Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Methanol

© IndiaMART InterMESH Ltd.
Methanol
« zurück

Methanol ist ein einfacher Alkohol, der bei Raumtemperatur als farblose, leicht flüchtige und brennbare Flüssigkeit vorliegt. Die chemische Formel lautet CH3OH. Methanol wird bereits seit über 100 Jahren weltweit transportiert und gehört zudem zu den fünf meistgehandelten Chemikalien. Auch in der Wasserstoffwirtschaft spielt die Chemikalie eine wichtige Rolle.

Methanol kann als Energieträger für die Wasserstoffspeicherung und den Transport genutzt werden. Flüssig ist die Chemikalie leichter zu transportieren als gasförmiger Wasserstoff und kann vorhandene Infrastrukturen für flüssige Kraftstoffe nutzen. In Direktmethanol-Brennstoffzellen lässt es sich auch zur Stromerzeugung verwenden.

Methanol

Die verschiedenen Produktionsarten (© Bureau Veritas Marine & Offshore)

Ähnlich wie beim Wasserstoff weist man dem Derivat je nach Produktionsart einen bestimmten Farbton zu.

  • Braun: Produktion aus Kohle
  • Grau: Herstellung aus Erdgas (aktuell häufigstes Verfahren)
  • Blau: Produktion mit CO₂-Abscheidung und -Speicherung (CCS)
  • Grün: Herstellung aus Biomasse (Bio-Methanol) oder aus grünem Wasserstoff und CO₂ (e-Methanol)

Herstellung

Die Produktion durch CO₂-Abscheidung und Wasserstoff (auch: „Power-to-Methanol„) funktioniert in vier Schritten:

1. Abscheidung von CO₂ aus der Umgebungsluft (Direct Air Capture, DAC) oder aus Industrieabgasen (Carbon Capture and Usage, CCU).

2. Wasserstoffproduktion, z.B. durch Elektrolyse, idealerweise mit erneuerbarem Strom.

3. Synthese von CO₂ und H₂ unter Druck und Hitze und mit Katalysator. Die chemische Reaktion lautet: CO₂ + 3H₂ → CH₃OH + H₂O

4. Reinigung und Destillation des Produkts.

Im Vergleich dazu umfasst der herkömmliche Prozess:

1. Umwandlung von Erdgas in Synthesegas
2 .Katalytische Reaktion
3. Destillation und Reinigung

Rückgewinnung

Reformierungsprozesse können den im Methanol gebundenen Wasserstoff wieder freisetzen. Dies Rückgewinnung läuft folgendermaßen ab:

1. Dampfreformierung: Methanol wird mit Wasserdampf bei hohen Temperaturen (200-300°C) gemischt. Dabei kommt ein Katalysator, oft auf Kupfer-Basis, zum Einsatz.

2. Chemische Reaktion: Methanol und Wasserdampf reagieren zu Kohlendioxid und Wasserstoff: CH₃OH + H₂O → CO₂ + 3H₂

3. Reinigung: Der zuvor erzeugte Wasserstoff wird von CO₂ und anderen Nebenprodukten abgeschieden.

4. Anwendung: Der gereinigte Wasserstoff lässt sich nun in Brennstoffzellen oder für andere Zwecke nutzen.

Vor- und Nachteile von Methanol

Vorteile

  • Einfache Handhabung und Transport durch bestehende Infrastruktur (Tanker, Pipelines, Tankstellen)
  • Hohe Energiedichte in flüssiger Form bei Raumtemperatur (keine Kühlung oder Kompression nötig)
  • Jahrzehntelange Erfahrung in der industriellen Handhabung und dem globalen Transport
  • Vielseitige Einsatzmöglichkeiten: direkt als Kraftstoff, in Brennstoffzellen oder zur Wasserstoffrückgewinnung
  • Relativ stabile Lagerung über längere Zeiträume

Nachteile

  • Kann bei fahrlässiger Handhabung sehr gefährlich und giftig sein
  • Energieverluste bei der Herstellung (Power-to-Methanol) und bei der Wasserstoffrückgewinnung
  • Für die Produktion von grünem Methanol wird externe CO₂-Quelle benötigt
  • Korrosive Eigenschaften erfordern spezielle Materialien für Tanks und Leitungen
  • CO₂-Ausstoß bei der Produktion, höchstens bilanziell CO₂-neutral

Video

Dieses Video des Wasserstoffatlas-Projektes der OTH Regensburg zeigt das Grundprinzip der Methanolsynthese.

 

 

« zurück
Die Wasserstoff-Insel Öhringen: Großversuch gelingt

Die Wasserstoff-Insel Öhringen: Großversuch gelingt

Mit Wasserstoff heizen? „Energetischer Unsinn“ sagen die einen, „eine spannende Option für die Energiewende“ die anderen. Unabhängig von der Meinung, die vertreten wird – ob das technisch überhaupt machbar ist, muss in Praxisversuchen geklärt werden. Ein Projekt dazu ist das „NETZlabor Wasserstoff-Insel Öhringen“ – dort sorgt Messtechnik der VEGA Grieshaber KG dafür, dass das Gas stets in der passenden Menge zur Verfügung steht.

mehr lesen
Auswahl von Armaturen für die Produktion von blauem Wasserstoff

Auswahl von Armaturen für die Produktion von blauem Wasserstoff

Die Wasserstoffwirtschaft wächst rasant – doch wie lässt sich der steigende Bedarf nachhaltig decken? Jochen Wassmann, Manager EPC/OEM Final Control bei Emerson, vergleicht die zwei zentralen Produktionsverfahren für blauen Wasserstoff – SMR und ATR – und zeigt, welche Anforderungen diese an Armaturen, Regler und Überdruckventile stellen.

mehr lesen
Groß-Investition für grünen Wasserstoff

Groß-Investition für grünen Wasserstoff

Der Energieanbieter Lhyfe betreibt seit Oktober 2025 eine deutsche Anlage zur Herstellung von grünem Wasserstoff. Das Fachmagazin Tankstelle berichtet darüber, wie das Energieunternehmen den Wasserstoff für die Mobilität nutzen möchte und wie sich die H2-Mobilität aktuell in Deutschland entwickelt.

mehr lesen