Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Neuartige Batterie des Fraunhofer IZM produziert Wasserstoff

Stromspeicher und H2-Produzent zugleich: Das Fraunhofer IZM Projekt „Zn-H2“ entwickelt eine kostengünstige Zink-Batterie, die sowohl Energie speichern als auch Wasserstoff produzieren kann. Erste Tests weisen einen Wirkungsgrad von bis zu 50 % zur Stromspeicherung und 80 % zur Wasserstofferzeugung aus. Dabei soll die Lebensdauer der Wunder-Batterie zehn Jahre betragen.

von | 28.07.23

Eine Batterie des Fraunhofer IZM soll nicht nur Strom speichern, sondern auch Wasserstoff produzieren können
© SmirkDingo - stock.adobe.com
H2-Speicherung

28. Juli 2023 | Stromspeicher und H2-Produzent zugleich: Das Fraunhofer IZM Projekt „Zn-H2“ entwickelt eine kostengünstige Zink-Batterie, die sowohl Energie speichern als auch Wasserstoff produzieren kann. Erste Tests weisen einen Wirkungsgrad von bis zu 50 % zur Stromspeicherung und 80 % zur Wasserstofferzeugung aus. Dabei soll die Lebensdauer der Wunder-Batterie zehn Jahre betragen.

Ein Konsortium aus Forschungseinrichtungen und den Firmen Zn2H2 GmbH und Steel PRO Maschinenbau GmbH wollen im Projekt Zn-H2 grüne Energie speichern. Ziel ist eine langlebige Batterie, die für eine Langzeitspeicherung geeignet ist. Ausgehend von etablierten Lösungen im Batteriebereich mit Zink-Anode kombinieren die Forschenden diese Technologie mit der alkalischen Wasser-Elektrolyse und versuchen so, eine neue Speichertechnologie zu entwickeln.

Zink-Speicher sind kostengünstiger als herkömmliche Lithium-Akkus. Zudem verwenden sie leicht verfügbare Rohstoffe (Stahl, Zink, Kaliumhydroxid) und gelten als recycelbar. Elektrisch aufladbare Wasserstoffspeicher sollen die Energie in Form metallischen Zinks speichern und bedarfsgerecht Elektrizität und Wasserstoff bereitstellen.

Demonstrator bis Jahresende

Bis zum Jahresende soll ein Demonstrator entstehen. Final wollen die Forschenden acht Zellen mit einer Kapazität von circa 12 V und 50 Ah elektrisch verbinden. Die galvanische Abscheidung sei eine kostengünstige Produktionstechnik für die großflächige Herstellung des bifunktionalen Katalysators, an dem abwechselnd Wassersoff und Sauerstoff entstehen.

Das Team am Fraunhofer IZM in Berlin ist verantwortlich für die Auslegung des Demonstrators, den Aufbau eines Teststands und die Durchführung der Zuverlässigkeitstests. Da diese Art von Zink-Wasserstoff-Speichern bisher einmalig ist, haben sie eine entsprechende Testumgebung entwickelt. Dafür wird eine hochpräzise intelligente Steuerung eingesetzt, um unterschiedliche Parameter anzupasst und zu optimieren.

Die ersten Tests zeigen laut den Forschenden: Bei einer realistischen Nutzung in jahreszeitbedingten Dunkelpausen, aber auch bei der täglichen Nutzung als Solarspeicher haben die Katalysatoren eine Lebensdauer von mehr als zehn Jahren. Bis zur finalen Industrietauglichkeit müsse das System jedoch noch einige Etappen des Up-Scaling durchlaufen.

Funktionsweise der Zink-Batterie

Projektkoordinator Dr. Robert Hahn vom Fraunhofer IZM erklärt:

„Während des Aufladens oxidiert Wasser in der Batterie zu Sauerstoff, gleichzeitig wird Zinkoxid zu metallischem Zink reduziert. Bei der bedarfsgerechten Entladung der Speicherzelle wird das Zink wieder in Zinkoxid umgewandelt. Das Wasser wird wiederum reduziert, so dass Wasserstoff erzeugt und freigesetzt wird.

Es entsteht eine einzigartige Kombination aus Batterie und Wasserstoff-Herstellung mit einem Gesamtwirkungsgrad der Stromspeicherung von 50 %, womit wir die alternative und zurzeit favorisierte Power-to-Gas-Technologie doppelt übertreffen“.

Da die Materialkosten weniger als ein Zehntel eines Lithium-Akkus betrügen, eröffne sich hier eine wirtschaftlich attraktive Perspektive zur Speicherung grüner Energie.

Fraunhofer IZM

Das Zink-Wasserstoff Speichersystem kann zu einem Zehntel der Kosten von Lithium-Batterien produziert werden und speist bedarfsgerecht Wasserstoff in den Energiekreislauf (Quelle: Fraunhofer IZM)

(Quelle: Fraunhofer IZM/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“
„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“

Hamburg gilt als eine der vielversprechendsten Wasserstoff-Modellregionen Deutschlands, denn die Stadt vereint auf engem Raum die gesamte H₂-Wertschöpfungskette. Dabei entsteht keine Insellösung, sondern eine offene Infrastruktur, in die zunächst der Hamburger Green Hydrogen Hub und später potenziell auch über Terminals und das Kernnetz Wasserstoff einspeisen und so ein breites Ökosystem an Abnehmern versorgen kann. Jan Rispens, Geschäftsführer des Clusters Erneuerbare Energien Hamburg, erklärt im exklusiven Interview mit H2News, wie sein Netzwerk den Wasserstoffhochlauf in der Metropolregion aktiv mitgestaltet und warum der Rückgang des Hypes kein Rückschlag ist.

mehr lesen
EU fördert H2-Infrastruktur: 600 Millionen Euro für grenzüberschreitende Energieprojekte
EU fördert H2-Infrastruktur: 600 Millionen Euro für grenzüberschreitende Energieprojekte

Die Europäische Kommission hat am 30. April einen neuen Förderaufruf für grenzüberschreitende Energieinfrastrukturprojekte gestartet. Über das Programm CEF (Connecting Europe Facility) stehen insgesamt 600 Millionen Euro für Studien und Bauarbeiten zur Verfügung. Der Aufruf richtet sich an Vorhaben der aktualisierten Liste der Projekte von gemeinsamem Interesse (PCI) und der Projekte von gegenseitigem Interesse (PMI). Diese umfasst unter anderem 100 Wasserstoffprojekte.

mehr lesen
350 Millionen Euro Bundesmittel treiben Deutschlands größte eSAF-Anlage in Schwedt an
350 Millionen Euro Bundesmittel treiben Deutschlands größte eSAF-Anlage in Schwedt an

Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche und Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke haben den Förderbescheid für das Projekt „Brandenburg eSAF“ übergeben. Dabei soll in Schwedt die größte deutsche Produktionsanlage für elektrische nachhaltige Flugkraftstoffe (eSAF) entstehen. Die Anlage soll ab 2030 jährlich mehr als 30.000 Tonnen eSAF produzieren. Die Menge entspricht rund einem Viertel der deutschen eSAF-Beimischungspflichten. Bund und Land Brandenburg fördern das Projekt mit 350 Millionen Euro. 

mehr lesen

H2 Talk

„Wer jetzt zweifelt, verhindert Milliarden-Investitionen“ Cluster Erneuerbare Energien Hamburg (EEHH)
„Ab 2026 könnten wir über den THG-Quotenhandel 15 Euro pro Kilogramm Wasserstoff erzielen“
„Wasserstoff ist in der industriellen Prozesswärme eine ‚No-Regret-Option‘“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt