Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Fraunhofer-Institute bündeln Wasserstoff-Wissen

Das Fraunhofer IWES hat zum Jahresbeginn 2022 einen großen Teil der Wasserstoff-Aktivitäten des Fraunhofer IMWS übernommen. In Leuna und Görlitz unterhält das Fraunhofer IWES damit zusätzliche Standorte, die auf unterschiedliche Schwerpunkte der Wasserstoffwertschöpfungskette ausgerichtet sind und weiter ausgebaut werden sollen. Das beschleunigt nicht nur die Erweiterung der Kompetenzbasis im Bereich Wasserstoff, sondern schafft auch eine […]

von | 25.01.22

Das Fraunhofer IWES hat zum Jahresbeginn 2022 einen großen Teil der Wasserstoff-Aktivitäten des Fraunhofer IMWS übernommen. In Leuna und Görlitz unterhält das Fraunhofer IWES damit zusätzliche Standorte, die auf unterschiedliche Schwerpunkte der Wasserstoffwertschöpfungskette ausgerichtet sind und weiter ausgebaut werden sollen. Das beschleunigt nicht nur die Erweiterung der Kompetenzbasis im Bereich Wasserstoff, sondern schafft auch eine einmalige Infrastruktur: Drei Testfelder für Elektrolyseure und ihre Komponenten, die sich derzeit teilweise im Betrieb, teilweise im Aufbau befinden, werden aus einer Hand geführt. Dr.-Ing. Sylvia Schattauer vom Fraunhofer IMWS wird zum Jahresbeginn kommissarische Institutsleiterin des Fraunhofer IWES und stellt mit Prof. Andreas Reuter die Doppelspitze des Instituts.

Leistungsstarke Prüfinfrastruktur aufgebaut

Testen, Messen und Validieren von Komponenten und Phänomenen rund um die Windenergie-Erzeugung – das ist der Markenkern des Fraunhofer IWES. Dafür wurde in den letzten zehn Jahren eine leistungsstarke Prüfinfrastruktur für rund 150 Mio. Euro auf- und ausgebaut. Im Zuge der Zusammenlegung des IMWS-Kompetenzfeldes mit den Wasserstoffaktivitäten des Fraunhofer IWES betreibt das Institut dann Elektrolyseur-Testfelder in Bremerhaven, Leuna und Görlitz. Verbunden durch eine digital vernetzte Infrastruktur stehen beim Fraunhofer IWES dann Test- und Qualifizierungskapazitäten für Elektrolyseur- und Brennstoffzellensysteme von über 25 MW zur Verfügung.

Die Einrichtungen ergänzen sich, was Synergien schafft: In Bremerhaven ist das Testzentrum direkt mit einer 8 MW-Windenergieanlage gekoppelt und nutzt ein virtuelles Netz zur Prüfung der elektrischen Eigenschaften von Elektrolyseuren, in Leuna ist ein direkter Anschluss an die chemische Industrie vorhanden und Kapazitäten für Power-to-X-Prozesse werden bereitgestellt und in Görlitz wird unter anderem die automatisierte Fertigung von Elektrolyseuren untersucht und optimiert.

„Erstmalig kann sektorübergreifend von der windbasierten Energieerzeugung bis zur Wirkung und Modellierung das Zusammenspiel großer regionaler Energieerzeugungs-, Speicherungs- und Verbrauchereinheiten demonstriert werden“, so Dr.-Ing. Sylvia Schattauer, kommissarische Institutsleiterin des Fraunhofer IWES.

Synergien nutzen

Für die Kunden hat dies den Vorteil einer abgestimmten Belegungsplanung, die Möglichkeit, vergleichbare Ergebnisse von unterschiedlichen Prüfständen zu erhalten, und je nach Schwerpunkt das passende Umfeld wählen zu können. Das Fraunhofer IMWS wird sich mit seinen Kernkompetenzen in der Mikrostrukturanalytik künftig auf Fragestellungen für zuverlässige und leistungsfähige Materialien in der Wasserstoffwirtschaft konzentrieren und dieses Know-how auch in gemeinsame Projekte mit dem Fraunhofer IWES einbringen.

Die hohe Dynamik der Wasserstoff-Branche und die jeweiligen lokalen Gegebenheiten und Anforderungen hatten vor einigen Jahren gleich mehrere Fraunhofer-Experten auf die Idee für ein Elektrolyseur-Testfeld gebracht. So wurden parallel drei Labore mit individuellem Profil entwickelt und bereits teilweise gebaut. Der Bedarf an Prüfleistungen ist groß, da gerade das Zusammenspiel von Elektrolyseur und regenerativen Energien technisch eine immense Herausforderung darstellt – die fluktuierende Energieeinspeisung bringt die Systeme an ihre Grenzen. Die Elektrolyseure dafür zu optimieren, ihre Zuverlässigkeit, Effizienz und Wirtschaftlichkeit zu verbessern ist das Ziel der drei Hydrogen Labs.

Das Fraunhofer IWES zeigt wie sich Windenergie- und Wasserstoffproduktion ergänzen: Wasserstoff als Energieträger macht Energie speicher- und transportierbar; bei hohem Windaufkommen sorgt er dafür, dass Windenergie nicht durch Abregelung verloren geht. Grüner Wasserstoff und seine Syntheseprodukte können erheblich zur Dekarbonisierung von Industrien wie Stahl und Chemie beitragen und ist daher ein zentraler Baustein der Energiewende.

Von den mehr als 300 Mitarbeitenden des Fraunhofer IWES werden 35 im ausgebautem Geschäftsfeld Wasserstofftechnologie tätig sein. Es gibt zahlreiche Anknüpfungspunkte zwischen den Laboren, und auch in gemeinsamen Projekten wird bereits zusammengearbeitet.

 

(Quelle: Fraunhofer IWES)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Neue Doppelspitze des Fraunhofer IWES: Dr.-Ing. Sylvia Schattauer und Prof. Andreas Reuter (© Martina Buchholz)

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

FNB Gas e.V. fordert Anpassungen am Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpaket
FNB Gas e.V. fordert Anpassungen am Gesetzentwurf zum Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpaket

Der Deutsche Bundestag hat am 23. April erstmals den Gesetzentwurf der Bundesregierung „zur Änderung des Energiewirtschaftsgesetzes und weiterer energierechtlicher Vorschriften zur Umsetzung des Europäischen Gas- und Wasserstoff-Binnenmarktpakets“ debattiert. Die Vereinigung der Fernleitungsnetzbetreiber Gas e.V. (FNB Gas e.V.) hat bereits Stellung genommen und zentrale Anpassungen gefordert, unter anderem zu grenzüberschreitender Wasserstoffinfrastruktur.

mehr lesen
Dritte Auktion: Wasserstoffbank vergibt 1 Milliarde Euro an neun Projekte
Dritte Auktion: Wasserstoffbank vergibt 1 Milliarde Euro an neun Projekte

Die Europäische Kommission hat im Rahmen der dritten Auktion der Europäischen Wasserstoffbank neun Projekte zur Förderung ausgewählt. Die Wasserstoffprojekte erhalten zusammen über eine Milliarde Euro aus dem Innovationsfonds der EU. Sie sollen insgesamt mehr als 1,3 Millionen Tonnen Wasserstoff in den ersten zehn Betriebsjahren produzieren und dabei neun Millionen Tonnen CO₂-Äquivalente einsparen.

mehr lesen
Lieferkette für Flüssigwasserstoff soll über Hamburg entstehen
Lieferkette für Flüssigwasserstoff soll über Hamburg entstehen

Die Daimler Truck Holding AG, die MB Energy Holding GmbH & Co. KG und Kawasaki Heavy Industries Ltd. haben eine Vereinbarung zum Aufbau einer Lieferkette für verflüssigten Wasserstoff nach Europa unterschrieben. Die Infrastruktur soll über dem Hamburger Hafen entstehen. Ziel ist es, den kommerziellen Betrieb für die Versorgung mit H2 Anfang der 2030er Jahre zu starten.

mehr lesen

H2 Talk

„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“
„Explosionsschutz ist eine Schlüsseltechnologie für die Wasserstoffwirtschaft“

Publikationen