Uniper definiert eine Dunkelflaute als einen Zeitraum von mindestens zehn aufeinanderfolgenden Stunden, in dem Wind- und Solarenergie zusammen weniger als zehn Prozent ihrer installierten Leistung liefern.
Um kurzfristige, systemisch irrelevante Erzeugungsspitzen herauszufiltern, wendet die Analyse einen gleitenden Sechs-Stunden-Durchschnitt an, den sogenannten Mean-Below-Threshold-Ansatz (MBT). Kurze Ausschläge nach oben unterbrechen eine Dunkelflaute in dieser Methodik nicht, da sie weder das Laden von Speichern ermöglichen noch das System verlässlich stabilisieren.
Im untersuchten Zeitraum traten 1.435 Dunkelflauten mit einer Dauer von mehr als zehn Stunden auf – das entspricht im Schnitt einer Dunkelflaute alle drei Tage. Die mittlere Dauer lag bei 12,9 Stunden.
Häufigkeit nach Ereignisdauer: Von stündlich bis wochenlang
Längere Dunkelflauten treten seltener auf, sind aber regelmäßig. Eine 24-stündige Dunkelflaute tritt nahezu monatlich auf. Dreitägige Ereignisse kommen rund zweimal pro Jahr vor. Dunkelflauten von mehr als fünf Tagen treten im Schnitt alle dreieinhalb Jahre auf. 2023 dauerte die längste Dunkelflaute 161 Stunden, was knapp einer Woche entspricht.
Der Anteil von Wind- und Solarenergie an der öffentlichen Stromerzeugung lag 2025 bei rund 47 Prozent. Damit nimmt die Volatilität der Einspeisung zu. Je höher der Anteil wetterabhängiger Erzeugung, desto größer der Bedarf an gesicherter Leistung, wenn Nachfrage und erneuerbare Erzeugung auseinanderfallen.
Warum Batteriespeicher Dunkelflauten nicht überbrücken können
Wenn erneuerbare Energien die Stromnachfrage nicht decken, müssen Kraftwerke, Importe, Lastflexibilitäten und Speicher einspringen. Batteriespeicher reichen für die Überbrückung von Dunkelflauten ab zehn Stunden Dauer jedoch nicht aus, da die Speichertiefe dafür zu gering ist.
Laut Uniper braucht ein verlässliches Energiesystem daher weiterhin gesicherte, flexible Erzeugungskapazitäten, die unabhängig von Wetterbedingungen und Ladezyklen verfügbar sind. Erneuerbare Energien, Speicher und konventionelle Kapazitäten ergänzen sich dabei.
Für die Planung von Erzeugungs- und Speicherinfrastruktur folgt aus der Analyse: Dunkelflauten müssen als Regelfall einkalkuliert werden, nicht als Ausnahme.
Zur Kurzstudie
Methodik und Einordnung
Die Studie basiert auf Daten des Fraunhofer ISE (Energy Charts). Autor ist Christian Brose, leitender Meteorologe bei Uniper und Fellow der Royal Meteorological Society. Brose hat mehr als 18 Jahre Erfahrung im Commodity Trading und leitet das Meteorologie-Team bei Uniper.
(Quelle: Uniper/2026)








