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10 GW Elektrolysekapazität: H2Giga diskutiert Zwischenstand

Wasserstoff-Konferenz in Berlin: Ende letzter Woche haben sich rund 350 Experten über die bisherigen Ergebnisse von H2Giga ausgetauscht. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Wasserstoff-Leitprojekt gilt als wichtiges Element für die Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie.

von | 26.09.23

H2Giga soll serielle Fertigung von Elektrolyseuren ermöglichen, um das Ziel der Nationalen Wasserstoffstrategie zu erreichen
Quelle: BMBF

25. September 2023 | Wasserstoff-Konferenz in Berlin: Ende letzter Woche haben sich rund 350 Experten über die bisherigen Ergebnisse von H2Giga ausgetauscht. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Wasserstoff-Leitprojekt gilt als wichtiges Element für die Umsetzung der Nationalen Wasserstoffstrategie.

Am 21. und 22. September Woche lud der Dechema e. V. zum Pressegespräch. Experten aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft präsentierten erste Erfolge und diskutierten den aktuellen Stand des Projektes.

Die Konferenz eröffnete Dr. Alexis Bazzanella vom Dechema e. V. Die gemeinnützige Fachgesellschaft fördert den wissenschaftlichen und technischen Austausch zwischen Experten verschiedener Disziplinen, Organisationen und Generationen und veranstaltete die Tagung.

Außerdem sprachen:

  • Till Mansmann, Innovationsbeauftragter „Grüner Wasserstoff“ im BMBF
  • Maren Preuß, Manager Regulatory Affairs bei der Sunfire GmbH
  • Dr. Tom Smolinka, Abteilungsleiter Chemische Energiespeicherung am Fraunhofer ISE
  • Florian Hajdu, Head of Hydrogen Business Development & New Solution Management bei MAN Energy Solutions

 

Erste Hersteller bauen Produktionskapazitäten auf

Quelle: H2Giga/BMBF

Das H-TEC SYSTEMS Stack Manufacturing & Development Center in Hamburg: serielle Fertigung der PEM-Elektrolyseure (Quelle: H2Giga/BMBF)

Das Ergebnis: Nach knapp zwei Jahren gibt es erste Hersteller, die Elektrolyseure in Serie fertigen. So weihte im März die Sunfire GmbH eine Erweiterung der bestehenden Galvanik-Anlage ein. Parallel laufen, laut Angaben des Alkali-Elektrolyseur-Herstellers, die Arbeiten an einer vollautomatischen Anlage, die in diesem Jahr den Betrieb aufnehmen soll. Auch die MAN Energy Solutions Tochter H-Tec Systems hat den ersten Schritt Richtung Serienproduktion getan. Sie feierte im April den Spatenstich des Stack Manufacturing & Development Centers in Hamburg. Ab 2024 sollen dort PEM-Elektrolyse-Stacks (PEM: Proton Exchange Membrane) mit einer möglichen Gesamtleistung von bis zu 5 GW jährlich automatisiert gefertigt werden. Auch die Sunfire GmbH hat mit der Serienfertigung Elektrolyseure begonnen.

Die im Rahmen von H2Giga entwickelten Greifer und die robotergestützte Montage hätten einen wichtigen Grundstein dafür gelegt, so die Teilnehmer. Mittels vollautomatischer Montage lassen sich die Stacks eines Elektrolyseurs im industriellen Maßstab reproduzierbar zusammensetzen.

Damit neue Forschungsergebnisse direkt in die Umsetzung kommen, arbeiten Forschung und Industrie in H2Giga eng zusammen. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme (ISE) unterstützt die Stack-Entwicklung als Forschungspartner. Zudem will es die edelmetallfreie Elektrolyse mit anionenleitender Membran (AEM) weiterentwickeln.

500 Mio. € Förderung

Das vom BMBF mit bis zu 500 Mio. € geförderte Projekt H2Giga widmet sich der serienmäßigen Herstellung von Elektrolyseuren. Dafür arbeiten etwa 120 Partner in dem Zeitraum vom 01.04.2021 bis zum 31.03.2025 zusammen. Ziel ist es, die gesamte Wertschöpfungskette der der PEM-Elektrolyse (PEM), der alkalischen Elektrolyse (AEL) und der Hochtemperatur-Elektrolyse (HTEL) in die industrielle Anwendung zu überführen.

Die Bundesregierung hat in der Fortschreibung der Nationalen Wasserstoffstrategie die anvisierte Elektrolyse-Kapazität verdoppelt: Nun sollen mindestens 10 GW bis 2030 aufgebaut werden. Hierfür braucht es vor allem zahlreiche Elektrolyseure. Aktuell werden die Anlagen jedoch größtenteils in Handarbeit hergestellt, was zeitaufwändig und kostenintensiv ist.

 

Die drei Wasserstoff-Leitprojekte
(Quelle: BMBF/2023)

 

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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