, dass sich viele Komponenten zur Elektrifizierung in der Klasse der schweren Nutzfahrzeuge erst im prototypischen Stadium befanden und deshalb nicht auf dem Markt verfügbar waren“, erklärt der PEM-Mitarbeiter Michael Betz.

Auf Grundlage dessen hat das Forschungsteam Technologien entwickelt, mit denen sich die System- und Entwicklungskomplexität innerhalb des Fahrzeug-Sektors reduzieren lassen sollen.

Brennstoffzelle und Hochvolt-Antriebsbatterie

Das Konzept kombiniere eine wasserstoffbetriebene Brennstoffzelle mit einer Hochvolt-Antriebsbatterie. Das modulare System soll sowohl die Umrüstung bestehender Diesel-Lkw auf Elektro-Trucks ermöglichen. Zudem soll es bei Erstausrüstern, Fahrzeug-Umrüstern und dem Baumaschinen-Sektor eingesetzt werden.

Nach Angaben des PEM-Leiters Prof. Dr.-Ing. Achim Kampker können Interessenten in den „SeLv“-Lkw verschiedene Batterie-, Wasserstoff- und Thermomanagement-Technologien oder Software-Applikationen integrieren.

Spitzenleistung von 640 PS

Je nach Dimensionierung der Wasserstofftanks erreiche der Elektro-Lkw eine Reichweite von 750 bis mehr als 1.000 Kilometer. Die Spitzenleistung liege bei knapp 640 PS, die Dauerleistung bei rund 544 PS.

Ein integriertes Navigationssystem berechne Routen auf Basis der vorhandenen Wasserstoff- und Batterielade-Infrastruktur. Ein Energiemanagement sorge außerdem für eine gemäß dem Fahrprofil verteilte Batterie- und Brennstoffzellenleistung.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“

Im Interview mit dem Fachinformationsportal gwf Gas + Energie erklärt Dr. rer. pol. Dipl.-Ing. Désirée Schulte, wie das H₂-Netzwerk Ruhr e.V. den Wissenstransfer rund um Wasserstoff organisiert und welche Formate sich speziell an junge Menschen, insbesondere an Frauen und Mädchen, richten. Außerdem spricht sie über die Rolle der Kommunen beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die Erwartungen der Mitglieder an die Politik und kommende Veranstaltungen im Jahr 2026.

mehr lesen
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März

Die Betreiber des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes starten am 19. März um 13:00 Uhr einen koordinierten Kapazitätsreservierungsprozess. Ab diesem Zeitpunkt können Marktteilnehmer bei dem jeweils zuständigen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) erstmals Einspeise- und Ausspeisekapazitäten im deutschen Kernnetz reservieren – für bis zu sieben Jahre im Voraus. Die Reservierungsanfragen können über ein standardisiertes Anfrageformular eingereicht werden. Die reservierbaren Kapazitäten sollen von rund 2.859 MWh/h Entry im Jahr 2026 auf über 15.000 MWh/h Entry bis 2030 wachsen.

mehr lesen
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling

Am 5. März hat Shell gemeinsam mit den Projektpartnern das Richtfest für den neuen 100-MW-Elektrolyseur in Wesseling gefeiert. Die Inbetriebnahme der Anlage im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland ist für das Jahr 2027 geplant. Dann soll der Elektrolyseur jährlich bis zu 16.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren – abhängig von der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien.

mehr lesen

H2 Talk

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Unsere Kunden sind Vorreiter“
„Wasserstoff ist im Grunde Erdgas ohne Kohlenstoff und entsprechend vielseitig einsetzbar“

Publikationen

Das Projekt H2home

Das Projekt H2home

Autor: Matthias Block, Steffen Giesel, Andreas Herrmann und Norman Klüber

Das Ziel von H2home war die Entwicklung eines integrativen Systems mit 5 kW elektrischer Leistung zur hocheffizienten Nutzung von elektrischer Energie, Wärme- und Kälteenergie, bereitgestellt auf Basis von 100 % grünem Wasserstoff. Dieses System ist ...

Zum Produkt