Wasserstoffspeicherung in Bayern: Porenspeicher im Alpenvorland könnten Salzkavernen ergänzen

Die geologischen Formationen Südbayerns bieten ein bislang wenig beachtetes Potenzial zur Untertagesspeicherung von Wasserstoff. Das zeigt der Zwischenbericht der Studie SpeicherCHeck der TU München und der Montanuniversität Leoben. Dabei gelten bestehende Erdgas-Porenspeicher im Alpenvorland als besonders geeignet.

von | 21.04.26

Mit lokalen Wasserstoffspeichern könnte beispielsweise die Industrie im südostbayerischen Chemiedreieck sauberer werden.
©pexels/ Francesco Ungaro
Alpenvorland, Bayern

In Auftrag gegeben hat die Studie das Bayerische Wirtschaftsministerium. Der jetzt veröffentlichte Bericht markiert den Abschluss von Arbeitspaket 1. Ziel ist es, bis 2027 herauszufinden, welche Lagerstätten für die Speicherung von Wasserstoff technisch und wirtschaftlich geeignet und sicher sind.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen ehemalige Öl- und Gaslagerstätten sowie aktive Erdgas-Porenspeicher. Porenspeicher sind unterirdische Speicher in natürlichen, porösen Gesteinsschichten. Sie dienen der saisonalen Zwischenlagerung von Gas und der bedarfsgerechten Einspeisung ins Netz und könnten wahrscheinlich zukünftig auch für die Speicherung von Wasserstoff verwendet werden.

Speicherpotenzial vergleichbar mit Salzkavernen

Das Speicherpotenzial aller untersuchten bayerischen Lagerstätten schätzen die Forschenden auf 12,6 bis 25,2 TWh. Zum Vergleich: Der Nationale Wasserstoffrat beziffert die Kapazität der norddeutschen Salzkavernen auf 33 TWh. Bayern könnte damit einen substanziellen Anteil des nationalen Speicherbedarfs abdecken.

Als besonders geeignet stuft die Studie die bestehenden Porenspeicher im Alpenvorland ein, konkret die Standorte Bierwang und Inzenham. Ein wesentlicher Vorteil: Die notwendige Infrastruktur ist an diesen Standorten bereits vorhanden, was den Umrüstaufwand reduziert.

Bayern als Ergänzung zum norddeutschen Speichernetz

Michael Drews, Professor für Geothermal Technologies an der TU München, ordnet die Ergebnisse ein: Süddeutschland besitze sehr gute Voraussetzungen für die geologische Wasserstoffspeicherung. Die vorhandenen Porenspeicher könnten zur Standortdiversifizierung von Untertagespeichern und zur Versorgungssicherheit einer künftigen Wasserstoffwirtschaft beitragen.

Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sieht in den Ergebnissen eine strategische Grundlage für den Aufbau der Wasserstoffinfrastruktur. Die bestehenden Erdgasspeicher sollen zunächst die sichere Erdgasversorgung sicherstellen und in einer Transformationsphase schrittweise für die Wasserstoffnutzung umgerüstet werden.

Die geografische Verteilung der Speicherkapazitäten gilt als ein zentrales Element einer resilienten Wasserstoffversorgung. Bislang konzentriert sich die Planung auf norddeutsche Salzkavernen. Die SpeicherCHeck-Studie liefert erstmals systematische Daten für eine südliche Ergänzung dieses Speichernetzes.

 

(Quelle: TU München/2026)

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