Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Universität Hongkong entwickelt rostfreien Stahl für H2-Anwendungen

Forscher der University of Hong Kong melden einen Durchbruch bei der Entwicklung rostfreien Stahls: Der neuartige „SS-H2“ Stahl biete eine extrem hohe Korrosionsbeständigkeit und eigne sich daher ideal für Anwendungen im Wasserstoffbereich.

von | 28.11.23

Korrosionsfreier Stahl für Wasserstoffanwendungen
© The University of Hongkong
Korrosionsbeständiger Stahl

28. November 2023 | Forscher der University of Hong Kong (HKU) melden einen Durchbruch bei der Entwicklung rostfreien Stahls: Der neuartige „SS-H2“ Stahl biete eine extrem hohe Korrosionsbeständigkeit und eigne sich daher ideal für Anwendungen im Wasserstoffbereich.

Unter der Leitung von Professor Mingxin Huang haben Forschende der HKU an der Fakultät für Maschinenbau den neuartigen Stahl “SS-H2” (stainless steel for hydrogen) mit hoher Korrosionsbeständigkeit entwickelt. Diese Eigenschaft prädestiniert ihn für den Einsatz bei der Gewinnung von Wasserstoff aus Meerwasser.

Die Entdeckung wurde in der Fachzeitschrift Materials Today unter dem Titel “A sequential dual-passivation strategy for designing stainless steel used above water oxidation” veröffentlicht. Die Forschungsergebnisse wurden bereits in mehreren Ländern zum Patent angemeldet. Erste Zulassungen liegen vor.

Großes Potenzial für die industrielle Anwendung

Derzeit werden für Wasserelektrolyseure in entsalztem Meerwasser oder sauren Lösungen teure gold- oder platinbeschichtete Titan-Komponenten benötigt. Durch die Neuentwicklung des SS-Hkönnen Elektrolyseurhersteller teure Strukturbauteile durch kostengünstigeren Stahl ersetzen. Schätzungen zufolge lassen sich die Kosten für Strukturmaterial durch den Einsatz des neuen Stahls um den Faktor 40 senken, was ein großes Potenzial für Industrieanwendungen aufzeigt.

“Von experimentellen Materialien bis hin zu realen Produkten wie Netzen und Schäumen für Wasserelektrolyseure sind noch schwierige Aufgaben zu lösen. Jetzt ist uns ein großer Schritt in Richtung Industrialisierung gelungen. In Zusammenarbeit mit einer Fabrik auf dem Festland wurden bereits Tonnen von SS-H2-Draht produziert”, erklärt Professor Huang.

SS-H2 stellt aufgrund dieser überlegenen Korrosionsbeständigkeit einen grundlegenden Durchbruch gegenüber herkömmlichem rostfreien Stahl dar. Von der Entdeckung des rostfreien Stahls bis zur Vorbereitung der offiziellen Veröffentlichung und hoffentlich der industriellen Anwendung investierte das Team fast sechs Jahre Arbeit.

Doppelte Passivierung führt zu höherer Korrosionsbeständigkeit

Rostfreier Stahl ist ein wichtiger Werkstoff, der in korrosiven Umgebungen weit verbreitet ist. Wesentliches Element für die Korrosionsbeständigkeit ist Chrom. Die Oxidation von Chrom bildet einen passiven Film, der rostfreien Stahl in natürlichen Umgebungen schützt. Wie das Team um Professor Mingxin Huang gezeigt hat, ist es jedoch ein Fehler, sich auf diesen Passivierungsmechanismus zu verlassen.

So weist der nichtrostende Superstahl 254SMO zwar eine ausgezeichnete Beständigkeit gegen Lochfraß in Meerwasser auf. Die transpassive Korrosion schränkt seine Anwendung jedoch ein. Bei herkömmlichen nichtrostenden Stählen tritt transpassive Korrosion unweigerlich bei 1000 mV auf. Das liegt unterhalb des für die Wasseroxidation erforderlichen Potenzials von 1600 mV.

Den chinesischen Forschern ist es gelungen, die Korrosion ihres Stahls in chloridhaltigen Medien bis zu einem Potential von 1700 mV durch eine “sequentielle Doppelpassivierung” zu verhindern. Bei der Doppelpassivierung bildet sich zusätzlich zur Passivschicht auf Chromoxid-Basis bei 720 mV eine sekundäre Schicht auf Mangan-Basis.

Weitere Informationen
(Quelle: ScienceDaily/2023)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“
„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“

Mit ERA ONE konnte die Ineratec GmbH zeigen, dass ihre Technologie im industriellen Maßstab funktioniert. Jetzt geht das Karlsruher Unternehmen mit LIFELINE den nächsten Schritt: einer containerisierten, mobilen Anlage für die dezentrale Kraftstoffproduktion. Im Interview erklärt CEO und Mitbegründer Dr.-Ing. Tim Böltken, welches Problem LIFELINE lösen soll, wie die Produkte im Projekt Giga PtX zum Einsatz kommen und warum er für den Gesamtmarkt der synthetischen Kraftstoffe (e-Fuels) von einem stufenweisen Hochlauf ausgeht.

mehr lesen
Wasserstofffahrzeug JCB Hydromax stellt neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf
Wasserstofffahrzeug JCB Hydromax stellt neuen Geschwindigkeitsweltrekord auf

Der JCB Hydromax hat auf den Bonneville Salt Flats in Utah (USA) einen neuen Geschwindigkeitsweltrekord für Landfahrzeuge mit Wasserstoffantrieb aufgestellt. Es erreichte 653,909 km/h und löst damit den bisherigen Rekord von 301,95 km/h ab. Auch das deutsche Unternehmen Poppe + Potthoff GmbH war an dem Vorhaben beteiligt und lieferte Komponenten für das Wasserstoffverteilsystem.

mehr lesen
Whitepaper macht Kommunikation zum Erfolgsfaktor für die Wasserstoffwirtschaft
Whitepaper macht Kommunikation zum Erfolgsfaktor für die Wasserstoffwirtschaft

Der Wasserstoffmarkt in Deutschland ist technologisch bereit, wirtschaftlich jedoch bisher nicht tragfähig. Dafür haben bislang stabile Preissignale, verlässliche Abnahmestrukturen und ein konsistenter Förderrahmen gefehlt. Zu diesem Schluss kommt die Collective Consulting GmbH nach mehreren Interviews mit Branchenexperten in ihrem aktuellen Whitepaper. Die Kommunikationsberatung hat daraus sechs Handlungsempfehlungen für Unternehmen der Wasserstoffwirtschaft abgeleitet, mit denen sich Innovationen leichter in marktfähige Lösungen übersetzen lassen.

mehr lesen

H2 Talk

„Versorgungssicherheit und Klimaschutz sind keine Gegensätze“
„Das Engagement hat riesige Fortschritte für die Elektrolysetechnologie gebracht“
„Unsere neue H₂-Trainingsstrecke nimmt eine europäische Vorreiterrolle ein”

Publikationen