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Deutschland und Indien arbeiten an gemeinsamen Wasserstoff-Standards

Friedrich Merz und Narendra Modi haben die deutsch-indische Kooperation durch gemeinsame Projekte ausgebaut. Bei den Projekten ging es um die Zusammenarbeit im Wasserstoff-Sektor. Weitere Themen waren Logistik, Rüstung und Künstliche Intelligenz.

von | 15.01.26

Der indische Premierminister (links) und der deutsche Bundeskanzler (rechts) widmen sich gemeinsamen Wasserstoff-Projekten
© Bundesregierung/ Guido Bergmann
Deutschland und Indien arbeiten an gemeinsamen Wasserstoff-Standards

Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und der indische Premierminister Narendra Modi haben in Ahmedabad gemeinsame Wasserstoff-Projekte beschlossen. Die Projekte schaffen laut den Regierungsvertretern die Basis für eine neue deutsch-indische Wasserstoff-Partnerschaft.

Absichtserklärung für gemeinsame Standards

Unterschrieben haben Merz und Modi eine Reihe energiepolitischer Vereinbarungen – darunter eine Absichtserklärung zwischen dem Deutschen Verein des Gas- und Wasserfaches (DVGW) und der indischen Regulierungsbehörde Petroleum and Natural Gas Regulatory Board (PNGRB). Ziel der Erklärung ist es, gemeinsame Standards für den Wasserstoffprozess zu entwickeln. Das Hauptaugenmerk liegt dabei auf Zertifizierungssystemen, technischen Prüfverfahren und Wasserstoffnetzen.

Mithilfe der Absichtserklärung wird im Sinne der indischen National Green Hydrogen Mission die Gasinfrastruktur Indiens sukzessive auf Wasserstoff umgestellt. Zunächst sollen 20 Prozent Wasserstoff beigemischt werden, langfristig soll auf 100 Prozent erweitert werden.

Für deutsche Unternehmen bedeutet die Erklärung: Künftig in Indien hergestellter Wasserstoff und Ammoniak können somit nach europäischen Vorschriften zertifiziert und gehandelt werden.

Uniper und AM Green Ammonia kooperieren

Auch das Ammoniak des Chemieunternehmens AM Green Ammonia India Private Limited (AM Green Ammonia) ist auf europäische Regulatorik ausgerichtet. Das Gas ist als erneuerbarer Kraftstoff nicht biogenen Ursprungs (RFNBO) zertifiziert.

Gemeinsam mit dem Stromversorger Uniper hat das Chemieunternehmen eine Vereinbarung getroffen: Die beiden Unternehmen unterzeichneten langfristige Abnahmeverträge über bis zu 500.000 Tonnen erneuerbares Ammoniak pro Jahr. Diese Vereinbarung stellt eine der ersten großskaligen Lieferketten für klimaneutrale Moleküle zwischen Indien und Europa dar.

Gewonnen werden soll das Ammoniak aus einer Großanlage im südindischen Kakinada, die sich derzeit noch im Bau befindet. Die erste Ammoniak-Lieferung ist laut den Unternehmen für 2028 geplant.

Ammoniak als Transport- und Speichermedium  

Ammoniak wird für den Transport und die Speicherung von grünem Wasserstoff eingesetzt. In der europäischen Wirtschaft findet sich das Gas in der Düngemittelherstellung, Chemie und Raffinerien. Künftig soll es auch in der Schifffahrt eingesetzt werden.

Außerdem im Fokus: Rüstung, Logistik und KI

Merz und Modi konnten ihre Zusammenarbeit neben Wasserstoff auch in anderen Bereichen ausbauen. So wollen Deutschland und Indien zusätzlich bei Rüstung, Logistik und Künstlicher Intelligenz kooperieren. Die Zusammenarbeit soll zudem den Weg für das geplante Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union ebnen.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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