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Österreich: Eröffnung erster Anlage zur Methan-Elektrolyse

Im RAG Energy Valley in Krift wurde Österreichs erste Methan-Elektrolyse-Anlage in Betrieb genommen. Die Demoanlage soll Methan mittels Sonnenstrom in grünen Wasserstoff und hochreinen Kohlenstoff zerlegen – und dabei kein CO2 emittieren. Das Verfahren gilt nicht nur als Quelle für Wasserstoff, sondern auch für den derzeit knappen Rohstoff „Solid Carbon“. Er kann unter anderem zur Verbesserung der Bodenqualität eingesetzt werden. 

von | 12.10.23

Mit einer Speicherkapazität von ca. 6,3 Mird. m3 besitzt das Unternehmen rund 6 % aller EU-Gasspeicherkapazitäten
Quelle: RAG Austria AG
Methan-Elektrolyse

12. Oktober 2023 | Im RAG Energy Valley in Krift hat die RAG Austria AG Österreichs erste Methan-Elektrolyse-Anlage in Betrieb genommen. Die Demoanlage soll Methan mittels Sonnenstrom in grünen Wasserstoff und hochreinen Kohlenstoff zerlegen – und dabei kein CO2 emittieren. Das Verfahren gilt nicht nur als Quelle für Wasserstoff, sondern auch für den derzeit knappen Rohstoff „Solid Carbon“. Er kann unter anderem zur Verbesserung der Bodenqualität eingesetzt werden.

Die Einweihung der Anlage erfolgte im Beisein von Bundesminister Magnus Brunner, dem Sektionschef des österreichischen Bundesministeriums für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) Jürgen Schneider sowie Oberösterreichs Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner. Nach Wunsch der Beteiligten soll die Methan-Elektrolyse zur klimafreundlichen und krisensicheren Rohstoffversorgung in Oberösterreich beitragen.

Nach Angaben der RAG Austria AG soll der erzeugte Wasserstoff in den firmeneigenen Energiespeichern des „Underground Sun Storage“ in Pilsbach und Gampern saisaonal gelagert werden. Im eigenen H2-Blockheizkraftwerk (BHKW) soll er dann zur Eigenstrom- und Wärmeversorgung des Standorts zum Einsatz kommen. In den kommenden Wintern könne der Energie-Überschuss auch zur Versorgung von bis zu 800 Haushalten mit grüner Fernwärme und Öko-Strom genutzt werden.

Der außerdem gewonnene feste Kohlenstoff ist ein Rohstoff für Batterien, Computerchips, Kohlenstofffasern und die Herstellung Carbon-basierter Materialien. Sie werden in zahlreichen Branchen wie der Medizintechnik, Luft- und Raumfahrt oder Hightechindustrie verwendet. Des Weiteren kann der hochreine Stoff als Ausgangsmaterial für die Bodenverbesserung der Landwirtschaft genutzt werden.

100% erneuerbarer Strom bis 2030

Das RAG Energy Valley bei Kremsmünster in Oberösterreich ist eine Modellregion für 100% grüne Energieversorgung. Hier sollen Projekte zu Klimaschutz, Versorgungssicherheit und CO2-neutraler Energieversorgung erforscht werden. Für das Projekt der „Methan-Elektrolyse“ arbeitet die RAG mit der Berliner Graforce GmbH, der Universität für Bodenkultur und der Montanuniversität Leoben zusammen.

„Unsere modularen Anlagen ermöglichen die Herstellung von CO2-freiem Wasserstoff mit hoher Effizienz und geringeren Infrastrukturkosten. Die von uns entwickelte Technologie schließt wichtige Stoffkreisläufe, ermöglicht zentralen Branchen mehr Nachhaltigkeit und Klimaschutz und ist gleichzeitig wirtschaftlich. Wir verzeichnen großes internationales Interesse an dieser Technologie und freuen uns über das gemeinsame Vorzeigeprojekt mit RAG Austria“, erläutert Jens Hanke, Gründer und Geschäftsführer der Graforce GmbH.

Österreich will bis 2030 seinen Strom zu 100% aus erneuerbaren Quellen beziehen und bis 2040 klimaneutral sein – zehn Jahre vor der EU.

„Die Methan-Elektrolyse-Technologie ist eine Option zur Herstellung von klimaneutralem Wasserstoff und hat – bei Verwendung von Biomethan – sogar das Potential für negative Kohlenstoffemissionen“, so Sektionschef Jürgen Schneider – Bundesministerium für Klimaschutz.

Fester Kohlenstoff gegen Ernteausfälle

Durch die intensive landwirtschaftliche Nutzung der vergangenen Jahrzehnte sei in den Böden bis zu 50% des Kohlenstoffs durch Erosion oder Humusverlust verloren gegangen, so die Universität für Bodenkultur. Durch den Klimawandel kämen weitere Herausforderungen, z.B. lange Trockenperioden, hinzu.

Nach zahlreichen Untersuchungen besitze man nun erste Ergebnisse zur landwirtschaftlichen Anwendung von Kohlenstoff. Sie besitze großes Potenzial zur Verbesserung der Bodenqualität und zur nachhaltigen Sicherung der landwirtschaftlichen Produktion. Andernfalls drohten in den nächsten Jahrzehnten massive Ernteausfälle.

Ergebnisse mehrerer Glashaus- und Feldversuchen zeigten, dass Kohlenstoff die pflanzliche Nährstoffverfügbarkeit und die Trockenstress-Resistenz von Pflanzen verbessere. Durch die Beimengung von nährstoffreichen Reststoffen wie Kompost oder Gülle könne zudem wertvoller Dünger generiert werden.

Weitere Informationen zum RAG-Energy-Valley erhalten Sie hier
(Quelle: RAG Austria AG/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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