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Deutschland und Tschechien planen gemeinsame Wasserstoffpipelines

Deutschland und Tschechien haben in Berlin eine gemeinsame Arbeitsgruppe zur grenzüberschreitenden Wasserstoffinfrastruktur gegründet. Das neue Gremium soll den Aufbau gemeinsamer Projekte koordinieren und die Integration beider nationalen Wasserstoffnetze vorantreiben.

von | 13.11.25

Im Mittelpunkt steht die Umrüstung von bestehenden Erdgasleitungen zu Wasserstoffpipelines.
Quelle: AdobeStock / Marvin
Deutschland und Tschechien planen gemeinsame Wasserstoffpipelines

Das Treffen markiert den offiziellen Beginn der praktischen Zusammenarbeit im Rahmen der im April 2025 unterzeichneten Absichtserklärung zwischen Deutschland und Tschechien zur Entwicklung einer Wasserstoffinfrastruktur.

An der Auftaktsitzung nahmen Vertreter beider Regierungen, Industrieunternehmen und Netzbetreiber teil – darunter Gascade, Open Grid Europe, NaTran und Net4Gas. Die Arbeitsgruppe soll künftig technische und regulatorische Fragen abstimmen sowie den Informationsaustausch zwischen Behörden und Unternehmen intensivieren.

Im Mittelpunkt der Kooperation steht das geplante Projekt „Czech-German Hydrogen Interconnector“ (CGHI). Bestehende Erdgasleitungen sollen zu Wasserstoffpipelines umgerüstet werden, um künftig einen bidirektionalen Transport zwischen beiden Ländern zu ermöglichen. Das Vorhaben gilt als strategischer Bestandteil der europäischen Energievernetzung und soll zugleich das geplante deutsche Wasserstoff-Kernnetz stärken.

Beitrag zur Dekarbonisierung der Chemieindustrie in Tschechien

„Eine verlässliche Wasserstoffinfrastruktur endet nicht an der Landesgrenze. Mit dieser Arbeitsgruppe legen wir den Grundstein für eine starke, gemeinsame Energiezukunft in Mitteleuropa – vernetzt, kosteneffizient und klimaneutral“, sagte Bernhard Kluttig, Abteilungsleiter im Bundeswirtschaftsministerium.

Auch die tschechische Seite betonte die Bedeutung des Projekts für die industrielle Transformation: „Wasserstoffimporte aus Deutschland können einen bedeutenden Beitrag zur Dekarbonisierung der tschechischen Chemieindustrie und anderer Sektoren leisten. Die geplante Vernetzung der tschechischen und deutschen Wasserstoffnetze stellt einen entscheidenden Schritt zur Anbindung wichtiger europäischer Wasserstoffkorridore dar“, erklärte Tomáš Ehler vom tschechischen Industrieministerium.

Mit der neuen Arbeitsgruppe wollen beide Länder die Grundlage für einen integrierten europäischen Wasserstoffmarkt schaffen. Im Fokus stehen Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit und technologische Unabhängigkeit in Mitteleuropa.

Bildquelle, falls nicht im Bild oben angegeben:

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