Der Fachbeitrag wurde am 22. April von dem Fraunhofer-Institut für Energiewirtschaft und Energiesystemtechnik IEE, dem Fraunhofer-Institut für System- und Innovationsforschung ISI, dem Fraunhofer-Einrichtung für Energieinfrastrukturen und Geotechnologien IEG sowie dem Fraunhofer-Institut für Mikrostruktur von Werkstoffen und Systemen IMWS herausgegeben.
Entstanden ist das Whitepaper „Navigating PtX Certification Challenges: Qualitative Assessment of Sustainability Requirements and Cost Dynamics for Exports from the SADC-region“ im Rahmen des Projekts „HySecunda“. An dem vom Bundesministerium Forschung, Technologie und Raumfahrt geförderten Vorhaben arbeiten insgesamt neun Fraunhofer-Institute gemeinsam (H2News berichtete). Ziel ist der internationale Markthochlauf von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten in der SADC‑Region.
„Mit „HySecunda“ verfolgen wir einen systemischen Ansatz, der Technologieentwicklung, regulatorische Rahmenbedingungen und Capacity Building zusammenführt“, erklärte Marie Plaisir, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut IEE, zur Vorgangsweise des Projektes.
Analyse von vier potenziellen Importregionen
Hintergrund der aktuellen Untersuchung sei, dass Länder der SADC-Region mögliche Exporteure von grünem Wasserstoff und seinen Derivaten sind. Je nach Nachhaltigkeits- und Zertifizierungsvorgaben der Importländer, bestünden jedoch unterschiedliche Anforderungen an PtX-Produkte.
Im Rahmen des Fachbeitrags werden politische, rechtliche und ökonomische Rahmenbedingungen für PtX‑Exporte aus der SADC‑Region beleuchtet. Dazu analysieren die Autoren vier potenzielle Importregionen: die Europäische Union, das Vereinigte Königreich, Südkorea und Japan. Der Fokus der qualitativen Analyse liegt auf den jeweiligen Zertifizierungsschemata, rechtlichen Anforderungen sowie Marktanreizmechanismen, darunter beispielsweise die „Renewable Energy Directive III“ (RED III).
Nachhaltigkeitskriterien in der EU am strengsten
Die Analyse zeigt, dass sich die Nachhaltigkeitskriterien in den untersuchten Importregionen deutlich unterscheiden. Zudem kommen die Autoren zu dem Schluss, dass in der EU die strengsten und detailliertesten Anforderungen bestehen.
Die unterschiedlichen Kriterien hätten eine direkte Auswirkung auf das technische Systemdesign, die Auslegung der PtX‑Produktionsanlagen sowie auf Investitions- und Betriebskosten. Für Projektentwickler bedeute das: Eine frühzeitige Festlegung auf einen Zielmarkt ist notwendig, um Anlagen zertifizierungskonform und wirtschaftlich auslegen zu können.
Quantitative Analyse geplant
Darüber hinaus fasst das Whitepaper politisches Feedback zu den EU‑PtX‑Kriterien sowie Ergebnisse aus Stakeholder‑Diskussionen zur PtX‑Zertifizierung in der SADC‑Region zusammen.
Im Rahmen des Projekts „HySecunda“ sind, aufbauend auf den qualitativen Ergebnissen, weiterführende quantitative Analysen geplant. Diese sollen bis Ende 2026 den Einfluss der Nachhaltigkeitsanforderungen auf Kostenstrukturen und Systemkonfigurationen von PtX‑Anlagen untersuchen.







