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TU Bergakademie Freiberg meldet zwei Patente für Wasserstoffgewinnung

Experten für Lagerstättentechnik und Fluidbergbau der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) haben zwei neue Patente angemeldet. Diese beschreiben eine Technologie, die aus nicht mehr gewinnbaren Ressourcen Wasserstoff erzeugen kann. Dafür nutzen die Forscher verbleibende Reste in Lagerstätten von Erdöl oder Erdgas.

von | 21.06.24

Campus der TU Bergakademie Freiberg
© Bergakademie, Campus TU Bergakademie Freiberg-Karl-Kegel-Bau, CC BY-SA 4.0
Campus TU Bergakademie Freiberg

21. Juni 2024 | Experten für Lagerstättentechnik und Fluidbergbau der TU Bergakademie Freiberg (TUBAF) haben zwei neue Patente angemeldet. Diese beschreiben eine Technologie, die aus nicht mehr gewinnbaren Ressourcen Wasserstoff erzeugen kann. Dafür nutzen die Forscher verbleibende Reste in Lagerstätten von Erdöl oder Erdgas.

Gestern Lagerstätte für Erdöl – morgen Quelle für blauen Wasserstoff: Zwei neue Patente der TU Bergakademie Freiberg

Schematische Darstellung des Verfahrens zur Erzeugung von Wasserstoff in einer Erdöllagerstätte (© TU Bergakademie Freiberg)

Das Team der TUBAF rund um Professor Moh’d Amro vom Institut für Bohrtechnik und Fluidbergbau der Universität hat zwei Patente angemeldet. Diese beschreiben eine Technologie, die aus nicht mehr gewinnbarem Erdöl oder -gas blauen Wasserstoff herstellt.

Wenn eine Lagerstätte für Erdöl oder Erdgas als ausgefördert gilt, verbleiben immer noch mehr als 30 Prozent der ursprünglich vorhandenen Ressource im Untergrund. Dies will Professor Moh’d Amro nun zur Wasserstofferzeugung nutzen.

Mit der Dampfreformierung wird Wasserstoff industriell aus bereits gewonnenem Erdöl, Erdgas oder Kohle obertägig hergestellt. Das jetzt patentierte Verfahren soll es jedoch künftig ermöglichen, diese Technologie direkt in einer ausgeförderten Lagerstätte anzuwenden, erklärte Professor Moh’d Amro. Im Gegensatz zur bisher gängigen Herstellung von Wasserstoff könne die neue Technologie Ressourcen nutzen, welche ansonsten nicht zugänglich sind. Das eröffne ein großes Potenzial für die Herstellung von blauem Wasserstoff, wodurch weitere fossile Vorräte geschont würden.

5 Euro pro Kilogramm

Der erste Schritt bestehe nun darin, die technische Machbarkeit abzuklären. Mit zunehmendem Erkenntnisgewinn in dieser neuen Technologie sei es dann möglich, wirtschaftliche Parameter zu optimieren.

Zum aktuellen Zeitpunkt liegt der Preis des so produzierten Wasserstoffs laut Professor Moh’d Amro noch bei mehr als 5 Euro pro Kilogramm und damit noch über dem Preis von konventionell hergestelltem Wasserstoff.

Die neue Technologie ermögliche die Weiternutzung einer Lagerstätte, die sonst verschlossen und verwahrt werden muss, und macht den darin erzeugbaren Wasserstoff als Energieträger für viele Anwendungen zugänglich.

Blauer Wasserstoff

Bei dem Prozess entsteht neben Wasserstoff auch CO₂. Dieses will das Forscherteam direkt unterirdisch lagern, sodass es nicht in die Atmosphäre gelangt. Dadurch kann der so hergestellte Wasserstoff als blau bezeichnet werden.

Für die Entwicklung der Technologie nutzte das Team um Professor Moh‘d Amro Simulationen zum Verhalten der Wasserstoffgewinnungsmethode unter der Erde. Außerdem untersuchte das Team, wie sie den Wasserstoff über der Erde aus den Zwischenprodukten Wasser und Kohlenmonoxid herstellen kann. Beide Lösungen wurden nun als Patente in Deutschland angemeldet und bringen die Erforschung von Nachnutzungstechnologien für ausgeförderte Erdöllagerstätten weiter voran.

Neben der Wasserstoffgewinnung untersucht die TUBAF auch das Recycling von Edelmetallen der Elektrolyse.

(Quelle: TU Bergakademie Freiberg/2024)

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