Generic filters
Exact matches only
FS Logoi

Bundestagswahl 2025: Branchenverband fordert Grüngasquote und CCS-Offensive

Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft hat eine „Zukunftsagenda Energie" vorgelegt, die zentrale Weichenstellungen für die kommende Legislaturperiode einfordert. Der Verband dringt dabei auf eine Grüngasquote sowie den Aufbau von CCS-Infrastruktur (Carbon Capture and Storage) und warnt vor „planwirtschaftlichen Regulierungen".

von | 09.01.25

Die Wahl zum Bundestag findet am 23. Februar statt
© adil-photos / Pixabay
Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft

Zu den Kernforderungen des Verbandes „Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft“ zählt die Einführung einer verbindlichen Grüngasquote. Sie soll den Einsatz von Wasserstoff und Biomethan im Wärmemarkt und in der Industrie vorantreiben. Dies müsse die neue Regierung mit der Einführung des CO2-Preises für Verkehr und Wärme (Emissions Trading System, ETS2) kombinieren. „Ein CO2-Preis in Kombination mit einem Klimageld ist der richtige Weg, um die Bürgerinnen und Bürger zu entlasten und gleichzeitig Investitionen in den Klimaschutz zu fördern“, so Verbandsvorstand Timm Kehler bei der Vorstellung des Zehn-Punkte-Papiers.

„Die Transformation der Energieversorgung wird nur gelingen, wenn Innovation, marktwirtschaftliche Instrumente und eine technologieoffene Politik eng zusammenwirken – statt durch detailverliebte Regulierungen mit planwirtschaftlichem Charakter behindert zu werden“, betonte Kehler.

Mit der „Zukunftsagenda“ will die Gas- und Wasserstoffwirtschaft in zehn Punkten aufzeigen, wie Klimaschutz und Wirtschaftlichkeit vereinbar sind. Das ausführliche Papier finden Sie hier.

Fokus auf Infrastruktur und Importe

Als zentrale Prioritäten betrachtet der Branchenverband dabei den Bau von Gaskraftwerken sowie internationale Energiepartnerschaften für den Import von Gas und Wasserstoff. Die bestehende Gasinfrastruktur müsse zudem eng mit den Strom- und künftigen Wasserstoffnetzen verknüpft werden, um die Basis für eine stabile Energieversorgung zu schaffen. Dafür seien strategische Partnerschaften und langfristige Importverträge unerlässlich.

Besondere Bedeutung misst der Verband dem Aufbau einer Infrastruktur für die Abscheidung und Speicherung von Kohlenstoffdioxid (CCS) bei. Die Technologie sei der Schlüssel, um die Klimaziele zu erreichen und gleichzeitig die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu sichern. Dafür müsste der Gesetzgeber künftig rechtliche Rahmenbedingungen schaffen. Zudem mangele es noch an entsprechenden Transportinfrastrukturen für CO2.

Gas- und Wasserstoffwirtschaft als Schlüsselakteur

Nach Ansicht des Verbandes sind „grüne Moleküle“ wie Wasserstoff und Biomethan für die kostengünstige Speicherung und den Transport großer Energiemengen unverzichtbar. Das Papier nennt die gesamte Branche als Schlüsselakteur für das Erreichen der Klimaziele.

Der ehemals als „Zukunft Gas“ firmierende Verband mit Sitz in Berlin vertritt die Interessen von über 150 Unternehmen. Seit Anfang 2025 tritt er unter neuem Namen auf. Die Umbenennung soll die „konsequente fundamentale Weiterentwicklung der Gaswirtschaft hin zur Nutzung von Wasserstoff als Energieträger der Zukunft“ unterstreichen, betonte Verbandschef Timm Kehler im November 2024: „Die Gaswirtschaft hat sich den Herausforderungen der Energiewende gestellt und positioniert sich als eine zukunftsgerichtete Branche, die Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und Klimaschutz vereint.“

Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft

Visualisierung des 10-Punkte-Plans (© Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft)

(Quelle: Die Gas- und Wasserstoffwirtschaft/2025)

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

Jetzt Newsletter abonnieren

Brennstoff für Ihr Wissen, jede Woche in Ihrem Postfach.

Hier anmelden

H2-Projekte in Ihrer Region

Mehr als 300 Wasserstoff-Projekte in Deutschland und Europa

Hier geht's zur interaktiven Karte

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“

Im Interview mit dem Fachinformationsportal gwf Gas + Energie erklärt Dr. rer. pol. Dipl.-Ing. Désirée Schulte, wie das H₂-Netzwerk Ruhr e.V. den Wissenstransfer rund um Wasserstoff organisiert und welche Formate sich speziell an junge Menschen, insbesondere an Frauen und Mädchen, richten. Außerdem spricht sie über die Rolle der Kommunen beim Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft, die Erwartungen der Mitglieder an die Politik und kommende Veranstaltungen im Jahr 2026.

mehr lesen
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März
Wasserstoff-Kernnetz: Kapazitätsreservierung startet am 19. März

Die Betreiber des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes starten am 19. März um 13:00 Uhr einen koordinierten Kapazitätsreservierungsprozess. Ab diesem Zeitpunkt können Marktteilnehmer bei dem jeweils zuständigen Fernleitungsnetzbetreiber (FNB) erstmals Einspeise- und Ausspeisekapazitäten im deutschen Kernnetz reservieren – für bis zu sieben Jahre im Voraus. Die Reservierungsanfragen können über ein standardisiertes Anfrageformular eingereicht werden. Die reservierbaren Kapazitäten sollen von rund 2.859 MWh/h Entry im Jahr 2026 auf über 15.000 MWh/h Entry bis 2030 wachsen.

mehr lesen
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling
Shell feiert Richtfest für 100-MW-PEM-Elektrolyseur in Wesseling

Am 5. März hat Shell gemeinsam mit den Projektpartnern das Richtfest für den neuen 100-MW-Elektrolyseur in Wesseling gefeiert. Die Inbetriebnahme der Anlage im Shell Energy and Chemicals Park Rheinland ist für das Jahr 2027 geplant. Dann soll der Elektrolyseur jährlich bis zu 16.000 Tonnen erneuerbaren Wasserstoff produzieren – abhängig von der Verfügbarkeit erneuerbarer Energien.

mehr lesen

H2 Talk

„Kommunen spielen eine Schlüsselrolle beim Wasserstoffhochlauf“
„Unsere Kunden sind Vorreiter“
„Wasserstoff ist im Grunde Erdgas ohne Kohlenstoff und entsprechend vielseitig einsetzbar“

Publikationen