Baden-Württemberg legt Konzept für Wasserstoffversorgung vor

Baden-Württemberg hat im Frühjahr 2026 ein Wasserstoff-Versorgungskonzept veröffentlicht. Damit will das Bundesland den Aufbau seiner Wasserstoffwirtschaft zusätzlich unterstützen. Das Konzept zeigt unter anderem Infrastrukturmaßnahmen, lokale und internationale Versorgungswege auf.

von | 08.05.26

Der Neckar beim baden-württembergischen Heidelberg.
© Pixabay
Baden-Württemberg legt Konzept für Wasserstoffversorgung vor

Baden-Württemberg hat sich zum Ziel gesetzt, bis 2040 netto-treibhausneutral zu werden. Im Jahr 2020 verabschiedete das Landeskabinett daher die „Wasserstoff-Roadmap Baden-Württemberg“. Diese sieht konkrete Ziele und Maßnahmen für den Ausbau der Wasserstoffwirtschaft im Bundesland vor.

Nun hat das Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg das „Wasserstoff-Versorgungskonzept für Baden-Württemberg“ veröffentlicht, das die Roadmap ergänzen soll.

Land sieht Notwendigkeit einer verlässlichen Nachfrage

Im Konzept betont die Landesregierung die Relevanz einer verlässlichen Nachfrage. Es müssten sich daher die Preise auf der Nachfrageseite und die Investitionskosten für Erzeugungsanlagen schrittweise annähern. Erhobene Bedarfe würden dabei als erste Indikatoren für die künftige Entwicklung der Wasserstoffnachfrage gelten.

Im Sinne der Planungssicherheit will die Landesregierung die Prognosen zum Wasserstoffbedarf in Baden-Württemberg durch Studien und Erhebungen begleiten. Auf Bundesebene wird zudem empfohlen, die Bedarfe im „Netzentwicklungsplan Gas- und Wasserstoff“ regelmäßig zu überprüfen.

Rheinschiene: Baden-Württemberg fordert Verlängerung des Kernnetzes

Die Landesregierung weist außerdem darauf hin, dass geeignete regulatorische und finanzielle Rahmenbedingungen für den Aufbau einer H2-Pipelineinfrastruktur notwendig seien.

Sie empfiehlt dem Bund daher, die Finanzierungsbedingungen für Investitionen der Fernleitungsnetzbetreiber in das Wasserstoffkernnetz zu optimieren. Zudem sollen weitere Verbindungen im Süden Baden-Württembergs berücksichtigt werden, insbesondere die Verlängerung des Kernnetzes entlang der Rheinschiene.

Darüber hinaus soll der Auf- und Ausbau eines Wasserstoffverteilnetzes regulatorisch und finanziell unterstützt sowie im „Netzentwicklungsplan Gas- und Wasserstoff“ verankert werden. Auch die Wasserstoffspeicherkapazitäten müssten laut Landesregierung überprüft werden.

Ausbau von Wasserstoff-Hubs geplant

Regionale und lokale Wasserstofferzeugung soll insbesondere die Nachfrage decken, die zeitlich vor der Inbetriebnahme oder räumlich außerhalb des Einzugsbereichs von Wasserstoffnetzen entsteht.

Nach Angaben der Landesregierung müsse die lokale Erzeugung so ausgelegt sein, dass sie auch mittel- bis langfristig wirtschaftlich betrieben werden kann. Entscheidend dafür seien vor allem Kapitalkosten, verfügbare Infrastruktur, Bezugskosten für den erneuerbaren Strom sowie Betriebsstunden des Elektrolyseurs.

Das Bundesland will daher Wasserstoff-Hubs weiter ausbauen. Auch geringere Stromkosten beim Betrieb von Elektrolyseuren würden im Mittelpunkt stehen.

Langfristige Nachfragedeckung durch Importe

Internationale Importe werden nach Einschätzung der Landesregierung mittel- bis langfristig den Großteil des Wasserstoffangebots in Baden-Württemberg decken. Ziel seien dabei stabile Lieferbeziehungen sowie eine Diversifizierung der Bezugsquellen.

Das Bundesland will außerdem den Aufbau eines globalen Wasserstoffmarktes fördern und Partnerschaften weiter ausbauen. Zudem sollen Aktivitäten und Instrumente des Bundes unterstützt werden. Auch Auktionsmodelle wie „H2Global sollen nach Ansicht der Landesregierung so weiterentwickelt werden, dass sie auch für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) zugänglich sind.

Darüber hinaus will die Landesregierung internationale Aktivitäten baden-württembergischer Unternehmen begleiten – sowohl beim Import von Wasserstoff als auch beim Export von Technologien.

Importe sollen über europäische Pipelines erfolgen

Für den Import von Wasserstoff nach Baden-Württemberg setzt die Landesregierung auf den Ausbau europäischer Pipelinekorridore. Zudem empfiehlt sie auf EU-Ebene die Entwicklung eines geeigne­ten Finanzierungsinstruments für den „European Hydrogen Backbone.

Ergänzend zur Pipelineanbindung könne Wasserstoff auch per Schiff, Schienenverkehr oder Lkw transportiert werden. Die Landesregierung will entsprechende Importpfade beobachten und analysieren.

 

(Quelle: Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg/2026)

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