H2-Speicherung in Salzen: Mecklenburg-Vorpommern startet neues Projekt

Ein Forschungsverbund in Mecklenburg-Vorpommern entwickelt eine alternative Wasserstoffspeichertechnologie ohne Hochdruck oder Tieftemperatur. Das mit 4,4 Millionen Euro geförderte Projekt FormaPort setzt auf Kaliumverbindungen als kostengünstiges und sicheres Speichermedium. Die Technologie könnte herkömmliche Druckgas- und Flüssigwasserstoff-Speicher ergänzen oder ersetzen. Beteiligt sind neben der H2Apex-Tochter Akros Energy die Hochschule Wismar, das Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) sowie die TAB GmbH.

von | 13.08.25

Übergabe des Förderbescheids
© Hochschule Wismar

Am Freitag (8. August) haben die Hochschule Wismar und ihre drei Projektpartner den offiziellen Fördermittelbescheid für das Forschungsprojekt FormaPort erhalten. Dies meldete die Hochschule am Montag (12. August).

Das vierjährige Verbundprojekt zur alternativen Wasserstoffspeicherung erhält demnach insgesamt 4,4 Millionen Euro vom Land Mecklenburg-Vorpommern und aus EFRE-Mitteln der Europäischen Union. Davon entfallen rund 1,1 Millionen Euro auf die Hochschule Wismar.

Kaliumverbindungen als kostengünstiges Speichermedium

Das Projekt setzt auf Formiatsalze als Transport- und Speichermedium für Wasserstoff. Konkret kommen Kaliumformiat und Kaliumhydrogencarbonat zum Einsatz – beides gut verfügbare und ungiftige Verbindungen. Das Gas wird dabei in wasserstoffbeladene Salzlösungen umgewandelt und kann unter Einsatz von Katalysatoren wieder freigesetzt werden.

Dieser Ansatz unterscheidet sich grundlegend von etablierten Speichermethoden wie Druckwasserstoff oder Flüssigwasserstoff, da er ohne hohen Druck oder extreme Temperaturen auskommt. „FormaPort kann einen wichtigen Beitrag leisten, die Energiewende voranzutreiben und die Infrastruktur für grünen Wasserstoff nachhaltig zu stärken“, erklärte Wirtschaftsminister Dr. Wolfgang Blank bei der Übergabe des Förderbescheids in Rostock.

Der Ansatz kombiniere ökologische Vorteile mit wirtschaftlicher Machbarkeit, da die verwendeten Materialien auf in der Natur reichlich vorhandenen Rohstoffen basieren und als extrem sicher gelten.

Vier Partner für industrielle Anwendungsreife

Im Projektkonsortium sind vier Partner mit speziellen Aufgabenbereichen aktiv. Die Akros Energy GmbH, eine Tochter der H2Apex Group aus Laage und seit Mai unter neuer Führung, übernimmt die Projektleitung. Dabei entwickelt sie Demonstrationsanlagen zur reversiblen Wasserstoffspeicherung und -freisetzung, die perspektivisch kommerzialisiert werden sollen.

Das Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT) in Rostock optimiert derweil die Katalysatoren für die Hydrierungs- und Dehydrierungsprozesse. Das Institut verfügt bereits über Erfahrungen mit formiat-basierten Speichersystemen aus anderen Forschungsprojekten. Dabei hatte es zum Teil bereits mit Akros Energy kooperiert.

Die Hochschule Wismar verantwortet als dritter Partner die verfahrenstechnische Entwicklung von Kristallisationsprozessen, Fest-Flüssig-Trennung und Feststoffhandling. Last but not least entwickelt die TAB GmbH aus Bentwisch einen energieeffizienten Kristallisator zur Isolierung des Speichermediums.

„Die interdisziplinäre Zusammenarbeit der Projektpartner bildet die Grundlage für die Entwicklung eines robusten und skalierbaren Transport- und Speichersystems“, erläuterte Prof. Dr.-Ing. Mathias Wilichowski, der das Projekt wissenschaftlich begleitet. Das Ziel sei ein kontinuierliches industrielles Verfahren, das Wasserstoff kostengünstig und sicher speichert.

Kommerzialisierung als Fernziel

Neben der technologischen Entwicklung fördert FormaPort den wissenschaftlichen Nachwuchs: Ein Absolvent des Studiengangs Verfahrenstechnik beginnt im Rahmen eines kooperativen Promotionsverfahrens seine Doktorarbeit, ein Postdoktorand verstärkt das Team zum Jahresende.

Die Forschungsarbeiten finden laut Pressemitteilung in modernen Laboren für Verfahrenstechnik auf dem Campus Wismar und am Standort Malchow auf der Insel Poel statt. Mit der vierjährigen Laufzeit soll das Projekt die industrielle Anwendungsreife der Formiatsalz-Technologie erreichen und den Grundstein für eine bezahlbare Langzeit-Energiespeicherung legen.

(Quelle: Hochschule Wismar/2025)

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