Die Landesregierung hatte 2024 das „Wasserstoff-Importkonzept Nordrhein-Westfalen“ veröffentlicht. Die neue Publikation „Wasserstoffimporte für NRW: Status quo und Perspektive“ soll das Konzept ergänzen. Sie zeigt auf: Der Bedarf an klimaneutralem Wasserstoff in Nordrhein-Westfalen wird bis 2045 anwachsen.
Dr. Katharina Schubert, Geschäftsführerin der Landesgesellschaft für Energie und Klimaschutz NRW.Energy4Climate GmbH, erklärte: „Insbesondere die energieintensive Grundstoffindustrie und der industrielle Mittelstand, aber auch die Energiewirtschaft haben einen steigenden Bedarf an Wasserstoff.“
Einen Teil des Bedarfs könne das Bundesland durch den Aufbau regionaler Produktionskapazitäten sowie den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien decken. Der andere Teil müsse importiert werden: per Pipeline aus den Niederlanden, der Iberischen Halbinsel oder Skandinavien, oder per Schiff aus weiter entfernten Regionen wie Brasilien.
Diversifiziertes Importportfolio soll Abhängigkeiten vermeiden
Die Publikation richte sich an Industrieunternehmen, Kommunen und weitere Akteure, die sich mit dem Import von Wasserstoff befassen. Sie zeigt unter anderem, dass ein diversifiziertes Importportfolio kritische Abhängigkeiten vermeiden könnte. Das Portfolio würde sich dabei aus pipelinegebundenen Importen aus Europa und schiffsgebundenen Lieferungen aus globalen Erzeugungsregionen zusammensetzen. Eine Diversifizierung erfolge hinsichtlich Bezugsland, Transportmedium und -methode.
Pipelineimporte gelten als effizienteste Option
Zudem sei der Import von gasförmigem Wasserstoff per Pipeline aus den Nordseeanrainern, der Iberischen Halbinsel oder Skandinavien insgesamt am effizientesten. Das liege daran, dass weitere Umwandlungsschritte entfallen und große, kostengünstige Transportkapazitäten zur Verfügung stehen würden.
Schiffsbasierte Importe erweiterten zwar den Kreis möglicher Erzeugungsregionen, seien jedoch oft mit zusätzlichen Umwandlungsschritten verbunden. Bis 2030 sollen in den für Nordrhein-Westfalen relevanten Seehäfen dazu Import- und Erzeugungskapazitäten entstehen.
Grünes Ammoniak als kurzfristige Alternative
Importiertes grünes Ammoniak könne außerdem kurzfristig graue Ammoniakmengen in bestehenden Anwendungen ersetzen. Mittelfristig kämen die direkte Nutzung als Brennstoff sowie die Rückumwandlung zu Wasserstoff mittels großskaliger Cracker hinzu.
Ähnliche Gesamtkosten bei Importwegen
Die verschiedenen Importpfade unterschieden sich laut Publikation in ihrer Kostenstruktur, lägen insgesamt aber auf einem vergleichbaren Gesamtkostenniveau. Mit zunehmender Marktreife und sinkenden Investitionskosten ließen sich bestehende Kostendifferenzen schrittweise reduzieren.










