Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Synthetisches Enzym soll H2-Produktion aus Abfallstoffen ermöglichen

Forschende der Universitäten Stuttgart und Hohenheim wollen an einer innovativen Technologie zur biotechnologischen Wasserstoffproduktion arbeiten. Sie planen, ein synthetisches Enzym zu entwickeln, das Mikroorganismen befähigt, grünen Wasserstoff aus Abfallstoffen herzustellen. Für das Forschungsprojekt haben die Wissenschaftler von der Carl-Zeiss-Stiftung eine Förderung in Höhe von 900.000 Euro erhalten.

von | 18.12.25

v.l.n.r.: Prof. Moritz Kühnel, Prof. Hajo Kries und Prof. Johannes Kästner
© ENERGASE / Uli Regenscheit
Synthetisches Enzym soll biotechnologische Wasserstoffproduktion ermöglichen

Das Projekt „Engineering a better-than-nature enzymatic mechanism for biohydrogen production (ENERGASE)“ soll am 1. März 2026 beginnen. Ziel ist die Entwicklung eines künstlichen Enzyms, das bei dem biotechnologischen Verfahren als Katalysator dienen soll. Die sogenannte Energase soll Mikroorganismen ermöglichen, grünen Wasserstoff aus Reststoffen zu produzieren.

Die Energase basiert auf einem bisher unbekannten chemischen Reaktionsprinzip. Sie arbeiten ohne Metallzentren und sollen die Sauerstoffempfindlichkeit natürlicher Hydrogenasen überwinden.

„Es ist ein Problem der natürlichen Hydrogenasen, die sonst für diesen Zweck eingesetzt werden, dass sie empfindlich auf Sauerstoff reagieren“, erklärt Prof. Moritz Kühnel von der Universität Hohenheim. Die Energase soll diese Schwäche überwinden.

Das Enzym kommt ohne Metallzentren aus. Diese Eigenschaft macht es stabiler gegenüber oxidativen Bedingungen. Gleichzeitig soll die katalytische Effizienz erhalten bleiben.

Interdisziplinärer Forschungsansatz

Das neue Verfahren soll eine Alternative zu bestehenden Biokatalysatoren darstellen. Außerdem könnte es die Wettbewerbsfähigkeit biotechnologischer Verfahren gegenüber fossilen Produktionsmethoden erhöhen. Grüner Wasserstoff aus biotechnologischen Prozessen kann zur Reduzierung industrieller Kohlenstoffdioxidemissionen beitragen. Die Verwertung von Abfallstoffen würde zusätzlich Ressourcen schonen und Entsorgungskosten senken.

Das Projektteam vereint Expertise aus synthetischer Biochemie, theoretischer Chemie und anorganischer Chemie. Prof. Hajo Kries und Prof. Johannes Kästner von der Universität Stuttgart arbeiten mit Prof. Moritz Kühnel von der Universität Hohenheim zusammen.

Die Forschenden kombinieren verschiedene Methoden: Computersimulationen, KI-gestütztes Proteindesign und automatisierte Messungen der Enzymaktivität. Mit diesem Ansatz wollen sie das neuartige Enzym entwickeln und optimieren.

Förderung durch Carl-Zeiss-Stiftung

Die Carl-Zeiss-Stiftung fördert das Projekt im Rahmen ihres Wildcard-Programms mit rund 900.000 Euro. Davon gehen knapp 320.000 Euro an die Universität Hohenheim. Das Programm unterstützt Forschungsvorhaben mit hohem Innovationspotenzial und Mut zum Risiko.

Die Projektlaufzeit erstreckt sich bis zum 29. Februar 2028.

 

(Quelle: Universität Hohenheim/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Energieunabhängigkeit made in Essen (Oldenburg)
Energieunabhängigkeit made in Essen (Oldenburg)

Wie gelingt Energieunabhängigkeit und ist das wirtschaftlich überhaupt realistisch? Im Fachbeitrag von Schrand.energy zeigt ein konkretes Praxisbeispiel, wie ein ganzheitliches Wasserstoffsystem aus Photovoltaik, Elektrolyse, Energiespeicherung und Brennstoffzelle Unternehmen vollständig von externen Versorgern unabhängig machen kann. Damit will das Unternehmen aus Essen (Oldenburg) beweisen, warum sich die Investition rechnet.

mehr lesen
Whisky durch Wasserstoffdestillation hergestellt
Whisky durch Wasserstoffdestillation hergestellt

Der Elektrolyseentwickler Supercritical Solutions Ltd. hat am 17. März den Abschluss des Projekts „WhiskHy“ bekannt gegeben. Das Vorhaben wurde in Zusammenarbeit mit dem Spirituosenhersteller Suntory Global Spirits und dem Forschungsinstitut Manufacturing Technology Centre realisiert. Dabei konnte erstmals Whisky mittels Wasserstoffdestillation hergestellt werden.

mehr lesen
Bayern: Gastransportleitung „Augusta“ ist H2-ready
Bayern: Gastransportleitung „Augusta“ ist H2-ready

Der Fernleitungsnetzbetreiber Bayernets GmbH hat Mitte März in der bayerischen Gemeinde Kötz die Inbetriebnahme der Pipeline „Augusta“ gefeiert. Die seit Dezember 2025 aktive Leitung soll zunächst Erdgas transportieren, künftig ist ein Betrieb mit Wasserstoff vorgesehen. An den Feierlichkeiten nahm auch der bayerische Minister für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie Hubert Aiwanger teil.

mehr lesen

H2 Talk

„Explosionsschutz ist eine Schlüsseltechnologie für die Wasserstoffwirtschaft“
„International sehen wir ein enormes Wachstumspotenzial im Wasserstoffmarkt“
„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“

Publikationen

Power-to-Gas

Power-to-Gas

Erscheinungsjahr: 2020

Das Fachbuch fasst aktuelles Wissen zu Power-to-Gas zusammen und bereitet es für Ingenieure der Energie- und Gasversorgung auf. Es wird die gesamte Wertschöpfungskette vom bereitgestellten Strom über die Erzeugung von Wasserstoff und die Integration ...

Zum Produkt

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Erneuerbarer Wasserstoff mit Solar-Wind-Hybridkraftwerken

Autor: Raphael Niepelt, Rolf Brendel

Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement für die Transformation und Defossilierung des Energiesystems. Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hat sich die Politik klar zu grünem Wasserstoff bekannt, wobei der Bedarf vor allem über Importe aus ...

Zum Produkt