Das Projekt O2Hamm untersucht die Nutzung von Sauerstoff, der bei der Produktion von grünem Wasserstoff anfällt. Im Forschungsvorhaben untersuchten die Projektpartner die Region Hamm und das Ruhrgebiet. Grundlage dafür ist das Wasserstoffzentrum Hamm. Es soll nach seiner Inbetriebnahme jährlich rund 1.500 Tonnen grünen Wasserstoff erzeugen. Bei der Produktion entstehen etwa 12.000 Tonnen Sauerstoff, die potentiell genutzt werden könnten. Mögliche Abnehmer sind die Abwasserbehandlung, die Lebensmittelindustrie, Krankenhäuser und weitere industrielle Prozesse.
Über zwei Jahre hinweg ermitteln die Projektpartner systematisch den potenziellen Bedarf, vor allem bei mittelständischen Unternehmen. Strukturierte Befragungen bilden dafür die Grundlage. Sie erfassen Anforderungen an Menge, Reinheit und Preis des Sauerstoffs.
Auf dieser Datenbasis untersuchen die Projektpartner anschließend verschiedene Versorgungsoptionen. Dazu zählen Transportlösungen, eine leitungsgebundene Versorgung sowie die gasförmige und verflüssigte Bereitstellung. Projektleiter Sahand Saadat vom Fraunhofer IEG erklärt, die Ergebnisse würden ökologisch und ökonomisch bewertet und sollen Unternehmen als Entscheidungsgrundlage dienen. Das Projekt stärke zudem regionale Wertschöpfungsketten und unterstütze die Transformation zu einer klimaneutralen Industrie.
Eine Dissertation von Franziska Hönig, die im Projekt LocalHy des Fraunhofer-Center für Silizium-Photovoltaik (CSP) entstanden ist, zeigte bereits, dass die kommerzielle Nutzung des Sauerstoffs die Produktionskosten für grünen Wasserstoff um bis zu 45 Prozent senken kann.
Initiative H2Raum vernetzt Akteure im Ruhrgebiet
Das Förderprogramm „T!Raum – TransferRäume für die Zukunft von Regionen“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt finanziert die Initiative H2Raum und fördert das Projekt mit 380.000 Euro.
Das Programm soll Innovationen und den Strukturwandel in strukturschwachen Regionen vorantreiben. H2Raum vernetzt dafür Wasserstoffakteure im Ruhrgebiet: Start-ups, kleine und mittelständische Unternehmen, Hochschulen, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Studierende, Schülerinnen und Schüler sowie die Zivilgesellschaft entwickeln gemeinsam Wasserstoffprojekte.
Die Westfälische Hochschule forscht seit über 20 Jahren zu Wasserstofftechnologie und ist Partnerin zahlreicher regionaler und überregionaler Initiativen. Seit dem Wintersemester 2024/25 bietet sie den Studiengang „Wasserstoffsysteme und Erneuerbare Energien“ an. Mit dem „H2 Solution Lab“ entsteht zudem, gefördert im Rahmen des 5-Standorte-Programms von Bund und Land Nordrhein-Westfalen, ein Wasserstofflabor an der Hochschule.
Das Fraunhofer IEG befasst sich innerhalb der Fraunhofer-Gesellschaft mit Geothermie, Energieinfrastrukturen und industrienaher Wasserstoffforschung. Mit TransHyDE leitet das Institut eines von drei Leitprojekten des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz zu Wasserstofftechnologien. Es entwickelt Speicherlösungen und unterstützt die Integration von Wasserstofftechnologien in bestehende Energiesysteme.









