Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

TU Berlin testet Wasserstoff- und Methanproduktion im Klärwerk

In einem Klärwerk mit selbsterzeugtem Energieüberschuss gibt es alles, was zur Herstellung von Wasserstoff und Methan notwendig ist: Wasser, erneuerbaren Strom und CO2. Deswegen hat ein Forschungskonsortium unter Beteiligung der TU Berlin das Projekt E-MetO im Berliner Klärwerk Schönerlinde gestartet. Gemeinsam wollen sie herausfinden, ob und wie sich eine solche Sektorkopplung effizient in die Praxis umsetzen lässt.

von | 08.08.24

Das Klärwerk Schönerlinde in Brandenburg
© Berliner Wasserbetriebe
Klärwerk Schönerlinde

E-MetO steht für „Elektrolyse mit Nutzung von Brauchwasser als Schnittstelle zur biologischen Methanisierung und Ozonierung”. Das Projekt untersucht die Verwendung von behandeltem Abwasser zur Wasserstoffproduktion mittels Elektrolyse. Anschließend erfolgt die Umwandlung des Wasserstoffs zu Methan durch biologische Methanisierung unter Nutzung von CO₂ aus dem Faulgas. Darüber hinaus betrachtet das Forschungskonsortium die Speicherung und Nutzung des Nebenprodukts Sauerstoff in der Ozonung, einer Verfahrensstufe bei der Abwasserreinigung zur gezielten Spurenstoffentfernung und Desinfektion.

Dafür errichtet das Konsortium im Klärwerk zwei Pilotanlagen: ein Elektrolyseur und ein Reaktor für die biologische Methanisierung. Den Betrieb der Anlagen erproben die Forschenden unter Realbedingungen und begleiten dies durch Simulationen. Dies soll die optimale Auslegung der Anlagen sichern und Erkenntnisse für eine mögliche großtechnische Umsetzung liefern. Bei einer möglichen großtechnischen Umsetzung könnten das Biomethan oder der Wasserstoff in das öffentliche Gasnetz eingespeist werden.

Das Klärwerk Schönerlinde produziert mit drei 2-MW-Windenergieanlagen und der energetischen Nutzung des Klärschlamms bereits heute bilanziell mehr regenerativen Strom als es verbraucht. Dieser Überschuss wollen die Projektbeteiligten für die Power-to-Gas-Anlagen nutzen. Die Forschungsanlage wird in das bestehende Energiemanagementsystem des Klärwerks integriert. Ziel ist die Optimierung der Nutzung von Wasserstoff, Methan und Sauerstoff in verschiedenen Sektoren.

Klärwerk

Abwasser und Faulschlamm in Klärwerken könnten mit Hilfe von grünem Strom zur Produktion von Methan und Sauerstoff genutzt werden. Letzterer kann dann wieder zur Abwasserreinigung beitragen (© Ivan Bandura/Unsplash)

Projekthintergründe

Neben der TU Berlin, die mit dem Fachgebiet „Dynamik und Betrieb technischer Anlagen” am Forschungsprojekt beteiligt ist, wirken folgende Partner bei E-MetO mit:

  • TUTTAHS und MEYER Ingenieurgesellschaft mbH
  • Forschungsinstitut für Wasserwirtschaft und Klimazukunft an der RWTH Aachen (FiW)
  • Elektrolyseanlagen-Experte Aspens GmbH aus Hannover
  • Berliner Wasserbetriebe

Das Forschungsprojekt will Klärwerke als wichtigen Standort für Energiewende-Technologien etablieren. Es soll einen Beitrag zur Sektorkopplung und zur Erprobung innovativer Wasserstofftechnologien in der Praxis leisten.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz fördert das im Mai gestartete Forschungsprojekt E-MetO mit 3,2 Millionen Euro.

(Quelle: TU Berlin/2024)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

Thyssenkrupp bezieht wasserstoffbasierten Stahl aus Schweden
Thyssenkrupp bezieht wasserstoffbasierten Stahl aus Schweden

Thyssenkrupp Materials Processing Europe hat mit dem schwedischen Stahlhersteller Stegra einen mehrjährigen Liefervertrag geschlossen. Ab 2027 will das deutsche Unternehmen Nicht-Primär-Stahl aus der wasserstoffbasierten Produktion in Boden beziehen. Die vereinbarte Gesamtabnahmemenge liegt im hohen sechsstelligen Tonnenbereich.

mehr lesen

H2 Talk

„Für die klimaneutrale Klinkermanufaktur kommt nur Wasserstoff in Frage”
Kyocera: „Komponenten für die Wasserstoffproduktion sind der größte Engpass im Hochlauf”

Publikationen