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Millionenprojekt zur H2-Nutzung in der Kraft-Wärme-Kopplung nimmt Arbeit auf

Das Gas- und Wärme-Institut Essen (GWI) koordiniert ein neues Forschungsprojekt zur Nutzung von Wasserstoff in der Kraft-Wärme-Kopplung (KWK): "HyDi.KWK" erforscht, wie KWK-Anlagen Wasserstoff optimal nutzen können - und wie sie dabei mittels Digitalisierung noch effizienter werden.

von | 10.12.24

Planen für die neue Forschungsinfrastruktur, (v. l.) Maik Rehkamp (EVNG), Olaf Poppek (ELE), Nadine Lucke (GWI)
© Ludger Staudinger/GWI
Kraft-Wärme-Kopplung

Das auf drei Jahre angelegte Vorhaben erhält rund 6 Millionen Euro aus Mitteln des Landes Nordrhein-Westfalen und der Europäischen Union, teilte das GWI am Freitag (6. Dezember) mit. Im Mittelpunkt steht der Aufbau einer Demonstrationsplattform, die sowohl die H2-Readiness als auch die Digitalisierung moderner KWK-Technologien erforschen soll.

„Unser Ziel ist die Entwicklung innovativer Lösungen zur Integration von Wasserstoff in digitalisierte KWK-Energiesysteme“, erläuterte Projektleiterin Nadine Lucke vom GWI. Die Forschungsarbeiten sollen einen Beitrag zur Dekarbonisierung und Resilienz der Energieversorgung leisten und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien ermöglichen.

Wasserstoff in der Kraft-Wärme-Kopplung

Die Kraft-Wärme-Kopplung spielt bereits heute eine wichtige Rolle bei der dezentralen Energieversorgung von Industrie, Gewerbe und Wohnquartieren. Sollten diese Anlagen künftig mit Wasserstoff betrieben werden können, eröffnen sich neue Absatzmärkte für grünen Wasserstoff. Das kann wiederum den Markthochlauf beschleunigen.

Besonders relevant ist dabei die Frage der Wirtschaftlichkeit: Die geplante Demonstrationsplattform wird Erkenntnisse über die technischen und ökonomischen Voraussetzungen für einen Wasserstoffeinsatz in der KWK liefern. Diese Erfahrungen können in die Ausgestaltung von Förderinstrumenten einfließen. Zudem wird das Projekt Aufschluss darüber geben, wie die bei der Wasserstoffproduktion entstehende Abwärme effizient in Wärmenetze integriert werden kann, um die Gesamteffizienz des Systems zu optimieren.

Die geplante Demonstrationsplattform soll des Weiteren Erkenntnisse für die technische Transformation liefern. Durch die Erprobung unter Realbedingungen lassen sich Herausforderungen bei der Umstellung bestehender KWK-Anlagen auf Wasserstoff frühzeitig identifizieren. Dies ist essentiell für eine breite Markteinführung wasserstofffähiger KWK-Systeme.

Praktische Umsetzung der Energiewende

Die Förderung erfolgt im Rahmen des Wettbewerbs Forschungsinfrastrukturen.NRW. Sein Fokus liegt auf der anwendungsorientierten Förderung von Forschung und technologischer Entwicklung in der Region. Das GWI bringt als unabhängiges Forschungsinstitut mehr als 85 Jahre Erfahrung in der Energieforschung ein. Mit der Kombination aus Forschung & Entwicklung, Bildungswerk und einem der größten Prüflabore für Gasgeräte in Deutschland will sich das Insititut nun auch bei der praktischen Umsetzung der Energiewende einbringen.

Das Projekt wird unter dem Dach des Virtuellen Instituts KWK.NRW umgesetzt. Neben dem GWI sind drei Lehrstühle der Universität Duisburg-Essen beteiligt:

  • der Lehrstuhl für Energieverfahrenstechnik und Energiesystem
  • der Lehrstuhl für Energietechnik
  • der Lehrstuhl für Energiewirtschaft.

Als weiterer Partner ist die WTZ Roßlau gGmbH eingebunden. Diese forscht unter anderem bereits an der Nutzung von grünem Methanol als Treibstoff für Schiffe.

 

(Quelle: GWI/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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