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TransHyDE nimmt Pilot-Wasserstoff-Netz in Betrieb

Fünf Wasserstoff-Innovationen auf 130 Metern: TransHyDE hat ein Pilot-Wasserstoff-Netz in Betrieb genommen. In den kommenden Monaten testet das Projekt hier Elemente für das kommende Wasserstoff-Transportnetz auf seine Praxistauglichkeit.

von | 16.08.24

Tests an Pilot-Wasserstoff-Netz in Lingen
© RWE
TransHyDE Pilot-Wasserstoff-Netz

Rund 9.700 Kilometer Wasserstoff-Leitung will die Bundesregierung bis 2032 in Betrieb nehmen lassen. 60 Prozent dieser Leitungen sollen aus umgewidmeten Erdgasleitungen bestehen. Aktuell befinden sich viele der für das künftige Wasserstoff-Netz benötigten Komponenten, allerdings noch im (für Zulassungen notwendigen) Test-Stadium. Das Wasserstoff-Leitprojekt TransHyDE will das nun ändern.

Dazu hat das Projektteam auf dem Firmengelände von RWE in Lingen ein Mini-Wasserstoff-Netz in Betrieb genommen. Es besteht aus neuen und umgewidmeten Leitungen und ist gerade einmal 130 Meter lang. Dieses Mini-Wasserstoff-Netz enthält fünf neue Technologien zum Pipeline-Betrieb made in Germany, die in dem Projekt einem weltweit einzigartigen Praxistest unterzogen werden.

Das testet das Projekt:

  1. Messtechnik zur Bestimmung der Wasserstoff-Qualität
  2. Messtechnik zur Bestimmung von Wasserstoff-Durchfluss-Mengen
  3. Technologien zur Aufreinigung von Wasserstoff
  4. Technologien zur Inspektion von Wasserstoff-Netzen
  5. Prüfstand für Materialverträglichkeits-Tests
Wasserstoff-Teststand

Wasserstoff-Teststand am Pilot-Wasserstoff-Netz von TransHyDE. Hier können Projektpartner untersuchen, wie sich Wasserstoff auf unterschiedliche Materialien auswirkt. Unter anderem lässt sich die Auswirkung des Wasserstoff-Durchflusses auf alte, vorbelastete und neue Leitungen untersuchen und vergleichen (© RWE für TransHyDE)

Details zu den Tests

1. Genauer testet das Projekt ein sogenanntes Gaschromatograph-System zur Messung der Wasserstoff-Reinheit in der Leitung. Zudem eine Containeranlage, die den Wasserstoff aus der Leitung aufreinigt. Denn je nach Anwendung braucht es unterschiedlich reinen Wasserstoff. Während die Stahlindustrie beispielsweise mit Leitungs-Wasserstoff gut auskommt, benötigt die Halbleiter-Herstellung besonders reinen Wasserstoff.

2. Damit Netzbetreiber wissen, wie viel Wasserstoff wohin fließt und dadurch gegenüber anderen Netzbetreibern oder Kunden abgerechnet werden kann, werden auch Geräte zur Messung von Wasserstoff-Durchlauf-Mengen einem Praxis-Test unterzogen.

3. Mithilfe eines Teststands testet TransHyDE zudem, wie sich Wasserstoff bei hohen Temperaturen auf unterschiedliche Materialien auswirkt.

4. Zuletzt untersucht das Projekt weitere Bausteine des kommenden Transportnetzes. So könnten künftig – wie beim Erdgasnetz – Helikopter zur Überwachung des Netzes eingesetzt werden. Mit speziellen in TransHyDE entwickelten Detektionsgeräten suchen sie aus der Luft nach Kleinst-Leckagen in der Leitung. Dieser Laser wird aus Sicherheitsgründen allerdings nicht in Lingen, sondern in einem Test-Labor getestet.

5. Um die Leitungen auch von innen zu inspizieren und schonend zu reinigen, testet das Projekt zudem einen sogenannten Molch.

(Quelle: RWE/TransHyDE/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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